Bürgermeister Oliver Friebolin (links) verabschiedete Sven Herfort aus dem Eimeldinger Gemeinderat. Foto: Herbert Frey

Mit Sven Herfort verabschiedete der Eimeldinger Gemeinderat einen Aktivposten aus seinen Reihen. Sein Sitz bleibt vielleicht doch nicht unbesetzt.

Die jüngste Gemeinderatssitzung begann mit einem emotionalen Tagesordnungspunkt. Denn mit dem aus Eimeldingen weggezogenen Sven Herfort (46) galt es, einen Mandatsträger zu verabschieden, der die Arbeit des Gremiums in den vergangenen sieben Jahren maßgeblich mitgeprägt hat.

 

Herfort, seit 2019 am Ratstisch, habe die Gemeinde im Abwasserverband vertreten und unter anderem im Arbeitskreis Bau, der die Grundsanierung der Reblandhalle begleitete sowie im Arbeitskreis zum Neubau des Kindergartens Sankt Martin engagiert mitgearbeitet, strich Bürgermeister Oliver Friebolin heraus.

Herforts Sachverstand als EDV- und Elektronik-Experte habe zu zahlreichen Optimierungen geführt, von denen die Nutzer dauerhaft profitierten und einmal sogar „einen Neujahrsempfang gerettet“.

Dank seines Einsatzes und des Engagements der weiteren Mitglieder im Arbeitskreis Jugend habe man im evangelischen Gemeindehaus einen Treff für die Dorfjugend einrichten und Konflikte mit den Nachbarn gemeinsam koordiniert schlichten können.

Herfort sei auch ein „sehr kritischer Gemeinderat“ gewesen, der die sachliche Argumentationsebene aber nie verlassen und immer das Wohl der Gemeinde in den Vordergrund gestellt habe. Nicht zuletzt verliere der Gemeinderat mit ihm einen „Ur-

Eimeldinger“, bedauerte Friebolin, der ein Bier-Präsent überreichte.

Im Namen der Mandatsträger würdigte Bürgermeister-Stellvertreter Manfred Schamberger Herforts Wirken. Gemeinsam habe man sich in den verschiedenen Arbeitskreisen „viele Stunden den Kopf zermartert, um Verbesserungen zu erreichen“. Den Jugend-Club 22 würde es ohne Herforts Einsatz „heute vermutlich nicht mehr geben“, hob Schamberger hervor und versicherte, dass man bemüht sei, Herforts Ideen weiterzutragen. Als Dank überreichte er einen Gastro-Gutschein.

Herfort: Unterschiedliche Sichtweisen geschätzt

Die unterschiedlichen Sichtweisen im Gremium habe er stets sehr geschätzt. Diese Meinungsvielfalt habe ihn regelrecht beflügelt, so Herfort. Gemeinsam habe man gezeigt, „dass man lokal auf kleiner Fläche viel bewirken kann“.

Bestes Beispiel dafür sei für ihn der neue Tiny-Forest am Busbahnhof. Wer sich darüber oder anderes im Dorf aufrege, der solle „nicht motzen, sondern mitgestalten“, forderte Herfort zum bürgerschaftlichen Engagement auf.

Dann werde man erkennen, wie viele Gedanken und Mühen hinter Beschlüssen stecken. Oliver Friebolin dankte er für eine stets hervorragende Sitzungsvorbereitung und dem Gremium dafür, dass es seinen Ideen gegenüber stets aufgeschlossen gewesen sei – „auch wenn die manchmal etwas versponnen waren“.

Herforts freigewordener Sitz konnte bekanntlich nicht neu besetzt werden, da alle neun angefragten Nachrücke-Kandidaten Gründe für das Nichtantreten des Mandats geltend gemacht haben.

Rechtsaufsicht des Landratsamts schaltet sich ein

Deshalb wollte der Gemeinderat seine Arbeit eigentlich mit neun Mandatstragenden fortsetzen. Die Rechtsaufsicht des Landratsamts habe nun aber darauf hingewiesen, dass es bei der zurückliegenden Kommunalwahl weitere 13 Bürgerinnen und Bürger gegeben habe, deren Namen auf einem der Wahlzettel notiert worden waren. Dies aber nur jeweils ein Mal.

Wahlausschuss soll zusammentreten

Der Wahlausschuss müsse deshalb nochmals zusammentreten und unter ihnen eine Reihenfolge auslosen, informierte Friebolin. Nacheinander müssen dann alle Genannten angefragt werden, ob sie ins Gremium nachrücken wollen.

Friebolin fragte sich allerdings, „ob das von den Wählern auch wirklich so gewollt ist“ und eine demokratische Legitimation mit nur einer einzigen Stimme tatsächlich noch gegeben sei. Doch die Gesetzeslage schreibe diese Vorgehensweise nun mal vor, an die man sich selbstverständlich halten werde.