Landkreis Freudenstadt
: Mutmaßlicher Unterstützer der „Kaiserreichsgruppe“ legt Geständnis ab

Ein Mann aus dem Kreis Freudenstadt hat vor dem Oberlandesgericht Stuttgart eingeräumt, die mutmaßliche rechte Terrorgruppe „Kaiserreichsgruppe“ unterstützt zu haben.
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(red/dpa)
Oberndorf
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Der Mann soll eine terroristische Vereinigung unterstützt haben. (Symbolfoto)

Bernd Weißbrod/dpa

Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 41-Jährigen aus dem Landkreis Freudenstadt begonnen. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, die mutmaßliche rechte Terrorgruppe „Kaiserreichsgruppe“ unterstützt und damit eine terroristische Vereinigung gefördert zu haben.

Zum Prozessauftakt erklärte der Angeklagte, er sei während der Corona-Zeit „verblendet“ und „fehlgeleitet“ gewesen. Nach Überzeugung der Generalstaatsanwaltschaft wusste er spätestens seit Februar 2022 von den Umsturzplänen der Gruppe, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik beseitigen wollte. Mitglied sei er zwar nicht gewesen, doch habe er die Ziele der Vereinigung geteilt.

Entführung Karl Lauterbachs geplant

So stellte er unter anderem ein selbst entworfenes Formular in eine gemeinsame Chatgruppe ein, um Vorschläge für mögliche spätere „Reichskanzler“ und „Reichsverweser“ zu sammeln. Zudem nahm er im April 2022 an einem Treffen der Gruppierung in Brandenburg teil. Die Anklage lautete unter anderem auf Unterstützung einer terroristischen Vereinigung.

Gegen andere mutmaßliche Mitglieder der „Kaiserreichsgruppe“ ergingen bereits mehrjährige Haftstrafen. Nach Angaben der Ermittler plante die Gruppierung Sprengstoffanschläge auf die Stromversorgung, um diese wochenlang lahmzulegen. Außerdem wollte sie demnach den früheren Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) entführen.

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Sämtliche Vorwürfe eingeräumt

Der 41-Jährige räumte vor Gericht sämtliche Vorwürfe ein. Seine Aktivitäten bezeichnete er als dilettantisch, seine damaligen Aussagen als „unpopulär und teils heftig“. Er schäme sich dafür. Die Corona-Pandemie habe ihn stark belastet, er habe seinen inneren Kompass verloren.

Inzwischen habe er erkannt, dass Vereinigungen wie die „Kaiserreichsgruppe“ „egoistische Rachefeldzüge“ führten, und sich von diesen Ideologien distanziert.