Der Teilort Obertal hat bereits sein Holz-X kunstvoll gestaltet. Foto: Monika Braun

Projektstand, Finanzsituation, Sponsoring, Ehrenamt und geplante Bürgerprojekte – um all das und mehr ging es bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Baiersbronn in einem ausführlichen Bericht zum Stand der Gartenschau.

Cornelia Möhrlen, Geschäftsführerin der Gartenschau, informierte in der Sitzung, dass die Projekte im Zeitplan seien, auch das Budget der Gartenschau könne nach aktuellem Stand eingehalten werden. „Das Gartenschauprojekt hat an Fahrt aufgenommen. Wir haben die Grundlagen gelegt. Nun muss die Gartenschau mit Leben erfüllt werden“, sagte Bürgermeister Michael Ruf.

 

Cornelia Möhrlen zeigte in ihrer Präsentation, wie weit die einzelnen Projekte gediehen sind. Der Grundausbau sei bei den allermeisten Vorhaben erfolgt. Nun gehe es darum, die Ausstellungsbeiträge vorzubereiten. Über 40 Ausstellungsbeiträge seien geplant. Es werde eine Blütenvielfalt geben soweit das Auge reiche.

„Ein besonderes Highlight wird es im Bereich Gartendorf geben. Da wird eine dreidimensionale Darstellung der Schwarzwaldlandschaft erfolgen. Das gab es so noch nie“, sagte Möhrlen. Sie betonte, dass auch nach der Gartenschau sehr viel erhalten bleibe, und forderte dazu auf, kräftig Werbung für den Kauf von Dauerkarten und für die Gartenschau an sich zu machen. „Wir brauchen viel Außenwerbung. Bitte helfen Sie mit, um das Ziel, 8000 Dauerkarten zu verkaufen, zu erreichen“, bat sie.

Dauerkartenverkauf startet

Aktuell sei man noch in Verhandlungen über die geplanten Veranstaltungen. Sicher sei, dass sie hochkarätig seien und sich daher schon der Kauf einer Dauerkarte lohne. Der Vorverkauf der Dauerkarten starte am 4. Oktober. Die Dauerkarte koste im Vorverkauf 89 Euro, später 99 Euro. Die Tageskarte liege bei 19 Euro und die Zweitageskarte bei 30 Euro – inklusive der ÖPNV-Nutzung. Für Schüler, Studenten, Azubis, Schwerbehinderte und Freiwilligendienstler gelten ermäßigte Preise.

Fahrplan mit enger Taktung

„Wir werden eine Gartenschau des öffentlichen Nahverkehrs sein. Ein eigener Gartenschaufahrplan mit enger Taktung wird vom Busverkehr ergänzt. Auch ein Shuttleverkehr wird angeboten“, sagte Möhrlen. Zur Gastronomie erklärte sie, es sei kein leichter Weg gewesen, aber irgendwie hätte man es nun geschafft. Neben lokalen Gastronomen würden auch Standorte von einem Großcaterer aus Ulm betrieben werden. Insgesamt gebe es acht gastronomische Punkte im Gartenschautal.

Budget wird eingehalten

Erfreulich sei die Einhaltung des Budgets. Einige Verschiebungen gebe es, die eine kurzfristige Zwischenfinanzierung notwendig machen würden. Das Finanzierungsvolumen bleibe jedoch unverändert. „Die unbekannte Größe ist der Verkauf der Dauerkarten. Wir hoffen auf 8000 Stück.“ Insgesamt werde mit rund 450 000 Besuchern während der Gartenschau gerechnet.

Firmen unterstützen

Erfreulich sei auch das Sponsoring der Gartenschau. Viele Firmen hätten ihre großzügige Unterstützung zugesichert. Insgesamt werde die Gartenschau mit 1,3 Millionen Euro unterstützt, darin enthalten ein Finanzsponsoring in Höhe von rund 670 000 Euro.

„Ich bin sehr erfreut über die große Bereitschaft an ehrenamtlicher Unterstützung, ohne die wir die Gartenschau gar nicht stemmen könnten“, so die Geschäftsführerin. Mit mehr als 1000 Anmeldungen von ehrenamtlichen Helfern sei man sehr zufrieden. Diese würden aber auch gebraucht.

Viele Bürgerprojekte

„Die Gartenschau wird über die Jahre hinweg nachwirken, und wir arbeiten gerade an weiteren Bürgerprojekten, die umgesetzt werden sollen“, so Möhrlen. Schulen und Kindergärten seien in die Gestaltung zum Beispiel von Holzschmetterlingen involviert. Und viele Bürgerprojekte – darunter ein Häkelprojekt – seien in der Umsetzung.

„Ich bin überzeugt, die 143 Tage werden großartig. Die Gartenschauprojekte werden auch nach der Gartenschau die Lebensqualität in Baiersbronn verbessern“, sagte Bürgermeister Michael Ruf.

Fragen aus dem Gemeinderat zur Gartenschau

Werbung, Hunde und Mobilität
Gerhard Gaiser (SPD) sagte, die Gartenschau zeige, dass eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Baiersbronn und Freudenstadt möglich sei. Er wies auf die Wichtigkeit von überregionaler Werbung hin und fragte nach speziellen Mobilitätsangeboten für Senioren auf dem Gartenschaugelände. „Ich werde oft auf das Thema Hunde angesprochen. Könnten nicht Tage geschaffen werden, an denen Hunde erlaubt sind? Ich denke da auch an Gäste und könnte mir vorstellen, dass es nicht wenig sind“, so Gaiser. „Wir sind auf der CMT vertreten und beginnen mit der Werbung in den angrenzenden Landkreisen“, so Möhrlen. Ein ausgeweitetes Angebot des Shuttles für Senioren sei wirtschaftlich nicht darstellbar, es sei aber denkbar, dass ältere Menschen die Gartenschau in Abschnitten an mehreren Tagen erkunden. „Wir haben uns einstimmig dafür ausgesprochen, Hunde auf der Gartenschau nicht zuzulassen. Das gilt aber nur für die eingezäunten Bereiche, überall sonst sind Hunde erlaubt“, sagte Möhrlen. Die Diskussion könne auch nicht nochmals aufgenommen werden, wichtig sei, Klarheit zu schaffen.

Gestaltung der Holz-X
Auf die Frage von Philipp Bayer (SPD), ob die aufgestellten Holz-X in den Teilorten als Schulprojekte gestaltet werden können, erklärte Möhrlen, dass die Gestaltung Sache der Ortsgremien der Teilorte sei. „Es gibt bereits jetzt schon einige tolle Beispiele.“

Frankreich und Schweiz
Lutz Hermann (FDP/UBL) regte Werbung im Elsass an. Dazu sagte Möhrlen, Studien hätten gezeigt, dass die Franzosen sich eher weniger für Gartenschauen interessierten, daher würde man sich lieber in Richtung Schweiz orientieren. Allerdings würden auch die Hotels in ihren Rundmails die Gartenschau bewerben und so auch nach Frankreich transportieren. Eine Broschüre auf Französisch gebe es ebenfalls.