Suche nach Atommüllendlager
: „Kein Standort mit bester Eignung“ – Region Ulm ausgeschieden

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat einen neuen Arbeitsstand ihrer Standortsuche für ein Atommüllendlager präsentiert. Die Region Ulm gilt zwar als gut geeignet, aber nicht als bestes Gebiet.
Von
Verena Eisele
Region Ulm
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Debatte um Atommüll-Endlager: Gelbe Tonnen mit einem Radioaktiv-Zeichen stehen bei einer Demonstration in Gorleben. (zu dpa: «Suche nach Atommüll-Endlager: Das wird heute wichtig»)

Die Region Ulm fällt bei der Endlagersuche in die Kategorie B.

Sebastian Kahnert/dpa
  • BGE stuft die Region Ulm als „gut geeignet“, aber nicht als bestes Gebiet ein.
  • Die Region fällt in Kategorie B – sie scheidet als möglicher Endlagerstandort aus.
  • Laut BGE gibt es nun keine „grauen Flecken“ mehr, ganz Deutschland ist bewertet.
  • Ende 2027 will die BGE fünf bis zehn Regionen für oberirdische Erkundungen vorschlagen.
  • Die Einordnung ist nicht rechtsverbindlich; Bundestag legt am Ende die Standortregionen fest.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Die Region Ulm ist aus der Suche nach einem potenziellen Standort für ein Atommüllendlager ausgeschieden. Das hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) am Dienstag bekannt gegeben.

Demnach fällt die gesamte Region in die Kategorie B, das heißt, die Region gilt zwar als „gut geeignet“, aber nicht als am besten. „Wir sind in der Abwägung dazu gekommen, das ist ein guter Standort, aber kein Standort mit der besten Eignung“, sagt Lisa Seidel von der BGE beim Pressetermin.

Andere Gebiete in Deutschland besser geeignet

Die Region galt bislang aufgrund des dortigen Vorkommens von Opalinuston als möglicher Standort. Zwar sei das Wirtsgestein grundsätzlich gut geeignet, im Vergleich zu anderen Gebieten hätten sich jedoch einige geologische Nachteile gezeigt. Dazu zählten unter anderem eine geringere Mächtigkeit des Gesteins sowie weitere Besonderheiten der Gesteinsschichten und der Grundwasserverhältnisse. „Das war nachteilig in der Sicherheitsabwägung“, so Seidel. Und Geschäftsführerin Iris Graffunder ergänzt: „Wir haben in Deutschland richtig gute Zonen, teils deutlich bessere Formationen.“ Daher sei die Region trotz guter, aber eben nicht sehr guter Eignung, ausgeschieden.

Schwarzwald verbleibt im Verfahren

Das bundeseigene Unternehmen ist mit der Standortsuche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle beauftragt und hat nun einen neuen Arbeitsstand veröffentlicht. Ab sofort gibt es keine „grauen Flecken“ mehr auf der Deutschlandkarte, fast das gesamte Bundesgebiet ist also bewertet und kategorisiert worden, erstmalig nun auch der Norden Deutschlands. Weniger als fünf Prozent des Bundesgebietes verbleiben im Auswahlverfahren. In Baden-Württemberg verbleiben Gebiete im nördlichen und südlichen Schwarzwald, die weiter geprüft werden. Die Suche wird damit konkreter, eine endgültige Entscheidung über mögliche Standorte steht aber noch aus.

„Wir haben in Deutschland richtig gute Zonen“

Ende 2027 will die BGE etwa fünf bis zehn Standortregionen vorschlagen, die anschließend oberirdisch erkundet werden sollen. Bis zum finalen Standortregionen-Vorschlag werden die Teilgebiete stufenweise als ungeeignete, wenig geeignete und gut geeignete Gebiete kategorisiert.

Die neue Einordnung ist noch nicht rechtsverbindlich. Erst nach Vorlage der Gesamtergebnisse und Prüfung gehe eine begründete Empfehlung an das Bundesumweltministerium. Am Ende sollen die Standortregionen vom Bundestag festgelegt werden. Graffunder geht davon aus, dass ein Standort definitiv gefunden wird: „Wir haben in Deutschland richtig gute Zonen, es ist die Qual der Wahl.“

In etwa 40 bis 50 Jahren, so die aktuelle Prognose, könnte man sich in Deutschland für einen Standort entscheiden. Wie lange die Bauzeit dann dauern wird, weiß im Augenblick niemand.

Um 14 Uhr geht die aktualisierte Karte der BGE online. In der interaktiven Anwendung können alle Interessierten den Bearbeitungsstand ihrer Region einsehen.