Das sagt die Kirche
: „All I Want For Christmas“-Trend – ist es zu früh für Weihnachtsstimmung?

Das Weihnachtslied „All I Want For Christmas“ von Mariah Carey geht in den sozialen Netzwerken viral und die Zuschauer sind gespalten: Ist es noch zu früh für Weihnachtsstimmung oder kann es gar nicht früh genug sein? Wir haben mit der Kirche über das Thema gesprochen.
Von
Louisa Speicher
Oberndorf
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Viele Weihnachtsfans warten auf Social Media mit dem Schmücken nicht mehr bis zum Totensonntag.

Pixabay/Peggychoucair

Seit Wochen begeistern kurze Videos unter anderem die TikTok-Nutzer: Eine Person öffnet eine Tür und als nächstes sind die ersten Klänge des Weihnachtshits „All I Want For Christmas“ von Mariah Carey zu hören. Die Person im Video blickt erschrocken – und schon wird die Tür wieder zugeworfen.

Die Mimik der Darsteller ist eindeutig: „Ich bin noch nicht bereit!“, hört man sie beinahe rufen.

Die Meinungen in den Kommentaren unter diesen Videos gehen auseinander. Einige User finden, es sei noch zu früh, um Weihnachtslieder zu hören. Andere sind schon seit September in Weihnachtsstimmung. In den sozialen Netzwerken etwa zeigen viele Nutzer ihr vorweihnachtlich geschmücktes Zuhause schon lange vor November.

Der religiöse Aspekt des Weihnachtsfests wird dabei oft ignoriert. Aber was genau sagt die Kirche dazu, dass manche Leute ihr Haus schon im Oktober weihnachtlich dekorieren und sich „All I Want For Christmas“-Videos anschauen? Vor allem in der evangelischen Kirche etwa ist es Brauch, erst nach Totensonntag (dieses Jahr am 24. November) die Weihnachtsdeko anzubringen.

Das sagt die Kirche zur verfrühten Weihnachtsdeko

Alexander Köhrer, geschäftsführender Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Rottweil, hat eine einfache Antwort auf die Frage nach der Deko und den Liedern: „Weihnachten ist im Dezember. Das Oktoberfest ist nicht im Juli. Alles hat seine Zeit.“

Dem Pfarrer selbst ist die Vorliebe für verfrühte Weihnachtsdeko auch schon aufgefallen, schildert er. Er führt dies darauf zurück, dass man „im Zeitalter des Individualismus“ lebe. „Einzelne Menschen verlernen das Warten, dabei ist es umso schöner, wenn am 24. Dezember für jeden das Warten ein Ende hat und alle gemeinsam die Freude spüren“, bekräftigt er.

Dennoch solle jeder für sich selbst entscheiden, wann die Zeit zum Schmücken gekommen ist. Und trotzdem: Aus kirchlicher Sicht entstehe am Ende mehr Gemeinsamkeit, wenn man sich gedulde.

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