Bahnhof in Stuttgart: Deutsche Umwelthilfe kündigt Kapazitätstest zu Stuttgart 21 an

Die Deutsche Umwelthilfe Umwelt will einen Kapazitätstest zu Stuttgart 21 durchführen lassen (Symbolbild).
Christoph Schmidt/dpa- DUH lässt die Kapazität des achtgleisigen Tiefbahnhofs Stuttgart 21 prüfen.
- Basis sind reale Daten eines ausgewählten Freitags im September – ein „Realitätscheck“.
- Auslöser ist Kritik von Werner Stohler am Stresstest von 2011 als „theoretisch“.
- 2011 bescheinigte SMA dem Bahnhof 49 Züge pro Stunde – DUH zweifelt das an.
- DUH will heutigen Verkehr aus dem Kopfbahnhof virtuell in den Tiefbahnhof verlegen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) lässt auf Basis konkreter Verkehrsdaten die Bewältigung des heutigen Zugverkehrs im achtgleisigen Stuttgarter Tiefbahnhof untersuchen. Grundlage der neuen Untersuchung sei der reale Zugverkehr eines ausgewählten Freitags im September, teilte die DUH am Donnerstag in Berlin mit. „Wir machen jetzt den Realitätscheck“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.
Anlass der neuen Berechnung ist die aktuelle Bewertung des offiziellen Stresstest für Stuttgart 21 aus dem Jahr 2011 durch Werner Stohler, ehemaliger Chef des Schweizer Verkehrsberatungsunternehmens SMA. Dieser sei „eine absolut theoretische wissenschaftliche Kapazitätsüberlegung“ gewesen, „die nichts mit der fahrplanmäßigen Realität zu tun hat“, hatte Stohler in einem Interview gesagt. Die Untersuchung des Schweizer Unternehmens bescheinigte damals, dass der Tiefbahnhof 49 Züge pro Stunde bewältigen könne.
Schienennahverkehr soll stark wachsen
„Seit 15 Jahren wissen Bund, Land und Stadt, dass sie fortlaufend von der Deutschen Bahn AG belogen wurden und werden, was die Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofs angeht“, sagte Resch. „Dieser ist zu klein, um auch nur den aktuellen Bahnverkehr in Stuttgart aufzunehmen.“ Laut dem Klimaschutzprogramm von 2023 solle sich der Schienennahverkehr bis 2030 verdoppeln und auch danach weiter wachsen. „Mit der von uns beauftragten Untersuchung wollen wir den realen heutigen Bahnverkehr im Stuttgarter Kopfbahnhof virtuell in den Tiefbahnhof verlegen.“
