Verbandsliga der Ringer: AV Sulgen peilt einen Platz in den Top drei an

Ab Samstag, 6. September, können die Ringsportfans wieder spektakuläre Griffszenen von Ringern des AV Sulgen wie Adrian Rubach (rotes Trikot) bewundern.
Lothar HerzogFür den Verbandsligisten AV Sulgen beginnt die neue Verbandsrunde der Ringer am kommenden Samstag mit einem Heimkampf gegen Aufsteiger KG Baienfurt II. Wir haben beim Trainer-Duo Stefan Moosmann und Jannik Malz vor dem Saisonstart nachgefragt.
Sie haben am Anfang des Jahres die Nachfolge von Trainer Semih Bosyan angetreten. Welches Resümee können Sie bisher ziehen?
Moosmann und Malz: Nach sieben Jahren guter Arbeit von Semih Bosyan war es an der Zeit, wieder neuen Schwung zu entfachen. Unser Konzept, das wieder mehr in Richtung Angriffsringen und Techniken geht, konnten wir im Großen und Ganzen ziemlich gut umsetzen. Hier sieht man bei einigen Athleten schon Schritte nach vorne. Das dies nicht von heute auf morgen passiert, ist uns bewusst. Aber wir werden diesen Weg weiterverfolgen.
Sie bevorzugen als Ringer beide den griechisch-römischen Stil. Kommen da die Freistilspezialisten im Training nicht zu kurz?
Moosmann: Wir sind zwar beide Klassiker, aber durch meine Trainerstationen in Waldkirch und Freiburg habe ich viele Erfahrungen sammeln dürfen. Des Weiteren habe ich über Jahre meine Frau Sandra auch im ringerischen Bereich unterstützt, was natürlich auch von Vorteil ist. Daher kommen unsere Freistilspezialisten definitiv nicht zu kurz.
Ende März erhielt der Verein die Hiobsbotschaft, aufgrund von Brandschutz-Baumaßnahmen ab sofort nicht mehr in der Festhalle Sulgen trainieren zu dürfen. Es musste bis jetzt in die Athletenhalle nach Schramberg ausgewichen werden. Wie hat sich das auf die Vorbereitung ausgewirkt?
Malz: Ja, die Hallensituation ist dieses Jahr ein sehr spezielles Thema. Mit der Athletenhalle in Schramberg haben wir eine Halle bekommen, in der wir während der Trainingszeiten allein in der Halle sind, was sicher ein Upgrade ist. Jedoch mussten wir unsere Trainingszeiten ändern und nach Schramberg zum Training fahren, was uns ein paar Trainingsbeteiligungen gekostet hat. Wir sind der SG Schramberg aber dankbar, dass wir eine Trainingsstätte haben.
In den vergangenen Jahren haftete dem AV Sulgen der Makel an, zum Saisonauftakt mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Ist da die KG Baienfurt II ein willkommener Auftaktgegner?
Moosmann und Malz: Mit der KG Baienfurt II kommt eine Mannschaft, die sehr unberechenbar ist. Da die Bundesliga erst später beginnt, könnte hier der ein oder andere Erstligaringer auftauchen, wodurch es ein spannender Kampf geben könnte. In der Summe sind wir in diesem Kampf der Favorit und möchten dieser Rolle auch gerecht werden.
In Expertenkreisen werden Aufsteiger KSV Aalen und der KSV Unterelchingen als klare Titelkandidaten angepriesen. Sind das auch Ihre Favoriten und welches Potenzial steckt im AV Sulgen hinsichtlich des Tabellenplatzes?
Moosmann und Malz: Die beiden Vereine von der Ostalb sind auch für uns im Favoritenkreis vertreten. Vor allem Unterelchingen ist durch die Verpflichtungen neuer Sportler und eines neuen Trainers der Topfavorit. Der AV Sulgen hat eine starke Truppe beisammen. Jeder einzelne hat das schon bewiesen. Nun gilt es, dieses Potenzial Woche für Woche auf die Matte zu bringen und auch mal über sich hinauszuwachsen. Natürlich kommt hinzu, dass alle Sportler verletzungsfrei bleiben müssen. Ein Platz unter den ersten drei Mannschaften ist das Ziel in dieser Saison.
Im Ringkampfsport ist es unvermeidbar, dass junge Athleten innerhalb eines Jahres an Gewicht zulegen. Auch gibt es immer Ab- und Zugänge. Wie hat sich die Mannschaft im Vergleich zum Vorjahr verändert?
Moosmann und Malz: Die Mannschaft hat sich nur geringfügig verändert, da der AV Sulgen bereits eine starke Mannschaft hatte. Lediglich die Schwachstelle in 57 und 61 Kilogramm Freistil musste noch geschlossen werden. Dies ist uns mit zwei Sportlern aus Moldawien und Italien gelungen. Der Rest der Truppe hat sich sowohl in den Gewichtsklassen als auch in den Stilarten nicht verändert.
Durch den Aufstieg des KSV Winzeln, der KG Wurmlingen/Tuttlingen und des AV Hardt kommt es in der Oberliga Württemberg mit dem AB Aichhalden zu insgesamt 12 Lokal-Duellen. Reizt es Sie da nicht, möglichst bald auch in dieser Liga präsent zu sein?
Moosmann und Malz: Natürlich werden uns die Derbys sehr fehlen. Für jeden Sportler ist es ein Highlight, in einer vollen Halle zu kämpfen und die Atmosphäre mitzuerleben. Der Reiz, so schnell wie möglich in die Oberliga aufzusteigen, ist daher vorhanden. Hierfür braucht es, wie bereits erwähnt, eine verletzungsfreie Saison, Kämpfe, in denen die Rechnung aufgeht, und etwas Glück im richtigen Moment.