Landtagsabgeordnete hautnah bei Cola und Crêpes: Die Grünen stellen sich im Nagolder Youz den Fragen der jungen Generation – und hören, was Jugendliche sich wirklich wünschen.
Kurz vor den Landtagswahlen fragen sich viele junge Menschen, wo sie im März ihr Kreuzchen setzen sollen. Gerade in diesen von Krisen geprägten Zeiten sind viele Jugendliche unsicher, wie sich die Politik um ihre Bedürfnisse kümmert.
Um diesen jungen Menschen ein Ohr zu leihen, veranstalteten die Grünen am vergangenen Mittwochabend einen Jugenddialog im Nagolder Youz. Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Fraktionsvorsitzender Andreas Schwarz und vier weitere Abgeordnete der Jungen Grünen beantworteten im offenen Dialog die Fragen der Besucher.
Jugendhaus statt Besprechungsräume
Statt einer Podiumsdiskussion mit offizieller Fragerunde liefen die Abgeordneten im Jugendhaus umher. Jeder, der eine Frage oder Anliegen hatte, konnte auf sie zukommen und an der Youz-Café-Theke oder auf dem Sofa bei einer Cola und einem Crêpe über diese reden. Auch für eine Partie Tischkicker oder Tischtennis waren sich die Abgeordneten nicht zu schade.
„Wir wollen dahin gehen, wo sich Jugendliche treffen“ erklärt Fraktionsvorsitzender Andreas Schwarz. „Die jungen Leute sollen nicht zu uns in den Landtag oder irgendwelche Besprechungsräume kommen, sondern wir kommen dorthin, wo die Jugendlichen sind“. Es solle darum gehen, den jungen Menschen bei ihren Anliegen zuzuhören, ohne eine Tagesordnung oder Vorgabe, findet Muhterem Aras. Die Jugend müsste dafür begeistert werden, auch selbst bei politischen Fragen mitzubestimmen.
„Sowas ist ein hervorragendes Angebot für Jugendliche, um zu lernen, dass sie auch eine Stimme haben und gehört werden dürfen“, meint Carolin Wentz vom Jugendtreff Wildberg. Sie hatte einige ihrer Besucher dafür begeistern können, im Nagolder Jugendhaus den Dialog mit den Politikern zu suchen.
Auch Interessierte aus Horb, Herrenberg und Spielberg kamen extra für den Dialog nach Nagold. „Man erlebt die Abgeordneten nicht so distanziert, wie wenn sie nur im Fernsehen oder in den Sozialen Medien sind“, findet ein Befragter aus Herrenberg. „Man sieht sie wirklich Face to Face und merkt: Das sind coole Leute die einen ernst nehmen, auch wenn man sehr jung ist.“
Züge, Rechtsextremismus und Künstliche Intelligenz
Ein großes Thema für die Anwesenden seien laut Schwarz vor allem die öffentlichen Verkehrsmittel gewesen. Hauptsächlich im ländlichen Raum sei es vielen Jugendlichen wichtig, ein vernünftiges Busangebot zu haben. Außerdem sei auch die Pünktlichkeit der Züge ein häufiges Anliegen, sagt er.
Neben Ängsten vor dem wachsenden Rechtsextremismus, schwer bezahlbarem Wohnraum und zu hohen Preisen im Supermarkt, sei oft auch eine Modernisierung des Bildungssystems Thema gewesen. Besonders durch die schnellen Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI), wünschten sich viele mehr Bildung an Schulen im technischen Bereich, so Schwarz.
All diese Anliegen nehme die Fraktion auf jeden Fall mit und versuche, sie in den zukünftigen politischen Entscheidungen im Landtag mit einzubeziehen, versichert er. Auch Aras macht der Jugend Mut: „Ihr seid nicht allein, die Politik unterstützt euch“.
Jugendhausleiter Gerd Hufschmidt ist nach dem Abend mit den Grünen noch eine Sache wichtig: „Das Youz ist geöffnet für alle Parteien, wir freuen uns über jede politische Diskussion mit jungen Leuten“, betont er. Außerdem kündigt er an, dass am Donnerstag, 5. Februar, die Junge Union zur Diskussion im Jugendhaus zur Verfügung steht.