Versuchter Mord an Frühchen
: Sohn in Tübinger Klinik vergiftet? Prozess gegen Mutter

Weil sie laut Anklage Aufmerksamkeit haben wollte, soll eine junge Mutter ihrem Frühgeborenen auf einer Intensivstation eine Überdosis Koffein verabreicht haben. Nun steht sie deswegen vor Gericht.
Von
dpa
Tübingen
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Der Mutter wird versuchter Mord vorgeworfen.

Bernd Weißbrod/dpa
  • In Tübingen beginnt ein Prozess: Mutter soll Frühchen Koffein-Überdosis verabreicht haben.
  • Die 25-Jährige steht wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht, Start am Mittwoch um 9.00 Uhr.
  • Der Säugling war mehrere Tage in lebensbedrohlichem Zustand – acht Verhandlungstermine geplant.
  • Laut Anklage suchte die Mutter Aufmerksamkeit für sich; Urteil könnte Mitte Oktober fallen.
  • Ähnlicher Fall in Heidelberg: 26-Jährige erhielt Haft, Sachverständiger nannte Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Hat sie ihrem Sohn in einem Krankenhaus in Tübingen eine Überdosis Koffein gespritzt, um selbst mehr Aufmerksamkeit zu bekommen?

Wegen dieses Vorwurfs der Staatsanwaltschaft muss sich eine 25 Jahre alte Frau von Mittwoch an (9.00 Uhr) vor dem Landgericht Tübingen verantworten. Für den Prozess hat das Gericht zunächst acht Verhandlungstermine angesetzt. Ein Urteil könnte demnach Mitte Oktober fallen.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau versuchten Mord vor. Sie soll den Ermittlungen zufolge ihrem frühgeborenen Sohn, der in Tübingen auf einer Intensivstation versorgt wurde, heimlich eine Überdosis Koffein verabreicht haben. Dadurch sei der Säugling mehrere Tage in einem lebensbedrohlichen Zustand gewesen, teilte das Gericht mit.

Die Anklage geht davon aus, dass die Mutter damit Aufmerksamkeit und Zuwendung für sich selbst haben wollte.

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Kein Einzelfall

Einen ähnlichen Fall hatte es im vergangenen Jahr in Heidelberg gegeben. Dort war eine 26 Jahre alte Mutter zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie ihrer dreijährigen Tochter mehrfach über einen Venenzugang Keime gespritzt haben soll.

Ein Sachverständiger vermutete in dem Fall das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Eltern, die diese Störung haben, machen ihre Kinder absichtlich krank, um Anerkennung zu bekommen und sich selbst als aufopferungsvolle Menschen darzustellen.