Seniorchefin Katrin Zepf ist mit 90 Jahren immer noch eine tragende Säule im Hotel Forsthaus Auerhahn. Foto: Monika Braun

Die Seniorchefin im Hotel Forsthaus Auerhahn in Hinterlangenbach, Katrin Zepf, feiert ihren 90. Geburtstag. Sie erzählt, wie sie sich nach all den Jahren immer noch fit hält.

Im idyllischen Hinterlangenbachtal wird an diesem Dienstag ein besonderes Jubiläum begangenen: Die Seniorchefin des Hotels Forsthaus Auerhahn, Katrin Zepf, feiert ihren 90. Geburtstag. Seit 63 Jahren ist sie fest mit dieser Schwarzwaldregion verbunden – und hat sie zugleich selbst als Gastgeberin mit Herz und Seele entscheidend mitgeprägt.

 

Was einst als bescheidenes Forsthaus begann, entwickelte sich unter der engagierten Führung von Katrin Zepf und ihrem mittlerweile verstorbenen Ehemann Dieter zu einem renommierten Vier-Sterne-Hotel.

Mit Weitblick, Mut und unermüdlichem Einsatz formte das Ehepaar das Forsthaus Auerhahn zu einem Ort, der heute weit über die Region hinaus für Gastfreundschaft, Qualität und gelebte Tradition steht. „Ich bin meinen Eltern heute noch dankbar, dass ich früh lernen durfte, was es bedeutet zu schaffen, daher fiel es mir nie schwer“, sagt Zepf.

Schon früh bei den Eltern ausgeholfen

Als jüngstes von vier Kindern wurde sie in Bad Herrenalb geboren, ihre Mutter war damals schon 44 Jahre alt. Früh lernte sie, in der heimischen Landwirtschaft mit anzupacken, im elterlichen Milchviehbetrieb half sie fleißig mit. „Ich war die erste weibliche Person, die mit einem Bulldog fuhr, und es hat Spaß gemacht“, erinnert sie sich und lacht.

1956 heiratete sie Dieter Zepf, den sie während eines Logisaufenthalts im elterlichen Haus kennenlernte. Sie begleitete ihn auf seinen Stationen als Förster. Mit bereits zwei Kindern zog das Paar nach Hinterlangenbach, dort wurde noch ihr dritter Sohn Martin geboren.

„Der Innendienst im Forstamt Rottenburg hat meinem Mann nicht gefallen, und so hat er sich überall als Förster beworben. Die Stelle hier in Hinterlangenbach hatte zur Bedingung, dass die Frau des Försters die angeschlossene Gastwirtschaft betreiben musste“, erzählt sie.

Die Anfänge waren schwer

Entschlossen, die Wirtschaft auch gewissenhaft zu leiten, arbeitete sie in einem Hotel in Bebenhausen – ohne Lohn. „Das war eine ganz gute Sache. Wenn man etwas lernen will, lernt man auch was.“

Als erste Frau im Ort durfte Katrin Zepf einen „Hanomag“ fahren. Der Traktor gehörte ihrem Vater. Foto: Familie Zepf

Die Herausforderungen für die junge Familie waren groß: Kein Strom, Kochen auf dem Holzherd, und ein Schulbus für die Kinder fuhr auch nicht. Doch Katrin Zepf machte das Beste aus der Abgeschiedenheit. Auch dank ihres Mannes, der seine Visionen nach und nach umsetzte, kann sie heute auf ihre gemeinsamen Erfolge zurückblicken, die, wie sie sagt, nur durch den guten familiären Zusammenhalt möglich waren.

Scheune wird zum Schwimmbad

Als das Land das ehemalige Forsthaus und die Grundstücke 1980 an ihre Familie verkaufte, begann das Hotel stetig zu wachsen. „Wir haben in der alten Scheune das erste Schwimmbad gebaut, und viele Gäste, auch aus den umliegenden Hotels, kamen extra zu uns zum Schwimmen, das war eine Sensation“, erzählt Katrin Zepf.

„Mein Mann hatte immer gute Ideen, und ich habe mitgemacht. Oft habe ich seinen Mut und seine Weitsicht bewundert“, sagt sie. Ihre drei Söhne blicken heute auf eine einzigartige Kindheit zurück – nicht nur die eigenen Pferde, sondern auch die Freiheit auf dem Land haben sie bis heute geprägt.

Schwimmen hält sie fit

Katrin Zepfs besondere Gabe ist es, Menschen ein Willkommensgefühl zu geben und eine heimelige Atmosphäre zu schaffen. Herzlichkeit, Bodenständigkeit, Lebensfreude und eine tiefe Verbundenheit zur Natur des Schwarzwalds prägen ihre Persönlichkeit.

Jeden Morgen geht es für die Seniorchefin nach wie vor ins Schwimmbad – ein Ritual, das ihr wichtig ist und in dem sie Kraft findet. „Natürlich helfe ich noch jeden Tag im Hotelbetrieb mit, mache Bestellungen, Frühstück und Kartoffelsalat“, betont sie und lacht.

Mit 90 Jahren blickt Katrin Zepf nicht nur auf ein erfülltes Leben zurück, sondern auch auf ein beeindruckendes Lebenswerk, das Generationen überdauert. Das Hinterlangenbachtal und das Forsthaus Auerhahn sind untrennbar mit ihrem Namen verbunden.