Nach Empörung auf Social Media: Cem Özdemirs Frau Flavia Zaka reagiert auf Anfeindungen

«Ich kann verstehen, dass viele Menschen denken, dass ich Deutsch sprechen sollte», sagte Flavia Zaka, nachdem sie in einem Interview auf Englisch geantwortet hatte. (Archivbild)
Marijan Murat/dpa- Nach Interview auf Englisch reagiert Flavia Zaka mit Verständnis auf Kritik in sozialen Medien.
- Sie sagt, viele erwarteten, dass sie Deutsch spricht, und sie könne das nachvollziehen.
- Zaka betont Wert von Schwäbisch für viele Menschen – Sprache solle gepflegt und vertreten sein.
- Sie brauche Zeit, ihren Zugang zu Sprache und Dialekt zu finden – Migrationsgeschichte prägt sie.
- Zaka fühlt sich oft als Außenseiterin, sieht darin aber auch neue Perspektiven auf Kultur und Leben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Frau von Ministerpräsident Cem Özdemir, Flavia Zaka, hat mit Verständnis auf die Aufregung nach ihrem Interview auf Englisch reagiert. „Ich kann verstehen, dass viele Menschen denken, dass ich Deutsch sprechen sollte“, sagte sie der „Schwäbischen Zeitung“. In den sozialen Medien hatten sich Menschen darüber empört, dass sie auf Englisch geantwortet hatte.
„Natürlich möchten diejenigen, für die Schwäbisch ihre vertrauteste Sprache ist, diese Sprache gepflegt, geschützt und von Menschen in repräsentativen Positionen vertreten sehen“, so Zaka. Sie wisse, „wie es sich anfühlt, wenn man nicht das Gefühl hat, dass die eigene Sprache mit Stolz getragen und repräsentiert wird“. Gleichzeitig brauche auch sie Zeit, um ihren eigenen Zugang zu der Sprache und zum Dialekt zu finden.
Zaka: Ich bin immer wieder Außenseiterin
Es gebe regelmäßig Aufregung darüber, dass sie in Interviews nicht Deutsch spreche, sagte Zaka. „Es geht um Fragen dazu, wie ich mich in die deutsche Kultur, die schwäbische Kultur und das politische Leben einfinde. Und das alles zusätzlich vor dem Hintergrund meiner Migrationsgeschichte.“ Zaka ist gebürtige Albanerin, wanderte aber in jungen Jahren nach Kanada aus und lebt seit kurzer Zeit in Baden-Württemberg.
„Das ist einfach eine Tatsache meines Lebens: Ich komme immer wieder in neue Umfelder, in denen ich zunächst eine Außenseiterin bin. Das ist manchmal sehr schwierig.“ Gleichzeitig eröffne ihr ihre Migrationsgeschichte auch neue Perspektiven, so Zaka. „Man sieht sich selbst, die eigenen Bräuche und Gewohnheiten in einem neuen Licht, wenn eine andere Kultur zum Vergleichspunkt wird. Man begegnet anderen Formen, miteinander zu leben, zu feiern und mit Herausforderungen umzugehen.“
