Hier entsteht das „Walderlebnis Bärenschlössle“. Foto: Michael Spotts

Die Gartenschau wird langsam sichtbar. Doch was passiert derzeit an den ganzen Baustellen im Zusammenhang mit dem interkommunalen Großprojekt zwischen Freudenstadt und Baiersbronn? Eine ganze Menge, wie eine Tour durch das „Tal X“ zeigt.

Noch etwas mehr als ein Jahr dauert es, dann möchte die Gartenschau 143 Tage lang Freudenstadt, Baiersbronn und das Tal dazwischen in voller Pracht präsentieren.

 

Bis dahin wird noch einiges geschehen auf den insgesamt acht Kilometern des Geländes. Die Bagger sind an diversen Baustellen inzwischen angerollt und machen den Prozess offensichtlich.

Mit Philippa Stolle, zuständig für den Bereich Ausstellung und Betrieb bei der Gartenschau, hat sich unsere Redaktion an den zahlreichen Punkten umgeschaut. Wir geben einen Überblick, was dort derzeit passiert und was es ab dem 23. Mai 2025 dann zu entdecken geben soll.

Freudenstadt – unterer Marktplatz

Auf dem unteren Marktplatz beginnt die Tour, und dort wird auch für viele Besucher der Gartenschau Freudenstadt und Baiersbronn 2025 der Startpunkt sein, wie Stolle erklärt, die bereits 2022 bei der Gartenschau in Neuenburg am Rhein dabei war. Neben einer Shuttle-Haltestelle soll es dort auch eine Kasse sowie ein Spiegelzelt mit Veranstaltungsbühne geben.

Freudenstadt – Adlersteige

Vom unteren Marktplatz führt ein kleiner Bach, der schon im März fertiggestellt wurde, die Besucher durch die Finkenbergstraße hinab zur Rappenstraße und von dort bis zur Adlerterrasse. Auch die Adlerterrasse ist bereits fertig. Baustellenbetrieb herrscht dagegen noch an der Adlersteige. „Die Steige wird dann die Fußgänger von den Autos und Fahrrädern trennen“, erklärt Stolle.

Christophstal – Bärenschlössle

Hier entsteht das „Walderlebnis Bärenschlössle“ mit Spielplatz samt Rutschenanlage sowie das „Waldzimmer“. Beim „Waldzimmer“ handelt es sich um ein „Grünes Klassenzimmer“, ein Bereich für Schüler, um sich mit Naturthemen zu befassen, hier mit dem Schwerpunkt Wald. Dabei erhält die Gartenschau Unterstützung von Forstbetrieben in Form von Material, erklärt die Gartenschau-Expertin. Wurzeln und Steine, die es an dieser Stelle schon gab, würden außerdem verbaut.

Christophstal – ehemaliges Bürkleareal

Die Schaugärten des Verbands Garten- und Landschaftsbau (VGL) präsentieren sich auf dem ehemaligen Bürkleareal, das den neuen Namen „Forbachgärten“ erhalten hat. Von den Schaugärten werden vier von Betrieben umgesetzt, dazu gibt es noch einen Talentgarten, in dem Azubis ihr Können präsentieren sollen. Entworfen wird der Talentgarten von Studenten. Einen direkten Zugang zum Forbach soll es in den „Forbachgärten“ auch geben.

Christophstal – „Aquaflora“

Der nächste Punkt ist die Baustelle „Aquaflora“. Mit ihr entsteht ein Schaubecken für die Besucher, welches die Fischzucht erlebbar machen soll. Direkt dort ist in der alten Werkstatt auch ein Ausstellungsort geplant, in dem sich dann Floristen und eventuell auch Kunsthandwerker präsentieren können. Teil dieses Bereichs ist auch die Grube Dorothea, betreten kann man diese aber nicht. Weiter wird hier auch der Gartenschau-Beitrag der Landes-, Kreis- und kommunalen Forstverwaltungen entstehen, die sich dafür zusammengetan haben.

Christophstal – „Wildes Eck“

Vorbei an der Fischzucht und dem Platzmeister-Garten geht es zum „Wilden Eck“. Hier gibt es einen Spielplatz in der Nähe sowie den Ausstellungsbereich des Nationalparks. Dieser habe sich eine natürlichere, wilde Umgebung gewünscht, wie Stolle erklärt. An diesem Ausstellungsbereich führt auch der Weg für die Besucher vorbei, die gut zu Fuß sind. Anschließend geht es über die „Grüne Meile“, die Christophstal mit Friedrichstal verbindet.

