Enttäuscht sitzen, wie hier Kevin Gießler, und liegen, wie im Hintergrund Mick Keita, die Lahrer nach Abpfiff auf dem Platz. Foto: Wolfgang Künstle

Gegen den Regionalligisten Bahlinger SC hat den Dammenmühlen-Kickern im Halbfinale des Verbandspokals nicht viel gefehlt. Ein Tor der Gäste machte den Unterschied aus.

SBFV-Pokal, Halbfinale: SC Lahr - Bahlinger SC 0:1 (0:0). Für das Unterfangen Finaleinzug sah SCL-Trainer Sascha Schröder nach dem 3:1-Sieg in der Liga gegen Südstern Singen keinen Grund für Änderungen. Er setzte gegen die Kaiserstuhl-Kicker auf die gleiche Elf wie am Wochenende. Ein Wiedersehen mit dem Ex-Lahrer Daniel Monga gab es auf dem Platz nicht. Der defensive Mittelfeldspieler saß beim Gast auf der Bank.

 

Die Bahlinger Fans feuerten vor dem Anpfiff etwas Konfetti ab, um die Stimmung an diesem besonderen Pokalabend zu untermauern. Ein Einlaufkind klaute dem Linienrichter kurzzeitig seine Fahne, wurde auf der „Flucht“ allerdings schnell wieder gestellt. So ging es dann auch fast pünktlich los.

Die Partie begann äußerst ruhig. Bahlingen hatte zwar mehr Ballbesitz, kam aber erst nach gut zehn Minuten zu einem ersten ungefährlichen Abschluss. Nach 16 Minuten machte sich erstmals das Stadion bemerkbar, als die Lahrer ihren ersten Eckball zugesprochen bekamen. Dieser wurde jedoch vom BSC-Keeper Dennis Klose sicher gepflückt. Die erste Großchance vereitelte SCL-Keeper Eugen Sokolov nach einem Freistoß von Pepic. Er parierte den anschließenden Kopfball nach 27 Minuten aus kurzer Distanz.

Auch wenn es in der ersten halben Stunde wenig Aufreger gab, war Schröder für den Schiedsrichter schnell zu sehr am Lamentieren – und sah die Gelbe Karte. Bahlingen kreierte zwar einige Situationen im Strafraum, wähle aber mehrmals den Pass statt des Abschlusses – und dieser letzte Ball kam nicht an. Kurz vor der Pause verpasste Dennis Häußermann nach einer flachen Hereingabe von Konstantin Fries am langen Pfosten knapp. Näher kam der SCL dem Tor in der ersten Halbzeit nicht mehr. Mit 0:0 ging es in die Kabinen. Von der Tribüne gab es kurzen Applaus für die defensiv bislang stabile Leistung.

Sokolov lenkt die Kugel noch an die Latte

Das erste Mal auf das Tor schoss der SCL dann kurz nach dem Seitenwechsel. Pedro Allgaiers Versuch war im kurzen Eck jedoch einfach zu parieren. Lahr kam besser aus der Pause. Nach 58 Minuten gelang Mick Keita gleich der nächste Abschluss in die Arme des Schlussmanns. Dann brauchte der SCL wieder Sokolov mit einer starken Parade. Der Kopfball des eingewechselten Rico Wehrle lenkte er an die Latte.

Nach 63 Minuten dann der Schock für Lahr. Sören Zehnle vertändelte fahrlässig den Ball vor dem eigenen Strafraum, nachdem ihn Jamie Stopp schon in Bedrängnis angespielt hatte. Sokolov legte in der Folge im Eins-gegen-Eins den Gegenspieler. Pepic verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zur Bahlinger Führung.

Nun waren die Lahrer gefordert, um die Pokal-Sensation trotzdem noch zu schaffen. Ein Distanzschuss über das Tor von Allgaier war ein erstes Zeichen dafür, dass der SCL den Glauben ans Weiterkommen noch nicht verloren hatte. Moritz Bandle vergab aus sehr guter Position kläglich, als er beim Abschluss im Strafraum fast hinfiel.

Wieder eine Großchance hatte der eingewechselte Dominik Kaufmann nach feiner Vorarbeit von Allgaier. Sein Volleyschuss wurde von Klose aus dem unteren Eck rechten gekratzt. Lahr war gleichwertig und auch das Chancenverhältnis war nun ausgeglichen.

Die Schlussphase brach an. Keita verfehlte das Tor noch einmal deutlich und Schröder griff sich den Ballsack der Bahlinger und trug ihn zur SCL-Bank, um schneller die Bälle wieder ins Spiel zu bringen. Lahr scheiterte nach einem langen Freistoß noch einmal am Außennetz. Der BSC schien sich über die Ziellinie zu schleppen, die Nachspielzeit brach bereits an – und schließlich reichte es für den Favoriten auch. Lahr schied denkbar knapp aus.

Schröder nimmt Verteidiger und Torwart in Schutz

SCL-Coach Schröder war nach der knappen Niederlage nicht enttäuscht, sondern stolz. „Über 90 Minuten waren wir nicht nur auf Augenhöhe, sondern hatten den Regionalligisten im Schwitzkasten. Am Ende gewinnt die glücklichere Mannschaft. Wir haben immer wieder mutig hinten rausgespielt und hatten viele Torchancen. Wir müssen positiv nach vorne blicken, weil wir am Samstag mit Auggen eine riesige Hürde haben. In der Liga haben wir auch noch unsere Ziele“, so der Coach.

Schröder nahm Zehnle und Sokolov bei der Elfmeterentstehung in Schutz. „Wir wollten genau so mutig hinten zocken. Dann müssen wir auch damit rechnen, dass uns eine Situation mal um die Ohren fliegt. Wenn die Schuld gesucht wird, geht das auf meine Kappe und nicht auf die von Eugen, Jamie oder Sören.“

SC Lahr: Sokolov; Stopp, Sö. Zehnle, Fries (71. Gießler), Bandle, Bross, Häußermann (77. Wirth), Allgaier (86. Naletilic), Kalt (64. Kaufmann), Gutjahr, Keita.
Tor: 0:1 Pepic (63./FE).