TSG Balingen II – Spfr. Schwäbisch Hall: Schock in letzter Sekunde führt zur 0:1-Niederlage

Kapitän Noah Braun (rechts) und die TSG Balingen II gingen gegen Schwäbisch Hall unglücklich mit 0:1 als Verlierer vom Platz.
KaraEkstase auf der einen, ratlose Gesichter auf der anderen Seite. Selbst Schwäbisch Halls Trainer Thorsten Schift schien nach Abpfiff nicht so richtig glauben zu können, dass seine Mannschaft die Partie auf dem Kunstrasen der Balinger Bizerba-Arena gerade gewonnen hatte: „Balingen war klar die bessere Mannschaft, deswegen ist es sicherlich ein glücklicher Sieg.“
Niederlage unglücklich, aber nicht unverdient
Glücklich ja, von einem unverdienten Erfolg für die Sportfreunde wollte Balinges Coach Philipp Wolf allerdings nicht sprechen: „Wenn wir es nicht schaffen, ein Tor zu schießen, können wir das Spiel eben nicht gewinnen. Wenn Schwäbisch Hall mit ihrer einen echten Chance das Tor macht, dann gewinnen sie.“ So einfach – und so grausam – ist der Fußball manchmal.
Ein ohnehin maximal bitteres Ergebnis wurde durch die Entstehung des aus Gäste-Sicht goldenen Tores noch schlimmer: Nachspielzeit, die Sportfreunde bekommen einen eigentlich belanglosen Freistoß im Mittelfeld zugesprochen. Plötzlich segelt die Kugel auf die linke Seite, TSG-Verteidiger Levis Schaber verschätzt sich, SF-Angreifer Daniel Schmelzle nimmt den Ball schön an und flankt in die Mitte, wo der eingewechselte Benjamin Kurz völlig frei steht und zum Siegtreffer einköpfen kann.
Gäste eine „abgezockte Verbandsliga-Mannschaft“
Ein kollektives Schlafen führte in letzter Sekunde zum ärgerlichen Gegentor. „Das sind die Kleinigkeiten, die eine abgezockte Verbandsliga-Mannschaft dann eben zu so einem Tor nutzen kann“, meinte Wolf nach Abpfiff. Mit diesem einen Moment der Unachtsamkeit brachten sich die jungen Balinger um den Lohn für eine eigentlich sehr starke Leistung. Im Prinzip hatten die Gastgeber das Geschehen über 90 Minuten hinweg gut im Griff. Die TSG hatte mehr Ballbesitz, agierte mutig und zielstrebig. Halim Eroglu (9. Minute), Samuel Schneider (19.) und Bastian Maier (42.) hatten bereits in der ersten Halbzeit gute Chancen zur Führung.
Nach dem Seitenwechsel schafften es die Balinger nicht ganz, den Schwung aus den ersten 45 Minuten mitzunehmen, waren aber weiterhin dominant. Alessandro Leoniello (47.), Egemen Sarikaya (73.) und vor allem der eingewechselte Sebastian Zieker (78.) und Innenverteidiger Ahmed Anez (85.).
Die Gäste blieben über die gesamte Spielzeit hinweg weitestgehend harmlos, hatten nur einige wenige Torannäherungen – bis zu jener schicksalhaften zweiten Minute der Nachspielzeit. „Letzte Woche haben wir in der Nachspielzeit den Siegtreffer kassiert (1:2 gegen Türkspor Neckarsulm, Anm. d. Red.), heute haben wir das Glück auf unserer Seite“, konnte sich Thorsten Schift über drei Punkte freuen.
Ein Tabellenelfter mit erhobenem Haupt
Die einzige gute Nachricht für Philipp Wolf und seine TSG: Mit dem VfR Heilbronn konnte nur ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf einen Sieg einfahren. Allerdings rutschen die Balinger durch das 1:1-Remis der TSG Tübingen gegen Heimerdingen auf den elften Platz ab. Doch Wolfs Botschaft an seine Schützlinge ist klar: „Natürlich versuchen wir, auch aus diesem Spiel positiv herauszugehen. Wir haben heute wieder gezeigt, dass wir in diese Liga gehören – also wollen wir unbedingt hier bleiben.“
