Allerheiligen: Was steckt hinter dem 1. November?

Ein häufiger Brauch zu Allerheiligen ist es, die Gräber der verstorbenen Angehörigen zu schmücken. (Symbolfoto)
Sven Hoppe/dpaDer Anlass des Allerheiligenfestes findet sich bereits in seinem Namen. An diesem Tag gedenken vor allem katholische Christen ihren Heiligen.
“Doch an Allerheiligen werden nicht nur bekannte Heilige geehrt, sondern auch unbekannte, deren Heiligkeit nur Gott sieht. Denn heilig ist und wird nicht nur, wer jederzeit vorbildlich lebt und einen aufsehenerregenden Märtyrertod stirbt. Grundsätzlich ist jeder Mensch dazu berufen, heilig zu leben,“ schreibt das Erzbistum Köln auf seiner Homepage.
Doch wo kommt dieser Gedenktag eigentlich her? Wir haben die Geschichte des Feiertags zusammengefasst.
Geschichte von Allerheiligen
Ein Fest für alle Heiligen gibt es bereits seit dem 4. Jahrhundert. Der „Herrentag aller Heiligen“ wurde zu dieser Zeit am Sonntag nach Pfingsten gefeiert. In der griechisch-orthodoxen Kirche findet er heute noch an diesem Tag statt.
Papst Bonifatius IV. hingegen legte das Fest für die westliche Kirche im 7. Jahrhundert auf den Freitag nach Ostern.
Der bei uns heute geläufige Termin am 1. November kam ab dem 8. Jahrhundert, zunächst in Irland, auf. Die Verbindung von Allerheiligen zu Ostern verschwand langsam, stattdessen standen der Herbst und der damit einhergehende Wetterwechsel im Vordergrund. Papst Gregor IV. legte die Feierlichkeiten zu Allerheiligen dann im Jahr 835 für die gesamte Kirche auf den 1. November.
Wo ist Allerheiligen ein Feiertag?
Einzig in den katholisch geprägten deutschen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ist der 1. November ein gesetzlicher Feiertag. Es handelt sich in diesen Bundesländern sogar um einen sogenannten „stillen“ Feiertag: Es gilt ein Tanzverbot. Es dürfen demnach keine öffentlichen Tanzveranstaltungen stattfinden und auch laute Musik ist verboten. In Baden-Württemberg gilt das Verbot ab 3 Uhr nachts und hält bis Mitternacht an. Diese Regelung soll dazu dienen, den ernsten Charakter des Gedenktages zu wahren.
Allerheiligen und Allerseelen
Am 2. November, dem Tag nach Allerheiligen, wird Allerseelen gefeiert. Dieser weniger bekannte Tag ist der Totengedenktag der katholischen Kirche. Er wurde erstmals 998 von Abt Odilo von Cluny in den ihm unterstellten Klöstern eingeführt. Der Tag dient dem Gedenken an die Verstorbenen. Zu Allerseelen gehört auch der Brauch, Gräber aufzusuchen und sie zu segnen. Da der 2. November in Deutschland jedoch kein gesetzlicher Feiertag ist, wird dieser Brauch oft an Allerheiligen begangen und dementsprechend auch mit diesem Feiertag verbunden.