Maulwurf, Wühlmaus oder Fuchs?: Was gräbt da Löcher in meinem Garten?

Was gräbt da wieder in meinem Garten herum?
Patrick Pleul/dpa/dpa-tmnEs gibt wohl kaum einen Gartenbesitzer, der sich das noch nie gefragt hat: „Was gräbt da unter meinem Garten?“ Denn von unseren tierischen Untermietern bekommen wir meistens nicht viel mit, sehen nur ihre Spuren - vor allem in Form von Erdhügeln auf oder Löchern in unseren Beeten oder im Rasen.
Was aber die Verursacher dieser Löcher und Hügel sind, das kann man so ohne Weiteres oft nicht sagen. Doch in den meisten Fällen gibt es Anzeichen, wer hinter den Spuren im Garten steckt - Maulwurf, Wühlmaus oder etwas ganz anderes?
Maulwurf oder Wühlmäuse?
Zu den bekanntesten Bewohnern des Gartens gehören Maulwurf und Wühlmaus. Ersterer ist eigentlich ein nützlicher Gartenbewohner, da der kleine Gräber, der – wie der ihm verwandte Igel - zu den Insektenfressern gehört, mit seinem eifrigen Buddeln die Erde auflockert und dabei auch allerlei Schädlinge verputzt.

Zu Gesicht bekommt man den Maulwurf nur selten. Seine Spuren sind aber nicht zu übersehen.
Foto: Agami/T. Douma/blickwinkel/dpaLöcher findet man von Maulwürfen nur sehr selten, da der kleine Gartenbewohner diese möglichst schnell wieder verschließt. Stattdessen sieht man von Maulwürfen im Normalfall nur die bekannten Hügel. Die können durchaus lästig sein, sind aber, wenn man sie eingeebnet hat, schnell wieder begrünt.
Maulwurfshügel können eine beachtliche Größe erreichen – je nachdem, wie viel Erde der „Übeltäter“ nach oben geschafft hat. Sie sind von oben betrachtet beinahe kreisrund und enthalten fast kein Grün, da Maulwürfe sehr tief buddeln. Die Erde der Maulwurfshügel ist im Übrigen ausgezeichnete Anzuchterde: locker, feinkörnig und dabei recht nährstoffarm.
Der Maulwurf ist in Deutschland geschützt
Maulwürfe stehen in Deutschland unter Naturschutz, daher darf ihnen kein Schaden zugefügt werden. Sollte ein Zusammenleben mit dem kleinen Säuger jedoch ausgeschlossen sein, kann man Maulwürfe auch vertreiben – etwa mit Maulwurfschrecks, die laute Geräusche erzeugen.

Wühlmäuse sind nicht unbedingt gerne gesehene Bewohner eines Gartens.
Foto: Rolf Tischer/PixabayWühlmäuse sind problematischer. Anders als Maulwürfe fressen sie auch die Wurzeln von Pflanzen an und können so ganze Ernten zerstören. Ebenfalls anders als Maulwürfe graben Wühlmäuse ihre Tunnel eher dicht unter der Grasnarbe, sodass sich die Oberfläche darüber sogar leicht ausbeulen kann. Die Hügel von Wühlmäusen sind zudem deutlich asymmetrischer als die runden Hügel der Insektenfresser und außerdem von Pflanzenresten durchsetzt.
Mäuse, Ratten oder Kaninchen?
Wenn man weniger Hügel, sondern tatsächlich Löcher im Garten findet, handelt es sich vermutlich um ein anderes Tier - etwa eine Maus, Spitzmaus, Ratte, ein Kaninchen oder gewisse Insekten.
Rattenlöcher finden sich oft rund um Komposthaufen, sind relativ groß - bis zu 20 Zentimeter im Durchmesser - und dienen als Eingänge zu ihren Nestern. Vor einem Rattenbau findet sich manchmal spindelförmiger, glänzender Kot. Sollten Ratten in größerer Zahl im Garten leben, ist es ratsam, direkt das Ordnungsamt zu verständigen.
Spitzmäuse und Feldmäuse hinterlassen Löcher, die denen von Ratten optisch ähneln, aber deutlich kleiner sind – normalerweise bis maximal fünf Zentimeter im Durchmesser. Viele Spitzmäuse – die im Übrigen als Insektenfresser näher mit Igeln und Maulwürfen verwandt sind als mit Feld- oder Wühlmäusen - stehen ebenfalls unter Naturschutz.
Insekten hinterlassen kleine Löcher
Selten verirren sich auch Wildkaninchen in einen Garten. Deren Löcher sind ähnlich groß oder etwas größer als die von Ratten. Kaninchen bemerkt man aber, wenn man die Augen offen hält, auch schnell außerhalb ihrer Gänge herumhoppeln.

Auch Insekten können sichtbare Löcher hinterlassen.
Foto: Peter Zschunke/dpa-ZentralbildAuch viele Insekten und Würmer hinterlassen Löcher, etwa Maulwurfsgrillen, Regenwürmer, Erdhummeln oder Ameisen. Deren Löcher sind in der Regel maximal einen Zentimeter groß. Regenwurmlöcher erkennt man zudem an den erdigen Kothäufchen, die die Wirbellosen hinterlassen.