Dieter Albrecht nackt und mit Hund unterwegs. Auf die obere Hälfte des Bildes verzichten wir an dieser Stelle. Foto: Albrecht

Ein Mann unternimmt am Sonntag bei Rottweil splitterfasernackt einen Spaziergang. Er will das gesunde Verhältnis zum Naturismus fördern. Die Aktion endete mit einem Polizeieinsatz.

Wie man sich als argloser Spaziergänger fühlen mag, wenn man plötzlich einen nackten Mann erblickt? Schock? Angst? Glaubt man dem Mann, der am Sonntag bei Rottweil einen Nacktspaziergang anlässlich des „World Naturist Day“ unternommen hat, gab es sogar „freundliche Gespräche“ mit anderen Spaziergängern. Aber nicht nur.

Der Herr ist kein geringerer als Dieter E. Albrecht, Unternehmer und ehemaliger Stadtrat, der schon zu Corona-Zeiten mit Aktionen dieser Art für Aufsehen gesorgt hat.

Bis zum Wildschweingehege

Er teilt jetzt mit, dass er als Mitglied des Vereins „GetNakedGermany“ und einer Internationalen Vereinigung den Aktionstag zum Anlass genommen habe, „als Naturist mit meinem Hund eine längere Wanderung im Adamskostüm zu machen“. Er spazierte von Mariahochheim an den Erlensee sowie am Schwarzenbach entlang, in Richtung Gösslingen und wieder zurück.

Das Ganze bei Regen und 18 Grad. Letztlich sei er noch auf die Idee gekommen, ans Schwarzwildgehege bei Dietingen zu fahren, um seinem Hund Wildschweine zu zeigen. Er habe angenommen, dass kaum jemand bei diesem Wetter das Wildgehege besuchen würde, sagt er.

Nicht auf Begegnungen aus

„Mir kam es nicht darauf an vielen anderen Menschen zu begegnen“, meint Albrecht, was etwas im Widerspruch zur Tatsache steht, dass er mit der Aktion etwas bewirken will. Allerdings, so räumt er ein, müsse man natürlich überall und jederzeit damit rechnen, dass Begegnungen stattfinden können. Um dies zu minimieren, habe er Wege weit weg von Ortschaften gesucht.

Die Reaktionen

Und die Reaktionen? Insgesamt sei er „einem Kopfschüttler, einem Pärchen und einem Hundehalter“ begegnet. Mit letzteren beiden habe es laut Albrecht „nette Gespräche über den heutigen World Naturist Day und Naturismus im Allgemeinen“ gegeben. Aus der Ferne habe er noch vier weitere Personen gesehen, weshalb er bewusst abgebogen sei. Dies zumindest ist seine Schilderung.

Polizei sieht Ordnungswidrigkeit

Laut Albrecht habe ihn irgendwann die Försterin im Geländewagen auf Abstand verfolgt und dann die Polizei gerufen. Diese habe er über den Gedenktag aufgeklärt. Während die Polizei angekündigt habe, dass die Aktion als Ordnungswidrigkeit geahndet werden soll, bezüglich einer Belästigung der Allgemeinheit, sieht Albrecht den Nacktspaziergang „völlig im Rahmen des Zulässigen“. Unsere Redaktion wird noch nachreichen, wie die Polizei die Sache letztlich sieht. Auf das Angebot Albrechts, uns weitere „ungepixelte Bilder“ zur Verfügung zu stellen, haben wir verzichtet.