Friedrichstal – „Xentrum“

Weiter auf dem Weg dreht sich unter dem Thema „Wasser und Erz“ alles um den Bergbau am Beispiel der Grube Sophia und die Fischerei, wofür der Kreisfischereiverein sich auch dem Thema Gewässerschutz widmet. Außerdem ist hier der zentrale Gastronomiepunkt mit der Fischereihütte geplant.

Zum Herzstück der Gartenschau, dem „Xentrum“ in Friedrichstal, ist es dann nicht mehr weit. In diesem zentralen Veranstaltungs- und Ausstellungsbereich soll es eine Retentionswiese und Gartenkabinette geben. Dazu gehören außerdem ein Garten der Partnerstädte, ein Rosengarten, eine Allee der Klimabäume, ein Staudengarten, ein Picknickbereich und die Ausstellungsbeiträge der kommunalen Gärtnereien sowie das Backhäusle.

Gegenüber dem Königshammer präsentieren sich dann die Friedhofsgärtner. Von der S-Bahn-Haltestelle Friedrichstal gibt es einen barrierefreien Zugang zum Gartenschau-Gelände und hinab ins Tal. Die Mehrzweckhalle Friedrichstal wird nach der Kommunalwahl saniert und dann als Ausstellungsort für das Land mit seinem „Treffpunkt Baden-Württemberg“ dienen. Hier gibt es auch noch die Michaelskirche sowie die große Veranstaltungsfläche auf dem Sportplatz, wo dann Hunderte Platz finden, sowie einen großen Bereich für den Wechselflor. „Wir schauen, dass wir Vegetation anbauen, die nicht so pflegebedürftig ist, was auch mit dem Klimawandel zusammenhängt. Außerdem soll die Vegetation nach der Gartenschau in die Umgebung hineinwachsen, wo das möglich ist. Wir sind dafür auch im Abstimmung mit dem Naturschutz“, erläutert Stolle.

Baiersbronn – Gartendorf

Zwischen Friedrichstal und Baiersbronn soll dann die „Blaue Meile“ verlaufen, auf der sich die Unternehmen Colordruck und Folbb präsentieren. Dann erreichen Besucher, die dem Weg von Freudenstadt nach Baiersbronn folgen, das „Gartendorf“ kurz vor dem Bahnhof von Baiersbronn. Hier hat der Landkreis seinen Bereich sowie die landwirtschaftlichen Verbände, darunter Imker, die Landfrauen und Winzer.

Außerdem gibt es eine weitere Aktionsfläche für größere Veranstaltungen. Dort wird vor allem großes Gerät und Gefährt präsentiert, zum Beispiel von Blaulicht-Organisationen oder auch eine mobile Saftpresse. Außerdem ist hier das das „Landwirtschaftszimmer“ vorgesehen. Baiersbronns erster Weinberg soll hier ebenso entstehen wie innovative und neuartige Wohnkonzepte. Unterhalb des Bahnhofs soll es ebenfalls eine Kasse geben.

Baiersbronn – Schelklewiese

Dieser Bereich ist das Pendant zum unteren Marktplatz in Freudenstadt. Hier wird es ebenfalls eine Bühne geben. Dazu kommt ein Inklusionsspielplatz, den die Gemeinde verantwortet und der auch außerhalb des Absperrzauns der Gartenschau bleiben wird. Derzeit wird ein See angelegt, der auch nach der Gartenschau bleibt. Auch ein gastronomisches Angebot entsteht hier. In einer Show-Küche werden Köche ihrem Handwerk nachgehen und vielleicht finden auch Kurse statt, berichtet Philippa Stolle. Wie in Freudenstadt werde auch in Baiersbronn viel mit der Gemeindegärtnerei zusammengearbeitet.

Des Weiteren wird es ein Stück weiter, unterhalb des Schulzentrums, einen Pumptrack geben, der sich wie auch der Märchenpark oberhalb des Bahnhofs außerhalb des Gartenschau-Geländes befindet. Zudem will die Bahn den Bahnhofsvorplatz noch richten.