Ausnahmezustand in der Kirche "Auferstehung Christi" in Rottweil: Wegen eines Marders bleibt das Gotteshaus vorerst geschlossen. Es riecht unangenehm.
Die Kirchentüren stehen sperrangelweit offen, rotes Flatterband verhindert allerdings den Eintritt in die Kirche "Auferstehung Christi" in Rottweil. Und wenn man sich dennoch nähert, dann möchte man auch gar nicht mehr eintreten, denn aus dem Gotteshaus strömt ein unangenehmer Geruch.
Ein Marder hat sich offenbar hier eingenistet und sorgt in der Kirche für Verwesungsgeruch. „Das ist unerträglich“, sagt Pfarrer Jürgen Rieger, der sich mit Oliver Renn, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchengemeinderats vor Ort getroffen hat und das weitere Prozedere bespricht. Eines ist klar: „Die Kirche bleibt bis auf Weiteres geschlossen“, sagen die beiden unisono.
Suche ohne Erfolg
Der Kammerjäger sei bereits mehrfach vor Ort gewesen, habe aber weder Marder noch Kadaver entdeckt, dafür aber Mittel ausgebracht, welches das Tierchen im besten Fall vertreiben soll. Aber das riecht eben nicht gerade nach Erdbeeren.
„Für die Gottesdienstbesucher ist das alles unzumutbar, deswegen weichen wir mit den Gottesdiensten vorübergehend ins benachbarte Gemeindezentrum aus“, informiert Pfarrer Rieger.
Gottesdienst verlegt
Der ökumenische Jugendgottesdienst am Sonntag, 16. November, 17 Uhr, wurde bereits in die Predigerkirche verlegt, die Firmung am Wochenende vor dem ersten Advent wird wohl im Münster stattfinden, sollte sich die Situation bis dahin nicht geändert haben. Alles andere müsse man jetzt abwarten.
Großer Respekt gilt den Mesnerinnen, die das Allerheiligste und einige Messgewänder evakuiert und anderweitig untergebracht haben, und sich nun Tag für Tag ums Lüften kümmern.
In einem Heizungsschacht?
Vermutet wird, dass der Marder oder dessen Kadaver sich in einem der Heizungsschächte, oder Rohre befindet, die vom Gemeindezentrum zur Kirche verlaufen. Beim Reinigen der Kirchenschächte habe man Hinterlassenschaften gefunden – und so manchen Euro, der zur Ehre der Mutter Gottes gespendet worden sei, erzählt Jürgen Rieger. Möge sie ein Einsehen haben und dafür sorgen, dass die Gemeinde bald in ihre Kirche wieder einziehen und das reguläre vorweihnachtliche und weihnachtliche Gemeindeleben stattfinden kann.