Zu Gast beim SV Sandhausen: Herkulesaufgabe für die TSG Balingen – Vorsicht vor den Standardsituationen

Simon Klostermann wird von Carlos Konz zu Boden gerissen. Auch am Samstag müssen sich der Angreifer und seine Teamkollegen auf einen physisch starken Gegner und viel Gegenwehr einstellen.
Kara„Da kommt der Tabellenletzte, das wird eine einfache Aufgabe? Pustekuchen, kann man da nur sagen.“ Diese Worte äußerte Olaf Janßen, Cheftrainer des SV Sandhausen, in einem klubeigenen Interview. Der erfahrene Coach sagt weiter zur TSG Balingen: „Ich habe einige Spiele gesehen. Sie haben von meinen Trainerkollegen viel Lob bekommen, ich kann das nur fett unterstreichen. Was sie mit em Ball machen ist beeindruckend, auch gegen den Ball sind sie eklig.“
Komplimente, aber keine Punkte, so hieß es zuletzt des Öfteren bei der TSG. Die Worte von Janßen zeigen aber auch, was offensichtlich ist: Die Balinger sind in der Regionalliga keinesfalls chancenlos, präsentieren sich aber bisher in beiden Strafräumen nicht konsequent genug. So sagt auch Murat Isik: „Wir sind Tabellenletzter und müssen einfach noch schärfer werden.“
Thema ist im Kopf
Ein großer Punkt sind die gegnerischen Standardsituationen: Neun solcher Gegentreffer in gerade einmal sechs Spielen sind eine katastrophale Bilanz. Wie geht man am besten mit so einem Fakt um? Isik meint: „Das wird und ist auch schon eine Kopfsache. Wir haben das oft thematisiert und auch trainiert, in dieser Woche bewusst nicht.“
Die TSG-Schwäche in diesem Bereich ist natürlich auch Janßen nicht verborgen geblieben, zumal seine Mannschaft in dieser Disziplin besonders stark ist. Mehrere gefährliche Schützen und eine ganze Reihe kopfballstarker Spieler stellen eine Bedrohung dar. Es könnte ein Schlüssel werden, wenn die Balinger in Sandhausen punkten wollen.
„Brutale Mannschaft“
Der letztjährige Drittligist hat einen Umbruch hinter sich, der mit XXL wohl noch zu gering beschrieben ist. „Sie haben eigentlich alle Spieler abgegeben. Gewisse Abläufe passen noch nicht, aber das ist sicher mit einkalkuliert. Man muss einfach sagen, dass sie eine brutale Mannschaft haben“, lobt Isik, der sein eigenes Team weiter sehr positiv wahrnimmt. „Wenn man sich das Spiel gegen Frankfurt anschaut, so spielt kein Team, welchem es an Selbstvertrauen mangelt. Wir haben weiter viel Entwicklung vor uns und arbeiten Training für Training daran.“
Eisele wieder verfügbar
Personell kann man wieder auf Sascha Eisele zurückgreifen, der nur für ein Spiel gesperrt war. Dafür fehlt Mittelfeldstratege Denis Latifovic nach seiner 5. Gelben Karte. „Wir bekommen noch zu viele unnötige Gelbe Karten. Auch hier müssen wir cleverer werden“, fordert Isik.
Sein Team will am Samstag nicht nur Komplimente, sondern auch Punkte sammeln. Janßen jedenfalls sagt im Vorfeld: „Sie sind ein sehr besonderer Aufsteiger. Wenn sie so weiterspielen, werden sie vieles tun, aber sicher nicht absteigen.“ Duelle mit der 1. Mannschaft gab es in der Vergangenheit übrigens noch nicht. Der SVS schaffte 2006/2007 den Aufstieg in die Regionalliga, die TSG spielte 2008/2009 erstmals fünftklassig. Sechs Begegnungen gab es gegen die SVS-Zweitvertretung – zwei Mal siegte die TSG, ein Spiel ging verloren.