Tannheim im Schwarzwald war die Abschlussetappe der Partnerschaftsfeiern zwischen den Tannheimern aus Tirol, an der Iller (Württemberg) und im Schwarzwald (Baden).
Symbolhaft war der Auftakt des Festes. Die drei Tannheimer Musikkapellen kamen im Sternmarsch durch den Ort zur Turn- und Festhalle, wo sie an der Ehrentribüne sehr zahlreich erwartet wurden.
Die Partnerschaft ist nicht auf dem Reißbrett entstanden, sondern über Jahrzehnte organisch gewachsen, sagte OB Jürgen Roth in seinem Grußwort, nämlich durch die ununterbrochenen Kontakte der Musikvereine untereinander.
„Es gibt Momente, in denen zusammenwächst, was eigentlich schon immer zusammengehört hat“, konnte sich Ortsvorsteherin Anja Keller quasi anschließen. Während die Politik manchmal etwas länger braucht, „waren unsere Musikkapellen meilenweit voraus“.
Zwei legen den Grundstein
In diesem Zusammenhang durfte sie die im Saal anwesenden Veteranen Dieter Stützle (Tannheim/Iller) und Rupert Blessing (VS-Tannheim) begrüßen, die vor über 50 Jahren als Vorsitzende ihrer Kapellen sozusagen den Grundstein für die Partnerschaft legten.
„Wir haben beschlossen, unser Dreiecksverhältnis offiziell zu machen“, drückte es Bürgermeister Heiko de Vita aus Tannheim/Iller im Landkreis Biberach aus. Dreiecksverhältnisse hätten nicht den besten Ruf, denn sie sind in aller Regel kompliziert, brauchen ein Höchstmaß an Fingerspitzengefühl und diplomatisches Geschick. Partnerschaften seien in einer scheinbar auseinanderdriftenden Zeit besonders wichtig, so der Bürgermeister.
Die Musiken hätten es vorgemacht, trotz verschiedener Regionalität und Sprachduktus, eher bodenständige Tiroler, sehr sparsame Württemberger, lebensfrohe Badener teilen gemeinsame Werte.
Was bei dem Festakt nicht erwähnt wurde, dass er vor zwei Jahren die Initiative ergriff, anzuregen, „dass aus etwas Zufälligem etwas Besonderes wird“.
Sein Kollege Harald Kleiner aus Tannheim/Tirol, selbst aktiver Musiker, fand damals das Vorhaben gut. Und stellte fest, dass sich seither auch in den Beziehungen der Rathäuser viel getan hat. Da gibt es keine Förmlichkeiten mehr, es geht über den kurzen Dienstweg.
Viele Helfer
Bei der Partnerschaftsfeier war auch Pfarrer Janusz Liszka von der Römisch-Katholischen Kirchengemeinde im Quellenland anwesend.
Beim Festakt wurde die Blasmusik vom Akkordeonverein Tannheim bestens ergänzt. Szenenapplaus gab es für die Darbietungen der Teenie-Garde der Osemali-Zunft.
Dass die Feier in der Festhalle reibungslos ablief und alle Gäste gut verpflegt werden konnten, lag an der Mithilfe der Landfrauen Tannheim, dem Hug-Hof, dem FC Tannheim, der Osemali-Zunft, dem Förderverein Freibad und dem Nachbarschaftshilfeverein Herzenshilfe. Durchs Programm führte Ortschaftsrat Janik Volk.