Seit mehr als 30 Jahren Bandleader der Blacky’s Big Band: Klaus Herrmann Foto: Heiko Hofmann

Vor 50 Jahren gründete sich Blacky’s Big Band. Der langjährige Bandleader Klaus Herrmann machte damals gerade sein Abitur in Nagold. Im Interview blickt er auf seine 31 Jahre bei den „Blacky’s“ zurück.

Eng verbunden mit der Erfolgsgeschichte von Blacky’s Big Band ist ein Name: Klaus Herrmann. Der ehemalige Dozent an der Städtischen Musikschule ist auch nach 31 Jahren noch begeistert dabei, die Bläsertruppe musikalisch zu leiten.

 

Herr Herrmann, erinnern Sie sich noch wann und wo Sie zum ersten Mal auf Blacky‘s Big Band gestoßen sind, wann sie die Band zum ersten Mal gehört haben?

Das war Ende der siebziger Jahre. Die Band hatte mich als Aushilfe an der Posaune engagiert. Der Auftritt war beim Stadtfest in Calw.

Nun blickt die Band auf 50 Jahre zurück. Kaum weniger imposant ist, dass auch Sie bereits seit 31 Jahren der Bandleader sind. Warum diese Treue?

Für mich war das Engagement als Bandleader damals wie der Sprung ins kalte Wasser, entwickelte sich aber nach und nach zum Glücksfall. Zum einen wusste ich nicht, wie ich mit den Musikern mit sehr verschiedenen, heterogenen Backgrounds klarkommen würde, auf der anderen Seite war mir die Leitung einer Big-Band als Nebenjob sehr viel lieber als die einer Blaskapelle. Die Zusammenarbeit entwickelte sich aber für mich so positiv, dass ich eigentlich nie mit dem Gedanken gespielt habe, aufzuhören.

Beliebt sind die Tanzabende in der Alten Seminarturnhalle. Foto: Heiko Hofmann

Was macht denn die Arbeit mit den Blacky’s so besonders?

Bei BBB besonders ist natürlich die konstante Besetzung. 80 Prozent der Musiker sind sicher schon 20 Jahre dabei, da kann man sehr gut und kontinuierlich arbeiten. Dass ich meine langjährige Erfahrung als professioneller Tanzmusiker, in Tanzorchestern und Jazz-Bigbands in die Probenarbeit einbringen konnte, war für mich – und natürlich auch für die Band – eine große Hilfe.

Benefizkonzert für Flutopfer war das Highlight

Was war in Ihren 31 Jahren das Highlight für Sie?

2005 gab es ein großes Benefizkonzert für die Flutopfer in Südostasien, bei dem sich so ziemlich alle Nagolder Musiker beteiligten, ein wirklich beeindruckendes Event. 2016 und 2018 spielten wir für den Lionsclub zwei große Charity-Bälle im Kurhaus Freudenstadt. Schöne Veranstaltungen waren das, mit professionellen Tanzpaaren und allem, was so ein Galaball zu bieten hat. Auch die beiden „Swing meets Christmas“ betitelten Weihnachtskonzerte waren für mich etwas Besonderes.

Wobei das Jubiläumskonzert im Hof der Alten Seminarturnhalle ja sicher auch ein Highlight war. Wie fällt ihr Fazit aus?

Ja, das war schon ein gelungener Abend. Mit diesem bunten Programm aus Musik, Interviews, Kabarett und Tanz würde ich es jederzeit wieder so machen. Das Publikum hat auch sehr positiv darauf reagiert.

Wie viel Vorbereitung steckt eigentlich hinter solch einem Abend?

Die Vorbereitungen waren schon enorm. Angefangen bei der Wahl des Ortes – da hatten wir uns dann für unseren vertrauten Kooperationspartner Seminarturnhalle entschieden, und damit auch für die Möglichkeit, ein Outdoorevent zu planen. Das Datum für die Veranstaltung war angesichts der vielen Beteiligten nicht ganz einfach zu finden. Und die Musik für den konzertanten Teil musste lange vorher von mir ausgesucht und dann später geprobt werden. Durch die guten Kontakte meiner Partnerin in die Tanzszene konnte mit Milton & Romina von TangoArt schon früh ein Tanzpaar für die Tanzshow verpflichtet werden.

Die Outdoortanzfläche musste organisiert werden, was für mich völliges Neuland war. Woher kann man so etwas bekommen, wie hoch sind die Kosten?

Seit Juli 23 hatte ich mich immer wieder mit Klaus Birk ausgetauscht, der von der Band als Moderator und Kabarettist engagiert wurde und die Idee mit den Interviews ins Konzept einbrachte. Sponsoring und Werbung musste noch auf den Weg gebracht werden – blieben noch die Risikofaktoren Wetter und Fußball-EM.

Das Jubiläumsjahr geht weiter

Das war‘s ja noch nicht. Das Jubiläumsjahr geht weiter. Was ist noch für 2024 geplant?

Als weitere Veranstaltung im Jubiläumsjahr gibt es noch „Jazz auf der Burg“ am 3. Oktober 2024. Wir hoffen auf gutes Wetter, dann kann man die extra fürs Jubiläum neu einstudierte Musik noch einmal hören. Im Dezember spielen wir einen Tanztee des Tanzsportclubs Böblingen in der Holzgerlinger Halle.

Noch ein paar Worte zur Band: Was hat sich denn im Laufe der Zeit verändert? Was ist geblieben?

Neben der Perfektionierung - vor allem auch der Tanzmusik - hat sich natürlich auch das Durchschnittsalter und die Lebenssituation der Mitglieder geändert. Aus einer Gruppe aus Teens und Twens, die teilweise noch in Ausbildung und Schule waren, unbekümmert und ohne Verpflichtungen, wurde eine Band aus Mitgliedern mit familiären und beruflichen Hintergründen, für die die Findung von gemeinsamen Terminen eine große Herausforderung ist. Trotzdem kann man sich immer wieder zusammenraufen, weil die Freude an der Musik geblieben ist.

Die Blacky’s haben ja ein riesiges Repertoire – wie schwer ist es da als Neuling einzusteigen?

Ja, die Band hat ein riesiges Repertoire, circa 340 Stücke. Dabei gibt es spezielle Stücke für Latin- und Standard-Tanzmusik, Stücke zur Unterhaltung, neuere Pop-Rockmusik und auch viele Jazzstücke. Da wir immer gezielt die Stücke proben, die beim nächsten Auftritt gespielt werden, kann sich ein Neuling jederzeit einfach dazusetzen und ausprobieren, was schon geht. Und natürlich freuen wir uns über jedes neue Mitglied!

Info: Konzert auf der Burg

Der nächste Jubiläumsauftritt ist am 3. Oktober (Feiertag) auf der Burgruine Hohennagold. Die Blacky’s Big Band bewirtet die Burg ab 11 Uhr, Live-Auftritte sind zwischen 12 und 15.30 Uhr eingeplant.

Zur Person

Klaus Herrmann
wurde 1955 geboren, machte 1974 sein Abitur in Nagold. Ende der 1970er, Anfang der 1980er-Jahre absolvierte er sein Musikstudium an der Musikhochschule Heidelberg/Mannheim.

Musikalische Tätigkeiten
Mitglied im Bundesstudentenorchester, Aushilfstätigkeit im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, Mitglied bei der LE-Big-Band, Instrumentallehrer an verschiedenen Musikschulen, ab circa 1990 nur noch in Nagold.