Kritik an Arbeitsmoral: Reinhold Würth: „Der Wohlstand fällt nicht vom Himmel“

Unternehmer Reinhold Würth redet Klartext: „Müssen die Ärmel hochrempeln."
Christoph Schmidt/dpa- Reinhold Würth kritisiert die Arbeitsmoral in Deutschland und fordert mehr Leistungswillen.
- Er sieht „Mehltau über dem Land“, weil Wohlstand Grundbedürfnisse bereits deckt.
- Würth betont: Wohlstand fällt nicht vom Himmel – Ärmel hochkrempeln und einsetzen.
- Frieden sei das höchste Gut, werde aber als selbstverständlich betrachtet.
- Der 91-Jährige arbeitet seit dem 14. Lebensjahr und empfindet Arbeit als Hobby.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Künzelsauer Unternehmer und Milliardär Reinhold Würth kritisiert die Arbeitsmoral in Deutschland und hält mit Sorge und Kritik nicht hinter dem Berg. „Wir müssen die Ärmel hochkrempeln“, appelliert der 91-Jährige in einem Gespräch mit der Medienplattform „Pioneer“. Ihm fehlt es an Aufbruchstimmung hier zu Lande.
Nach Meinung des Unternehmers, der aus einem kleinen Zwei-Mann-Betrieb des Vaters einen Milliardenkonzern mit rund 87.000 Beschäftigten geschaffen hat, liegt „Mehltau über dem Land“. Das habe mit dem Wohlstand zu tun – im Vergleich zu anderen Teilen der Welt, müsse in Deutschland keiner frieren oder hungern. Die Hälfte des Bundes- und wohl auch der Landeshaushalte gehe für Soziales ins Volk. In den vergangenen Jahren sei in der Bevölkerung eine Haltung entstanden: „Für was soll ich mich anstrengen?“ Der Leistungsgedanke sei verloren gegangen.

2024 feierte Reinhold Würth 75. Arbeitsjubiläum. Auch der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz war einer der Gratulanten.
dpa/Uwe AnspachGanz anders bei Reinhold Würth. „Ich bin im 77. Arbeitsjahr, habe mit 14 Jahren angefangen und nach 77 Jahren noch Freude an der Arbeit. Ich habe meine Arbeit immer als Hobby gesehen“, sagt er. Würth, der gerade mal zehn Jahre alt war, als der Zweite Weltkrieg endete, hat die Aufbruchstimmung der Fünfziger, Sechziger und Siebziger Jahre miterlebt und spricht von „einem Fest“, wenn er daran denkt.
Es habe Frieden geherrscht, „was die heutige Bevölkerung gar nicht zu schätzen weiß“, sagt Würth. Für den 91-Jährigen ist Frieden „unser höchstes Gut und das höchste Glück - da spielt das Geld gar keine Rolle“, macht er deutlich. Er kritisiert, dass Frieden gar nicht mehr als Wert betrachtet werde, sondern als selbstverständlich. „Ist es aber nicht, wenn man in die heutige Zeit schaut“.
Reinhold Würth: Früher hat niemand an Bali gedacht
Wenn er über vergangene Jahrzehnte und die Aufbruchstimmung nach dem Zweiten Weltkrieg spricht, klingt Begeisterung mit. „Damals hat jeder danach gestrebt, ein Fahrrad zu haben, ein eigenes Auto, ein Häuschen oder eine Wohnung“, sagt Würth. Oder man habe Geld gespart für den ersten Urlaub im Schwarzwald oder im Harz, niemand habe an Bali oder die Copacabana gedacht.
Heute sei das anders. „Der Mehltau, der über dem ganzen Land liegt, ist die Wirkung dessen, dass im Grunde alles da ist, was man braucht“, sagt Würth. „Die Menschen müssen begreifen, der Wohlstand kommt nicht vom Himmel heruntergeflogen“, macht er eindringlich klar und setzt noch eins drauf: „Wir müssen die Ärmel hochkrempeln und uns einsetzen“ - darüber müsse man sich im Klaren sein, sagt Würth, der Anfang 2025 den Vorsitz des wichtigen Stiftungsaufsichtsrats seinem Enkelsohn Benjamin überließ und seither Ehrenvorsitzender des Gremiums ist.
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