Stephanie Schneider aus Deißlingen hat eine Woche mit Schlittenhunden in Schwedisch-Lappland verbracht. Tag für Tag ging es mit dem Schlitten durch die Wildnis. Foto: Schneider

Stephanie Schneider aus Deißlingen hat sich mit dem Abenteuer einen langgehegten Traum erfüllt, kommt dabei aber auch an ihre Grenzen.

Glitzernder Schnee, Sonnenschein und unberührte Natur – so stellt man sich einen Wintertag im hohen Norden vor. „Und das ist auch megatoll“, schwärmt Stephanie Schneider, die erst vergangene Woche von ihrer Reise aus Schwedisch-Lappland zurückgekehrt ist.

 

Das Abenteuer sei körperlich sehr herausfordernd gewesen. Schon allein die Temperatur von -32 Grad Celsius habe ihr und den anderen Reisenden zu schaffen gemacht. Lediglich die Schlittenhunde fühlten sich pudel-, oder vielmehr, huskywohl bei diesem Klima.

Mit Merinounterwäsche, Fleecepullovern und -hosen, Handschuhen und allem, was man für so eine besondere Tour braucht, machte sich die 51-Jährige Ende Februar auf den Weg. Zuerst mit dem Flugzeug nach Stockholm, dort ging es dann weiter nach Lycksele und von dort aus nochmals 100 Kilometer Richtung Norden. „Wir waren so etwa 120 Kilometer unterhalb des Polarkreises“, informiert sie.

180 Kilometer durch die Wildnis

Die Gruppe, vier Männer und zwei Frauen, die aus ganz Deutschland bunt zusammengewürfelt war, machte sich mit ihrer Führerin – einer Deutschen aus Berlin, die vor 20 Jahren ausgewandert ist – auf den Weg. Fünf Tage lang ging es insgesamt 180 Kilometer durch die Wildnis Lapplands.

Übernachtet wurde in Hütten ohne Strom und fließend Wasser. „Wir mussten an einem See erst mal ein Loch in das gut 50 Zentimeter dicke Eis bohren, um an Wasser zu kommen. Das war ganz schön anstrengend. Und da man mindestens fünf Lagen Klamotten anhat, und dann noch einen Overall, kann man sich auch nicht richtig bewegen“, schildert sie.

Auch der Schnee, der ihr an manchen Stellen bis zur Brust reicht, machte das Vorankommen nicht gerade einfach. Da bietet ein Schlitten schon Vorteile.

Aber bis der startklar ist, gibt es für die Gruppe alle Hände voll zu tun. „Morgens nach dem Kaffee werden erst mal die Hunde gefüttert, bevor man dann selbst frühstückt. Im Anschluss muss man die Hunde anschirren, die Schlitten vorbereiten, alles zusammenpacken, und erst dann geht es los“, erzählt sie.

Ein Abenteuer für sich

Cuna, Rana, Vasco, Alaska und Galileo sind ihre Schlittenhunde. „Um die musste man sich schon selbst kümmern. Und so eine Schlittenfahrt ist ein Abenteuer für sich.“ Der Schlitten habe zwar Bremsen, aber lenken muss man quasi mit dem Körper. Als Ungeübter können einem Doppel-S-Kurven und Bäume im Weg, oder steile Abhänge schon mal ordentlich zusetzen, berichtet sie weiter. Das habe sie sehr gefordert, „ich hatte anfangs richtig Angst, aber man bekommt mit der Zeit mehr Selbstvertrauen“, sagt sie.

Nach einer Woche Abenteuer, Elchgulasch und Elchburgern, unzähligen neuen Eindrücken und Fotos auf dem Handy ging es dann wieder zurück in die Heimat. „Ich musste mich erst mal an die Wärme hier gewöhnen“, sagt sie und lacht. Auf jeden Fall sei es ein schönes Erlebnis gewesen, das sie so schnell nicht vergessen werde.