Die Museumsnacht Basel bietet eine Programmfülle, die als Ganzes kaum zu bewältigen ist. Die Oberbadische gibt Tipps zur Orientierung.
Die Basler Museumsnacht ist ein Anlass der Superlative. Jeweils mehr als 120 000 Einzeleintritte, getätigt von jeweils mehr als 30 000 Personen jeden Alters – allein diese Zahlen sprechen für sich. Doch nicht nur gemessen am Besuch gilt die Museumsnacht als die größte Kulturveranstaltung im Dreiland. Auch das Angebot ist so umfassend und detailreich, dass auch der eifrigste Besucher gar nicht alle Stationen abklappern kann.
Niederschwellige Angebote
Die Museumsnacht sei für die Basler Kulturlandschaft „der große Knall Anfang des Jahres“, sagt Basil Thüring, der stellvertretende Leiter des Naturhistorischen Museums, über das Großereignis. Bei einem Mediengespräch zur nächsten Auflage am kommenden Freitag verglich Thüring das meist niederschwellige Angebot der 43 beteiligten Museen und Institutionen mit einem „unglaublichen Buffet“, das für ein breites Publikum angerichtet werde.
Im reichhaltigen Menü mit lauter kurzen, meist wiederholten Angeboten finden Kulturhungrige ebenso ihre passenden Häppchen wie Gäste, die erst einmal probieren wollen.
Gigantischer Kindergeburtstag
Die Basler Museumsnacht ist ein Anlass für die ganze Familie, sie gleicht immer auch einem gigantischen Kindergeburtstag. Schon allein bei Dunkelheit unterwegs zu sein, empfinden die kleinen Flaneure meist als Abenteuer. Und auch in den Häusern selbst gibt es viele kindgerechte Angebote. Eine erste Adresse für Familien ist normalerweise das Naturkundemuseum. Getreu dem Motto, „mit Tieren kannst du nie verlieren“ spricht das Haus alle Generationen an. In diesem Jahr arrangiert das Naturhistorische Museum eine „Jurassic Night“ mit interessanten Zugängen zur untergegangenen Welt der Saurier – einschließlich einer Dino-Live-Präparation am Skelett eines Langhalssauriers. Ist das Naturkundemuseum zu voll, bietet sich ein Abstecher zum Antikenmuseum an, wo sich an diesem Abend rund um Odysseus und das Trojanische Pferd die „Welt der Held*innen“ auftut. Ein guter Tipp ist auch das Feuerwehrmuseum, wo es für kleine Einsätze süße Belohnungen gibt. Bei der Fondation Beyeler markiert die Museumsnacht meist den Schnittpunkt von zwei großen Ausstellungen. So ist in diesem Jahr ein letzter Blick auf Werke der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama möglich, und gleichzeitig gewährt die Fondation einen ersten Eindruck von der folgenden Cézanne-Schau. „Arigato Kusama – Bonjour Cézanne“ ist deshalb der Abend in Riehen überschrieben.
Vielfalt der jüdischen Kultur
„Geister“ heißt die aktuelle Ausstellung im Kunstmuseum Basel und auch in der Museumsnacht ist das Programm – wenngleich spielerisch – ganz auf dieses Sujet ausgerichtet. Auf eine andere Art schauderhaft geht es nicht weit davon entfernt im Museum der Kulturen zu. Mehr mit einem Augenzwinkern als gruselig wird dort ebenfalls das Übersinnliche zum nächtlichen Thema, anknüpfend an die aktuelle Schau „Der Weg ins Jenseits“. Im neuen Haus und mit neuer Adresse kehrt das Jüdische Museum der Schweiz an die Museumsnacht zurück. Ohne die schmerzhaften Seiten der jüdischen Geschichte auszublenden, versucht das Museum in seiner neuen Aufmachung die Vielfalt der jüdischer Kultur und ihren Einfluss aufzuzeigen. Aus deutscher Sicht gelingt dies auf eine verblüffend unbefangene und doch tiefsinnige Art. „Neu.Alt.Bunt“ ist der Leitspruch für das neue Museum generell und auch für den Abend. Augenzwinkernd wird bei einem Quiz gefragt, welche Zitate von Taylor Swift oder aus der Tora stammen. Und als weiteren Beweis für jüdischen Humor präsentiert ein Kabarettist „verschrobene und liebenswürdige Anekdoten aus dem Archiv.“
Wer sich atemlos durch die Museumsnacht treiben lässt, braucht gelegentlich etwas Ruhe. Wie wäre es mit einer Auszeit im Botanischen Garten der Universität oder in den Meriangärten, wo im stilvollen Landhausambiente sogar mehrfach ein kleines Theater aufgeführt wird?
Spots für Nachtschwärmer
Museumsnacht ist gleich Partynacht. Mit diese Formel lässt sich ein besonderes Phänomen auf einen einfachen Nenner bringen: Etwa die Hälfte der Besucher sind junge Leute, die bei der Museumsnacht Kultur und Club gleichermaßen vorfinden. Zwei angesagte Locations sind dabei das Kunstmuseum, wo eine „Party mit spirituellem Erlebnis“ angesagt ist, oder das Haus der Elektronischen Künste, wo DJs passende Musik zum coolen Ambiente des Hauses auflegen.
Praktisches
Die Museumsnacht beginnt am Freitag, 23. Januar, um 18 Uhr und geht bis 2 Uhr morgens. Die Eintrittsbändel, die für junge Leute unter 26 Jahren kostenlos sind, berechtigen auch zu Fahrten mit dem regulären Nahverkehr und mit den Shuttlebussen. Vorverkauf unter anderem in der Geschäftsstelle der Oberbadischen. Das komplette Programm im Flyer oder unter www.museumsnacht.ch.