Schwarzwald boomt: Rekordjahr für den Tourismus

Die Jahrestagung der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) fand dieses Mal im historischen Ballsaal Berlin im Europa-Park in Rust statt, wo STG-Chef Hansjörg Mair glänzende Zahlen präsentierte.
Heimatlichter Schwarzwald Tourismus GmbHDer Tourismus im Schwarzwald boomt weiter: 2024 verzeichnete die Region neue Höchstwerte mit 9,2 Millionen Gästen und mehr als 23,3 Millionen Übernachtungen in gewerblichen Betrieben. Rechnet man private Unterkünfte und Tagesreisen hinzu, belief sich die Gesamtzahl der Aufenthalte auf rund 156 Millionen. Diese Zahlen präsentierte die Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) bei ihrer Jahrestagung am Montag im Europa-Park Rust (Ortenaukreis) unter dem Motto „Europa: unsere Heimat, unsere Werte, unser Kernmarkt“.

Die STG-Vorsitzenden Christian Ante und Thorsten Erny im Gespräch mit Julica Goldschmidt (von links)
Foto: Heimatlichter Schwarzwald Tourismus GmbHRund 400 Touristiker, Politiker und Branchenvertreter waren der Einladung gefolgt. Der wirtschaftliche Stellenwert des Tourismus für die Region stand im Fokus der Tagung. Landrat Christian Ante (Breisgau-Hochschwarzwald), Vorsitzender des STG-Aufsichtsrats, hob hervor: „Der Tourismus erwirtschaftete 2024 im Schwarzwald einen Bruttoumsatz von über 8,2 Milliarden Euro. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen tragen diese Entwicklung und schaffen mit regionalem Angebot authentische Erlebnisse für Gäste.“
Schwarzwald entwickelt sich zum Vorzeigemodell für nachhaltigen Tourismus
Ein eindrucksvolles Beispiel für grenzüberschreitende Wertschöpfung präsentierte Landrat Thorsten Erny (Ortenaukreis), Vorsitzender der STG-Gesellschafterversammlung: Eine Studie der Universität St. Gallen zeige, dass der Europa-Park im Geschäftsjahr 2023/24 mit Besucher- und Betriebsausgaben 896 Millionen Euro Umsatz in Baden-Württemberg sowie 156 Millionen Euro im Elsass generiert habe. „Touristische Impulse enden nicht an der Landesgrenze“, betonte Erny.
STG-Geschäftsführer Hansjörg Mair betonte die Bedeutung der europäischen Nachbarmärkte: „Über 90 Prozent der Übernachtungen aus dem Ausland stammen aus Europa – mit der Schweiz, den Niederlanden und Frankreich an der Spitze.“ Besonders erfreulich seien die Zuwächse aus Spanien und Italien mit über 20, beziehungsweise 8 Prozent. „Durch die Klimaveränderungen sehen wir wachsende Chancen in süd- und nordeuropäischen Märkten. Der Schwarzwald punktet mit gemäßigtem Klima und Naturerlebnis“, betonte Mair.

Talkrunde zum Thema „Europa: unsere Heimat, unsere Werte, unser Kernmarkt“ mit (von links) Marc Levy (Direktor des elsässischen Tourismusverbands Alsace Destination Tourisme, ADT), Corina Meroth (Director Hospitality and Business Development Home Vitra), Roland Mack (Inhaber Europa-Park), Udo Bux (Leiter Verbindungsbüro Europa-Parlament), Petra Hedorfer (Geschäftsführerin Deutsche Zentrale für Tourismus) und Letizia Elia (CEO Basel Tourismus)
Foto: Heimatlichter Schwarzwald Tourismus GmbHNeben Zahlen und Analysen stellte der STG-Chef neue Projekte vor, darunter die KI-gestützte „Schwarzwald Marie“, die digitale Konus-Gästekarte, nachhaltige Mobilitätskonzepte, den Hotelwettbewerb „Designed to stay“, ein Kompetenzteam Weintourismus sowie die Erweiterung der Architekturroute Schwarzwald.
Eine Talkrunde mit europäischen Tourismus-Experten vertiefte das Tagungsthema. Petra Hedorfer (Deutsche Zentrale für Tourismus), Roland Mack (Europa-Park), Letizia Elia (Basel Tourismus), Corina Meroth (Vitra), Marc Levy (ADT Elsass) und Udo Bux (EU-Parlament) diskutierten Marktprognosen, europäische Werte im Tourismus sowie die Chancen der Dreiländerregion. Fazit: Der Schwarzwald bleibt nicht nur eine der führenden Ferienregionen Deutschlands, sondern entwickelt sich zunehmend zum europäischen Vorzeigemodell für nachhaltigen, regional verankerten Qualitätstourismus.