Für Svenja Schneider ist ihre neue Arbeit im Sulzer Buchladen „Buchlese“ zur Berufung geworden. Foto: Schneider

Eine Mail öffnete Svenja Schneider den Weg zu ihrem Traumjob. In der „Buchlese“ berät sie auf ihrem besonderen Spezialgebiet.

Meist machen junge Leute die Schule fertig, eine Ausbildung oder ein Studium und arbeiten dann in ihrem jeweiligen Fachbereich. Doch bei Svenja Schneider ist das anders.

 

„Eigentlich ist das Zufall, dass ich in der ,Buchlese’ gelandet bin“, erklärt sie. Ihre Ausbildung hat sie nämlich als Fachkraft für Schutz und Sicherheit abgeschlossen, erläutert die 29-Jährige.

Lieblingsbeschäftigung wird zu Beruf

Doch dann kam der Gedanke, etwas Neues zu machen. „Am liebsten etwas mit Bücher“, sagt sie. Denn im Gegensatz zu einem Film, wo die Figuren vollständig festgelegt und vorgegeben seien, lasse der Text Freiheiten für die eigene Fantasie.

„Es ist toll, dass ich mich über meine liebste Beschäftigung unterhalten und austauschen kann“, findet Schneider. Denn in ihrer Tätigkeit bei der „Buchlese“ täte sie genau das: Sie berate Kunden, die auf der Suche nach gutem Lesestoff seien und helfe gerne mit persönlichen Empfehlungen weiter.

Beraten und bestellen

Besonders schön seien etwa die Momente, wenn sie einem Kunden eine Buchempfehlung gegeben habe, und dieser sich Wochen später – nach erfolgreicher Lektüre – mit einer positiven Rückmeldung bedanke.

Andere Kunden kommen mit einem langen Einkaufszettel in den Laden, dann heißt es, zügig die Bestellung aufgeben, damit das Wunschbuch am nächsten Tag abgeholt werden kann.

Tiktok zeigt den „Hype“

Um stets auf dem Laufenden zu sein, schaut Schneider auf Booktok nach den aktuellen Trends. Dabei handelt es sich um einen Hashtag auf Tiktok, unter dem Interessierte, die sogenannten Booktoker, Bücher präsentieren und besprechen.

„So weiß ich immer, was gerade der Hype ist“, sagt sie. Die Bücher würden häufig in das Sortiment aufgenommen und von der jüngeren Generation auch stark nachgefragt.

Besondere Buchcover für Jugend

Einer dieser Trends sei „The Ashes and the Star-Cursed King“ von Carissa Broadbent als zweiter Teil einer Dark-Romantasy-Serie.

„Die neuen Farbschnitte richten sich auch besonders an junge Leser“, erläutert Schneider und blickt auf die veredelte Ausgabe mit Goldprägung. So sei es auch ein Genuss, solch ein Buch im Regal stehen zu haben.

Wie im Traum

Angefangen habe das alles mit einer einfachen Mail, in der sie Ute Blaurock fragte, ob sie nicht als Minijobberin anfangen könne. Doch dann war sie von der Arbeit in der „Buchlese“ so begeistert, dass sie auf Teilzeit aufstockte.

„Mein eigentlicher Beruf ist jetzt eher so eine Art Minijob geworden“, meint sie schmunzelnd. Sie hätte es sich zwar gewünscht, dass die Umorientierung Spaß machen solle, aber dass es in so einem Ausmaß, sei, habe sie sich nicht träumen lassen.

Animes und Mangas

„Einfach mega!“, beschreibt sie die neue Tätigkeit. In diese kann sie nämlich auch viel eigene Expertise einbringen. „Von Kleinauf habe ich Animes gesehen“, blickt sie auf ihre Kindheit mit den japanischen Zeichentrick-Serien zurück.

Das habe dann dazu geführt, dass sie nach dem Ende einer Staffel die entsprechenden Mangas gekauft habe, um sowohl über die Serie, aber auch das gezeichnete Buch, Bescheid zu wissen.

Manga-Tag am 21. September

Und wer sich in der „Buchlese“ umsieht, dem wird bestimmt das Regal mit Mangas ins Auge fallen. „Mangas und Fantasy ist mein Spezialgebiet“, erklärt sie.

Und gelegentlich ist Schneider in dem Genre auch eine ihrer besten Kundinnen. „Ich habe schon ein kleines Vermögen für die neuesten Mangas ausgegeben“, gesteht sie.

Darum freut sie sich auch, dass am 21. September der große Manga-Tag stattfinden wird, bei dem sie als Expertin allen Interessierten der japanischen Comics zur Verfügung stehen kann.