Geschäftsführer Marco Schäfer (von links) führte eine Gruppe um Landrat Thorsten Erny und Seelbachs Bürgermeister Michael Moser über das Ferienparadies Schwarzwälder Hof und durch das Baumhausdörfle. Foto:  

Auf dem Seelbacher Campingplatz läuft’s: Das Ferienparadies Schwarzwälder Hof verzeichnet das ganze Jahr über eine gute Auslastung. Geschäftsführer Marco Schäfer gab Landrat Thorsten Erny bei dessen Gemeindebesuch spannende Einblicke.

„Das Highlight zum Abschluss“, fasste Landrat Thorsten Erny den Besuch des Ferienparadieses am Seelbacher Ortsausgang zusammen. Einen Tag lang hatte sich der Chef der Kreisverwaltung die Gemeinde angeschaut, zum Ende bekam er ein echtes Aushängeschild zu Gesicht. Auch einige Gemeindemitarbeiter und Gemeinderäte staunten nicht schlecht, als ihnen Marco Schäfer berichtete, wie sich das Unternehmen – zunächst ohne Kredite – entwickelt hat.

 

„1995“, sagte Schäfer an den Landrat gewandt, „war hier noch grüne Wiese“. Schwiegervater Robert Schwörer hatte schließlich die Vision eines Campingplatzes. Sein Gedanke: Das Tourimuspotenzial in der Region wird nicht ausgeschöpft. Zunächst versuchte sich Schwörer in Lahr – mit einigem Erfolg – später dann am aktuellen Standort des Campingplatzes. „Er hat mit einem Kiosk und einer Containeranlage begonnen“, erzählt Schäfer.

Kredite von Banken gab es keine, Erweiterungen wurden aus eigener Kraft gestemmt. Heute zählt das Unternehmen mehr als 70 Mitarbeiter, vier Hektar Grundfläche, 200 Stellplätze und 200 Betten.

183 000 Übernachtungen in Seelbach

Das Ferienparadies trägt damit einen großen Teil zum Tourismus in Seelbach bei. Im vergangenen Jahr fanden rund 45 000 Feriengäste ihren Weg in die Gemeinde. Diese blieben im Schnitt 4,08 Nächte, sodass mehr als 183 000 Übernachtungen in die Statistik einflossen – mehr als 2023.

Landrat Erny zeigte sich beeindruckt. Der Schwarzwälder Hof sei „einer der Leuchttürme“ für den Schwarzwaldtourismus. „Das zeichnet Unternehmertum aus. Sich in Eigenregie so etwas aufzubauen“, fand er lobende Worte für das Ferienparadies. Erny hob dabei die Bedeutung des Tourismus für die Ortenau hervor. Jährlich strömten 4,5 Millionen Menschen in den Kreis, brächten eine Kaufkraft von 405 Millionen Euro mit. Die Gesamtwertschöpfung durch den Tourismus betrage gar 1,5 Milliarden Euro – „und das sind steigende Zahlen“. Es ergeben sich nämlich stets neue Zielgruppen. Etwa die Spanier, denen es im Sommer zu heiß sei und die zur Abkühlung in den Schwarzwald fahren würden.

Marco Schäfer führte daraufhin die Gruppe um den Landrat und Bürgermeister Michael Moser über das Gelände. „Das Herzstück ist unser Saunabereich mit 2500 Quadratmetern und sieben Saunen“, erläuterte er. Den durfte sich der Landrat allerdings nicht anschauen. „Wir haben halt Hauptsaison“, so Schäfer entschuldigend.

Auch Seelbacher nutzen den neuen Spielplatz

Das war auch auf dem Campingplatz zu spüren. Auf fast jedem Platz stand schon ein Wohnmobil. Viele Gäste genossen auf Campingstühlen die Abendsonne. Eine Neuheit zwischen den Blockhaushütten und Campingmobilen ist der große Spielplatz. Neben einem Wasserspielplatz und einem Beachsoccerfeld hat das Ferienparadies neue, selbstentworfene Geräte, aufgestellt – komplett aus Rubinienholz. „Die Seilbahn würde mich jetzt schon reizen“, kommentierte Erny lachend, verzichtete aber dennoch und bestaunte lieber die Klettergeräte, die nicht nur Feriengäste, sondern auch Seelbacher Kinder nutzen. „Aber das ist in Ordnung“, versicherte Schäfer.

Der Geschäftsführer erklärte, dass man sich in den vergangenen Jahren bemüht habe, „alles abzudecken“, also vor allem auch Familien mit kleineren Kindern. Für diese gebe es nun einen Indoor-Krabbelbereich. Dank eines Hallenbads gibt es zudem auch außerhalb der Freibadsaison eine Bademöglichkeit. „Das ganze Konzept läuft sehr gut“, so Schäfer. Und da war das eigentliche Alleinstellungsmerkmal noch gar nicht Thema.

Denn erst jetzt ging es für die Gruppe auf die andere Straßenseite ins markante Baumhausdörfle. Dort prangt in der Mitte das Hauptgebäude in die Höhe mit einer Rutsche, die viel Spaß verspricht. Die eigentlichen Ferienwohnungen – zehn an der Zahl – stehen ringsum. So imposant sie wirken, haben sie auch ihren Preis: Pro Nacht kostet eins der zehn baugleichen Baumhäuser bis zu 355 Euro. Viele der Anwesenden kannten die Holzhütten in einigen Metern Höhe nur vom Vorbeifahren und waren entsprechend gespannt auf die ersten Einblicke. Glücklicherweise war das Haus mit der Nummer 55 gerade nicht gebucht – und so öffnete Schäfer die Tür.

Schon am Stamm angekommen, machte Erny das erste Mal Halt. Nein, das sind keine echten Bäume, versicherte ihm Schäfer. Die Rinde sei eine Nachbildung aus Kautschuk. Innen strömte der Gruppe, und dem Landrat vorneweg, sofort der markante Holzgeruch in die Nase. Über eine Treppe im Inneren des Stamms ging es nach oben. Auf der ersten Etage begutachte Erny interessiert die kleine Küche, das Bad mit dem Schwarzwald-Motiv in der Dusche und die Aufenthaltsecke mit kleinem Fernseher. Ein Stockwerk darüber hatte man das Bedürfnis, sich in einem der Schlafzimmer im gemütlich anmutende Bett einzumummeln. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so perfekt ist“, konstatierte der Landrat.

Auch bei Julabo zu Gast

Beim Gemeindebesuch in Seelbach hatte Thorsten Erny zuvor auch der Firma Julabo einen Besuch abgestattet. Dabei hat er laut einer Mitteilung des Temperiertechnik-Spezialisten dessen Standorttreue gelobt. In Lahr entsteht ein neues Werk, der Hauptsitz bleibt Seelbach. „Ich freue mich, dass wir mit Julabo ein Familienunternehmen in Seelbach beheimatet wissen, das nicht nur wirtschaftlich herausragt, sondern auch Verantwortung für Mitarbeitende und Region übernimmt“, so Erny.