Nach Großbränden in der Region
: Was Feuer auf Bauernhöfen so gefährlich macht

Mehrere Großbrände auf Bauernhöfen haben zuletzt in der Region für Aufsehen gesorgt. Experten erklären, warum sich Feuer dort besonders schnell ausbreiten können.
Von
Manuel Virág
Schwarzwald/Zollernalb
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Brand auf Aussiedlerhof: Die Feuerwehr bekämpft einen Brand auf einem Aussiedlerhof. Zwei Angehörige der Feuerwehr zogen sich dabei leichte Verletzungen zu und wurden in ein Krankenhaus gebracht. Nach bisherigem Kenntnisstand verendeten einig Hundert Gänse und Hühner. (zu dpa: «Nach Brand auf Geflügelhof: Menschen spenden im Netz»)

Im September brannte ein Geflügelhof in Grosselfingen (Zollernalbkreis). Nach bisherigem Kenntnisstand verendeten einige Hundert Gänse und Hühner.

Nicklas Walther/onw-images/dpa
  • Mehrere Großbrände trafen zuletzt Höfe in Grosselfingen, Gutach, Obermusbach und Rottweil.
  • Auf Höfen beschleunigen Heu, Stroh, Futtermittel und Technik die Brandausbreitung.
  • Große Gebäudekomplexe und abgelegene Lagen erschweren Löschwasser und Einsätze.
  • Experten sehen keine ungewöhnliche Häufung und keinen klaren gemeinsamen Auslöser.
  • Vorbeugung: Anlagen warten, Brandmelder nutzen, Zufahrten und Löschwasser sichern.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine schwarze Rauchwolke verdeckte im September den Himmel in Grosselfingen (Zollernalbkreis). Auf einem Geflügelhof kam es zu einem Großbrand, die Feuerwehr war die ganze Nacht hindurch im Einsatz. Ähnlich sah es innerhalb kurzer Zeitabstände in Gutach (Ortenaukreis), Obermusbach (Kreis Freudenstadt) und Rottweil aus: Landwirtschaftliche Gebäude standen in Flammen.

Die Brände werfen Fragen auf. Warum können Feuer auf Bauernhöfen ein solches Ausmaß erreichen? Gibt es derzeit eine ungewöhnlich hohe Brandgefahr? Und was können Landwirte tun, um das Risiko zu verringern?

Heu, Stroh und Maschinen erhöhen das Risiko

Landwirtschaftliche Betriebe bringen gleich mehrere Faktoren zusammen, die bei einem Brand problematisch werden können. Darauf weist der Kreisbrandmeister des Ortenaukreises, Bernhard Frei, hin. In den Gebäuden befinden sich häufig große Mengen brennbarer Stoffe wie Heu, Stroh oder Futtermittel. Gleichzeitig werden dort elektrische Maschinen und Anlagen betrieben.

Kommt es zu einem Feuer, kann diese Kombination dazu beitragen, dass sich die Flammen schnell und intensiv ausbreiten. Freudenstadts Kreisbrandmeister Daniel Schwaderer nennt zudem gelagertes Benzin und Dünger als weitere Stoffe, die bei einem Brand eine Rolle spielen können.

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Hinzu kommt die Bauweise vieler landwirtschaftlicher Anwesen. Oft handelt es sich um große und zusammenhängende Gebäudekomplexe. Dadurch kann sich ein Feuer von einem Gebäudeteil auf den nächsten ausbreiten.

Abgelegene Höfe erschweren Löscharbeiten

Auch die Lage vieler Bauernhöfe stellt die Feuerwehren vor Herausforderungen. Landwirtschaftliche Betriebe befinden sich häufig außerhalb geschlossener Ortschaften. Eine ausreichende Löschwasserversorgung steht dort nicht immer unmittelbar zur Verfügung.

Dann müssen die Einsatzkräfte das benötigte Wasser teilweise über längere Strecken zur Brandstelle transportieren oder entsprechende Leitungen aufbauen. Das bindet Personal und kostet Zeit.

Eine zusätzliche Herausforderung können Tiere in den betroffenen Gebäuden sein. Müssen Rinder, Geflügel oder andere Tiere aus Ställen gerettet werden, sind dafür ebenfalls Einsatzkräfte erforderlich. Gleichzeitig muss die eigentliche Brandbekämpfung aufgebaut und ausreichend Löschwasser an die Einsatzstelle gebracht werden.

Ist die Zahl der Bauernhof-Brände gestiegen?

Dass innerhalb kurzer Zeit mehrere Bauernhöfe in der Region von Großbränden betroffen waren, bedeutet nach Einschätzung der beiden Kreisbrandmeister allerdings nicht, dass solche Feuer derzeit grundsätzlich häufiger auftreten.

Einsatzkräfte bekämpfen in der Nacht auf Montag einen Großbrand in Gutach im Ortenaukreis.

Ein Großbrand auf dem Schwarzwaldhof in Gutach im Ortenaukreis.

onw-images

„Nein, es ist für mich keine Mehrung der Brandereignisse in diesen Bereichen erkennbar“, sagt Frei. Auch Schwaderer kann keine außergewöhnliche Häufung oder einen generellen Anstieg von Großbränden auf landwirtschaftlichen Betrieben feststellen.

Ebenso wenig sehen die Experten bei den jüngsten Fällen einen pauschalen Zusammenhang mit trockenen Sommermonaten oder dem Klimawandel. „Hier muss man zwischen Gebäudebränden und Vegetations-/Feldbränden unterscheiden. Bei einem klassischen Scheunenbrand ist Trockenheit normalerweise nicht die eigentliche Ursache“, beobachtet Frei.

„Ein Kurzschluss oder ein technischer Defekt wird nicht allein deshalb zum Zündfunken, weil es draußen trocken ist.“ Eine gemeinsame Ursache oder ein übergreifendes Muster lässt sich bei den jüngsten Großbränden nach Einschätzung der Kreisbrandmeister nicht erkennen.

So können Bauern besser vorbeugen

Landwirte können jedoch einiges tun, um das Brandrisiko auf ihren Höfen zu reduzieren. Eine wichtige Rolle spielt nach Angaben von Frei die regelmäßige Kontrolle und Wartung elektrischer Anlagen und landwirtschaftlicher Maschinen.

„Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass sich beispielsweise in Motor- und Maschinenbereichen keine größeren Mengen an Stroh, Staub oder anderen brennbaren Materialien ansammeln“, empfiehlt der Kreisbrandmeister.

Neben einer ausreichenden Zahl geeigneter Feuerlöscher können technische Systeme helfen, einen entstehenden Brand möglichst früh zu entdecken. Dazu zählen etwa automatische Brandmeldeanlagen oder Systeme zur Überwachung der Temperatur.

Entscheidend ist aus Sicht der Feuerwehr außerdem, schon vor einem möglichen Ernstfall an die Bedingungen für die Einsatzkräfte zu denken. Zufahrtswege zum Hof sollten frei bleiben. Löschwasser-Entnahmestellen sollten gut erreichbar und eindeutig gekennzeichnet sein.

Denn gerade bei einem Brand auf einem abgelegenen landwirtschaftlichen Anwesen kann jede Minute entscheidend sein – insbesondere dann, wenn sich große Mengen brennbaren Materials in den Gebäuden befinden und gleichzeitig Menschen oder Tiere gerettet werden müssen.