Bei der Hermann-Hesse-Bahn läuft aktuell ein „heißer Schluss-Spurt“. In gut sechs Wochen sollen die ersten Fahrgäste befördert werden. Aber Achtung: Schon jetzt fahren dort Züge!
Die Signale stehen an der Strecke, bis Ende der Woche ist die Stopfmaschine auf den Gleisen im Einsatz, die Wartehäuschen sind fast fertig.
Die letzten Arbeiten an der Hermann-Hesse-Bahn laufen. „Ein heißer Schluss-Spurt – wie es sich für so ein Projekt gehört“, sagte Frank von Meißner, Geschäftsführer des Zweckverbands Hermann-Hesse-Bahn, dazu.
In der jüngsten Verbandssitzung gab er Einblick in den aktuellen Stand.
Das Gleis liegt inzwischen überall, auch die Lücke im Hau ist geschlossen. Die Stopfmaschine zu bekommen sei aber nicht ganz einfach gewesen. Denn „im Winter stopft kein normaler Mensch Gleise“, meinte von Meißner – wegen der Frostgefahr. In dieser Zeit würden die Maschinen daher in der Regel gewartet, das Personal baue Überstunden ab.
An den Einhausungen vor den Tunneln kam es indes zu unerwarteten Problemen, Stahlteile mussten zurück ins Werk zur Nachbesserung.
Und doch: An diesem Wochenende, 20. und 21. Dezember, stehen die ersten nichtöffentlichen Probefahrten mit einem Dieseltriebwagen an – mit dem ersten Personenzug seit 1983. Obwohl die Bahn erst ab dem 31. Januar Fahrgäste befördert, heißt es also schon ab jetzt: Achtung, es fahren wieder Züge.
Technische Abnahmefahrten zum Test der Signaltechnik und der Bahnübergänge sind für das Wochenende 17. und 18. Januar 2026 geplant. Vom 19. bis 25. Januar laufen Schulungsfahrten für das Zugpersonal.
Ab dem 1. Februar startet der Stundentakt, ab April der Halbstundentakt, ab voraussichtlich Juni geht die Fahrt auch bis Renningen. Eine gestufte Inbetriebnahme – „das ist bei Eisenbahnprojekten nicht unüblich“, so von Meißner.
Am Samstag, 31. Januar, ist die Eröffnungsfahrt geplant – mit Halt und Festakten an allen Zwischenhalten.