Vorsicht bei Starkregen
: Wie sich Autofahrer bei Aquaplaning-Gefahr richtig verhalten

Bei Regen steigt das Unfallrisiko: Durch sogenanntes Aquaplaning verliert das Auto den Kontakt zur Straße und wird unberechenbar. So können sich Verkehrsteilnehmer bei nasser Fahrbahn verhalten, um die Gefahr zu reduzieren.
Von
Julia Maria Meene
Oberndorf
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Bei starkem Regen steigt das Risiko für Aquaplaning. (Symbolfoto)

dpa-Klaus-Dietmar Gabbert

Starker Regen kann zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr führen. Wenn sich ein Wasserfilm auf der Fahrbahn bildet, nimmt die Unfallgefahr rapide zu. Wir haben beim Allgemeinen Deutschen Automobil Club (ADAC) nachgefragt, wie sich Verkehrsteilnehmer bei Aquaplaning-Gefahr verhalten sollten.

Aquaplaning entsteht durch das Aufschwimmen des Reifens auf der nassen Straße, erklärt Holger Bach, Abteilungsleiter für Verkehr & Umwelt beim ADAC Württemberg. „In diesem Fall schieben sich die Wassermassen wie ein Keil zwischen den Straßenbelag und den Autoreifen.“ Die Reifen können die Wassermassen nicht mehr verdrängen und verlieren den direkten Kontakt zur Straße – die Fahrzeuge werden unbeherrschbar und unberechenbar.

So wird Aquaplaning frühzeitig erkannt

Aquaplaning kann sehr plötzlich auftreten: Deshalb sollte man bereits bei ersten Anzeichen besonders aufmerksam sein und die Fahrweise sofort anpassen, weiß der Experte. Um die Gefahr frühzeitig zu erkennen, sollte man laut Bach die Gischt- und Wasserschwall an den Rädern vorausfahrender Fahrzeuge beobachten. Ein weiteres Warnsignal sind schwächer werdende Kräfte am Lenkrad. Besonders bei heckgetriebenen Fahrzeugen sei das Aufschwimmen der Vorderräder nämlich schwer zu erkennen.

Außerdem helfe es, das Radio während der Fahrt leiser zu drehen, um Änderungen der Motordrehzahl und der Wassergeräusche besser wahrnehmen zu können. Bach erklärt: „Aquaplaning kündigt sich oft durch ein lauteres Geräusch an.“ Dann rausche überschüssiges Wasser durch den Radkasten und strahlt an den Unterboden des Autos.

Wie Autofahrer die Gefahr reduzieren können

Um Unfälle zu vermeiden, sollten Verkehrsteilnehmer ihre Fahrweise bei nasser Fahrbahn frühzeitig anpassen. Der wichtigste Tipp lautet: „Runter vom Gas!“ Bei schwierigen Witterungs- und Straßenverhältnissen empfiehlt sich laut Bach ein Tempo deutlich unter 80 Kilometer pro Stunde. Dies gelte besonders für heckgetriebene Fahrzeuge und für Fahrzeuge, deren Reifen nicht mehr ganz neu sind.

Außerdem helfe es, Spurrillen zu vermeiden und versetzt dazu zu fahren – denn dort kann das Wasser nicht richtig ablaufen. Diese befinden sich häufig auf der rechten Spur von stark befahrenen Bundesstraßen und Autobahnen.

Wenn das Auto bereits durch Aquaplaning schwimmt, hilft es, den Fuß vom Gas zu nehmen, auszukuppeln und das Lenkrad gerade zu halten, bis die Reifen wieder Kontakt zur Straße haben. „Heftige Lenkbewegungen sind bei starkem Regen grundsätzlich tabu.“ Beschleunigen sollte man erst wieder, wenn die Räder wieder im Kontakt mit dem Boden sind.

Bei Automatik- und Elektroautos rät Bach: „Die Fahrstufe in keinem Fall wechseln. Den Fuß behutsam vom Gas nehmen, sodass keine Motorbremse erfolgt.“

Das gilt für Motorradfahrer bei nasser Fahrbahn

Zwar trete Aquaplaning bei Motorrädern in der Regel nicht so häufig auf – Grund dafür ist die runde Form der Reifen – trotzdem sind nasse Straßen auch für Zweiräder gefährlich: Denn oft bildet sich ein schmieriger Film auf der Straße, der besonders in Kurven zu Stürzen führen kann. „Auch Gullydeckel und Fahrbahnmarkierungen werden in Verbindung mit Wasser glatt und rutschig und verlangen somit die volle Aufmerksamkeit“, weiß Bach.

Insgesamt sei es ratsam, bei Regen auf Landstraßen und Autobahnen vorsorglich das Tempo zu drosseln. Außerdem sollte der Abstand zum Vordermann vergrößert werden, um genügend Reaktionszeit zu haben.

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