Bundesweiter Warntag: Warum um 11 Uhr Handys und Sirenen schrillen

Die Probewarnung ist entsprechend beschriftet. (Archivfoto)
dpa/Sina SchuldtUm 11 Uhr geht es los: Eine Probewarnung wird verschickt. Gegen 11.45 Uhr folgt die Entwarnung.
In den vergangenen Jahren sind viele Menschen in Deutschland aufgeschreckt, als die Sirenen in den Ortschaften heulten oder ihr Handy einen schrillen Ton abgab. Dahinter steckt der bundesweite Warntag.
Seit 2020 testet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) an jedem zweiten Donnerstag im September seine Warnsysteme. Dafür wird ab 11 Uhr auf verschiedenen Wegen eine Probewarnung ausgespielt, die im besten Fall jeden Bürger erreichen soll.
Wo wird gewarnt?
Für den bundesweiten Warntag sind auf Bundesebene das BBK, auf Landesebene die jeweiligen Innenministerien zuständig. Auf der Ebene der Kommunen sind in der Regel die für den Katastrophenschutz zuständigen Behörden verantwortlich.

Auch über Sirenen in den Kommunen kann gewarnt werden. (Symbolfoto)
Foto: dpa/Jens BüttnerWährend die Warnung auf Bundesebene festgelegt ist, können auf Ebene der Länder und Kommunen diese selbst entscheiden, am Warntag mit zusätzlichen Medien oder Mitteln teilzunehmen.
Auf welchen Wegen wird gewarnt?
Das BBK nennt elf verschiedene Wege, über die Warnungen weitergegeben werden. Dazu gehören für Smartphones die Warnapps wie NINA oder die BIWAPP, der Cell Broadcast, bei dem Warnungen direkt an (neuere) Handys verschickt werden oder auch über Social-Media-Postings. Online kommen Warnungen über verschiedene Medien hinzu sowie die Webseite www.warnung.bund.de.
Hinzu kommen, wenn die Kommunen sich freiwillig am Warntag beteiligen, Sirenen mit einem auf- und abschwellenden Heulton oder auch einem einminütigen Dauerton mit zweimaliger Unterbrechung. Letzteres ist das Signal für Feuerwehrleute. Mit einem einminütigen, ununterbrochenem Dauerton geben Sirenen Entwarnung.
Ansonsten werden die Warnungen auch über Radio und Fernsehen sowie Zeitungen weitergegeben. Auch an Fahrgastinformationssysteme oder digitalen Stadtinformationstafeln können die Meldungen ausgestrahlt werden.
Um möglichst viele Bürger mit den Warnungen zu erreichen setzt das BBK jedoch auch auf die gute, alte Variante „Von Tür zu Tür“. Die persönliche Weitergabe von Informationen und Warnungen sei wichtig und unersetzbar.
Was, wenn die Warnungen Traumata auslösen?
Vor allem bei Kindern, Geflüchteten aus Kriegsgebieten und älteren Menschen – oder auch bei Tieren – können die Warnungen Angst und Traumata auslösen. Das BBK empfiehlt daher, vorab das Gespräch zu suchen und auf die Situation (altersgerecht) vorzubereiten.
Bei Tieren sollten sich die Halter entsprechend vorbereiten. Wichtig, wie aber auch in den Meldungen klar wird: Es handelt sich um einen Probealarm.
Zudem können sich Bürger in ihrer Kommune erkundigen, auf welchen Wegen gewarnt wird und was zu erwarten ist.
Hintergrund des Warntags
Grundsätzlich hat der Warntag zwei Hauptziele: Zum einen wird die technische Infrastruktur bundesweit getestet und einer Belastungsprobe unterzogen. Zum anderen soll das Thema Warnung der Bevölkerung näher gebracht werden, damit im Ernstfall besser reagiert werden kann. Während 2020, 2021 und 2022 die Warntage noch an unterschiedlichen Tagen im Jahr stattfanden, wurde vor 2023 beschlossen, ihn jährlich am zweiten Donnerstag im September durchzuführen.
