Tipps der Polizei
: So gehen Schockanrufer und falsche Polizisten vor

Telefonbetrüger setzen auf Angst, Zeitdruck und erfundene Notlagen. Besonders ältere Menschen geraten immer wieder ins Visier von Schockanrufern. Wie Betroffene richtig handeln – und wie sie sich präventiv schützen können.
Von
Celina Drews
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Am Telefon schildern Betrüger eine erfundene Notlage und versuchen, ihre Opfer dadurch zur Herausgabe von Geld oder Wertgegenständen zu bewegen. (Symbolfoto)

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  • Telefonbetrüger setzen auf Schockanrufe und falsche Polizisten – Ziel sind oft Ältere.
  • Im Bereich Konstanz wurden 2025 52 Anrufstraftaten erfasst, Schaden 1,7 Millionen Euro.
  • Aus dem Ausland kamen 431 Fälle mit rund zwei Millionen Euro Schaden, deutlich weniger als zuvor.
  • Maschen: Unfall mit Kautionsforderung oder angebliche Sicherung von Wertsachen durch „Polizei“.
  • Polizei rät: sofort auflegen, 110 wählen, keine Werte übergeben, Identität prüfen, Telefonbucheintrag ändern.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein Anruf, ein vermeintlicher Verkehrsunfall und plötzlich geht es um eine hohe Kaution: Mit sogenannten Schockanrufen versuchen Betrüger immer wieder, Menschen um ihr Geld und ihre Wertsachen zu bringen. Auch im Raum Tuttlingen, Rottweil und im Schwarzwald-Baar-Kreis sind diese Fälle ein wiederkehrendes Phänomen.

Allein im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Konstanz wurden 2025 insgesamt 52 sogenannte Anrufstraftaten registriert. Der dabei entstandene Schaden: 1,7 Millionen Euro. Damit blieb die Zahl der Taten laut Polizei zwar auf dem Niveau des Vorjahres, doch hat sich die Schadenssumme dagegen nahezu verdoppelt.

Noch höher liegt die Zahl der Fälle, die aus dem Ausland heraus begangen wurden: 431 Fälle mit einem Schaden von rund zwei Millionen Euro registrierte die Polizei 2025 in ihrem Zuständigkeitsbereich. Allerdings ist hier ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 197 Fälle beziehungsweise 31,3 Prozent weniger registriert.

Das Spiel mit der Angst und der Zeit

In beiden Statistiken sind sogenannte Schockanrufe die bestimmende Fallgruppe. Insgesamt registrierte die Polizei 329 solcher Anrufe sowie 153 Fälle, in denen sich Täter als Polizisten oder andere Polizeibeamte ausgaben.

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Bei sogenannten Schockanrufen setzen die Täter gezielt auf Angst und Zeitdruck. Am Telefon schildern sie eine erfundene Notlage und versuchen, ihre Opfer dadurch zur Herausgabe von Geld oder Wertgegenständen zu bewegen.

Besonders häufig betroffen sind sogenannte lebensältere Menschen. Die Täter suchen laut Fabian Herkommer, Polizeisprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, gezielt in Telefonbucheinträgen nach Vornamen, die sie älteren Menschen zuordnen. „Am ehesten lässt sich daher der Anruf eines Telefonbetrügers durch das Löschen des Telefonbucheintrags vermeiden“, rät Herkommer.

Das sind die Maschen der Betrüger

Ein besonders häufig beobachtetes Szenario: Die Betrüger behaupten, ein naher Angehöriger habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Um eine angeblich drohende Haftstrafe abzuwenden, müsse nun eine Kaution gezahlt werden. Die Situation wird dabei bewusst dramatisch dargestellt, damit die Betroffenen möglichst wenig Zeit haben, die Geschichte zu hinterfragen oder Rücksprache mit Angehörigen zu halten.

Auch die Masche mit falschen Polizeibeamten ist weiterhin verbreitet. Hier erzählen die Täter beispielsweise, in der Nachbarschaft seien Einbrecher festgenommen worden. „Die Betrüger versuchen so an Wertgegenstände und Bargeld zu gelangen, welches sie angeblich vorläufig sicher verwahren“, so der Polizeisprecher. Tatsächlich verschwinden sie aber mit den Tätern.

Oftmals versuchen die Täter auch, sich unter Vorlage gefälschter Dienstausweise Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen. Dabei nutzen sie mitunter sogenanntes Call-ID-Spoofing, sodass auf dem Display der Angerufenen eine vermeintliche Polizeinummer erscheinen kann. Die Polizei betont jedoch: Sie wird niemals am Telefon oder an der Haustür die Herausgabe von Geld oder Wertsachen verlangen. Auch wird sie niemals per Post, E-Mail oder am Telefon zur Zahlung von Geldbeträgen auffordern oder gar mit einer Inhaftierung drohen.

Was tun bei einem Schockanruf?

Wer einen Schockanruf erhält, sollte sich nicht unter Druck setzen lassen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums gilt vor allem: sofort auflegen und die Polizei unter 110 verständigen. Ruft der Betrüger erneut an, solle ebenfalls sofort aufgelegt werden.

Die Polizei rät zudem, grundsätzlich keine unbekannten Personen in die Wohnung zu lassen und sich von angeblichen Amtspersonen den Dienstausweis zeigen zu lassen. Bei Zweifeln sollten Betroffene die Telefonnummer der zuständigen Behörde heraussuchen und dort nachfragen. Währenddessen soll der Besucher vor der verschlossenen Tür warten.

Am Telefon gilt: keine Angaben zu den eigenen finanziellen Verhältnissen machen und im Zweifel einfach auflegen. Geld oder Wertsachen sollten niemals an unbekannte Personen übergeben werden.

Telefonbucheintrag ändern oder löschen

Wer seinen Vornamen im Telefonbuch lediglich abkürzen lässt oder ganz darauf verzichtet, macht es Betrügern schwerer, gezielt nach älteren Menschen zu suchen. Den Eintrag können Betroffene beispielsweise mithilfe eines offiziellen Formulars über ihren Telefonanbieter ändern oder löschen lassen.