Abgabe im Altkleidercontainer
: Was passiert mit meinen gespendeten Klamotten?

Altkleidercontainer gibt es in der Region viele. Doch nicht bei allen Anlaufstellen kommt die Spende auch bei Bedürftigen an. Wir klären auf, worauf bei der Kleiderspende zu achten ist.
Von
Julia Maria Meene
Oberndorf
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Häufig werden die gespendeten Klamotten aus Altkleidercontainern weiterverkauft.

dpa/Jens Kalaene

Der Frühling ist da und somit auch der Frühjahrsputz: Aber wohin mit den Kleidungsstücken, die nicht mehr passen oder gefallen? Ausrangierte Kleidung darf nicht einfach weggeworfen, sondern sollte gespendet werden.

Eine Anlaufstelle hierfür sind beispielsweise Altkleidercontainer, davon gibt es in der Region viele. Wir haben recherchiert, wie sich die verschiedenen Betreiber unterscheiden – und was mit den gespendeten Kleidern passiert.

Gut erhaltene Kleidung sollte nicht wahllos in den nächsten Kleidercontainer wandern, weiß Markus Böck von der Deutschen Kleiderstiftung. Denn nicht bei jedem Betreiber komme die gespendete Kleidung auch bei Bedürftigen an. Häufig wird die Kleidung stattdessen weiterverkauft, in manchen Fällen werden die Erlöse jedoch an Hilfsprojekte gespendet.

Seriöse Anbieter erkennen

Böck gibt Tipps, worauf man beim Kleiderspenden achten sollte: Nur Kleidung, die noch verwendet werden kann, sollte in die Container geworfen werden. Kaputte Klamotten landen weiterhin im Müll.

Wichtig sei es, dass der Name des Betreibers auf den Containern zu sehen ist. Seriöse Anbieter haben laut Böck auch meist eine Telefonnummer oder Adresse angegeben – so könne man bei Interesse direkt nachfragen, was mit gespendeter Kleidung geschieht. Wenn der Anbieter nicht klar zu erkennen ist, solle man seine Kleidung lieber an einer anderen Stelle abgeben. Doch welche Anbieter gibt es in der Region überhaupt?

Fast überall sind Kleidercontainer des Deutschen Roten Kreuzes zu finden. Udo Bangerter, Sprecher des DRK-Landesverbands in Baden-Württemberg, gibt Auskunft darüber, was mit der gespendeten Kleidung aus den Sammelcontainern passiert: „Da sich die Warenqualität in den Containern deutlich verschlechtert hat, werden diese nicht mehr wie früher durch Ehrenamtliche gesichtet und sortiert, sondern durch einen Dienstleister geleert.“ Diese Dienstleister unterscheiden sich je nach Landkreis, seien aber meist regionale Entsorgungs- oder Altkleiderfachbetriebe.

Oft decken die Einnahmen nur die Kosten

Sofern ein Ertrag übrigbleibt, werden die Gelder, die das DRK von den Dienstleistern für die Alttextilien erhält, laut Bangert ausschließlich für gemeinnützige Zwecke eingesetzt. Denn aufgrund eines enormen Preisverfalls decken die Einnahmen oft nur die Kosten von Unterhalt, Reinigung, Personal und Entsorgung .

In den Landkreisen Rottweil, Freudenstadt und im Zollernalbkreis sind vielerorts Container der „Aktion Hoffnung“ zu finden. Die Einrichtung geht transparent damit um, was mit der gespendeten Kleidung passiert: In einem Betrieb in der Nähe von Sigmaringen werde die Kleidung sortiert und anschließend verkauft. Mit den Erlösen unterstützt die Aktion Hoffnung laut eigenen Angaben weltweit Eine-Welt-Projekte und entwicklungsbezogene Bildungsarbeit in Deutschland.

Verkauf an Second-Hand-Shops

Im Schwarzwald-Baar-Kreis und dem Landkreis Calw sorgt sich das Amt für Abfallwirtschaft mit eigenen Containern um die Kleidersammlung.

Was mit der gespendeten Kleidung geschieht, erklärt Kristina Diffring, Sprecherin vom Landratsamt Schwarzwald-Baar: Die über die Gemeinschaftscontainer erfassten Altkleider, Schuhe und Federbetten werden derzeit von einer Schweizer Textilverwertungsgesellschaft abgeholt und einer Verwertung zugeführt. Nach Auskunft des Auftragnehmers gehe die verkäufliche Ware in Secondhand-Shops in ganz Deutschland.

Auch im Landkreis Calw geht das Material, das in den Altkleidercontainern gesammelt wird, weiter an ein Unternehmen, welches mit gebrauchten Kleidern handelt. „Wenn wir in dieser Zusammenarbeit Erlöse generieren, kommen diese direkt dem Abfallgebührenhaushalt zugute,“ erklärt AWG-Sprecherin Helge Jesse.

Sinkende Erlöse durch Vermüllung und Fast Fashion

Aktuell gehen die Erlöse jedoch immer mehr zurück, weil verschmutzte, nicht mehr tragfähige Kleidung oder Fast Fashion in den Containern landet. „Zudem werden diese Depotcontainerstandorte oft mit vielen anderen Materialien zugemüllt,“ so Jesse. Die Folge seien steigende Kosten zur Pflege dieser Standorte bei sinkenden Erlösen.

Wer sichergehen möchte, dass die eigene Kleidung noch getragen wird, kann diese selbst auf Flohmärkten oder Online-Kleiderbörsen verschenken oder verkaufen. Hochwertige Kleidung kann auch direkt bei Kleiderläden, wie etwa vom DRK, abgegeben werden. Gut erhaltene Stücke bietet das DRK bedürftigen Menschen für wenig Geld zum Verkauf an – vorrangig werden hier Geflüchtete ausgestattet.

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