Test gegen SSV Reutlingen
: Die vielen Nagolder Ballverluste sind auffallend

Zweites Testspiel, zweiter Gegner aus der Oberliga: Der VfL Nagold unterliegt auch dem SSV Reutlingen deutlich.
Von
Albert M. Kraushaar
Oberndorf
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Gegen den SSV Reutlingen (in Schwarz) war der VfL Nagold unterm Strich chancenlos.

Kraushaar

VfL Nagold – SSV Reutlingen 1:4 (1:2). Nach der 1:5-Niederlage im Testspiel gegen den Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach verloren die Landesliga-Fußballer des VfL Nagold auch den zweiten Vergleich mit einem renommierten Gegner aus dem baden-württembergischen Oberhaus, dem SSV Reutlingen. Dabei zeigte die erste Hälfte durchaus ansprechenden Fußball, auch weil der schnelle Ausgleich durch Stefan Wurm (11.) die Nagolder etwas mutiger gemacht hatte.

Bunt zusammengewürfelt

Unter dem Strich taugt das Spiel aber nicht für eine Beurteilung des Nagolder Kaders. Zu unterschiedlich war die Zusammensetzung der Startelf und die Belegung der einzelnen Positionen. Der neue VfL-Trainer Marcel Schuon hatte ein bunt zusammengewürfeltes Team auf den Platz geschickt. Neben gestandenen Kickern wie Johannes Fleische standen Neulinge und Neuzugänge wie Julian Stauch und Stefan Wurm auf dem Feld. Robin Braun und Tobias Essig versuchten sich als Spitzen. Leistungsträger wie Nick Schweizer, Frederic Fleischle, Jan Beifuß und Laurenziu Biemel hatten in der ersten Halbzeit auf der Bank Platz genommen. Für den neuen Chefcoach war auf jeden Fall interessant zu sehen, wie sich seine Spieler in Drucksituationen gegen höherklassige Teams aus der Affäre ziehen.

Auffallend waren die vielen Ballverluste in den Nagolder Reihen, vor allem in gefährlichen Situationen. Einem davon ging die frühe Führung durch Daniel Breuninger (5.) voraus, die Stefan Wurm mit einem Kontertor per tollen Weitschuss in den Winkel über die linke Seite egalisierte. Der VfL Nagold versuchte hochstehend zu verteidigen, das Risiko in Sachen Tempo wurde jedoch bei der Entstehung vom Reutlinger 2:1 durch Luca Meixner (26.) sichtbar. Offensiv tat sich der VfL gegen den Oberligisten schwer, Tobias Essig und Robin Braun fanden keine Bindung zum Spiel, einzig Stefan Wurm konnte einige Fingerzeichen abgeben.

In der zweiten Halbzeit kamen Perparim Halimi, Jan Beifuß, Laurenziu Biemel, Frederic Fleischle, Berk Özhan, Nick Schweizer, Tom Gutekunst, Jerome Dung und Jeremie Arlt. Letzterer bekam es mit dem eingewechselten Reutlinger Onesi Kuengienda zu tun. Der Größte gegen den Kleinsten, ein Duell der Marke David gegen Goliath, in dem der Nagolder hoffnungslos überfordert war. Innerhalb weniger Minuten wurde durch Gegentore durch Jonas Meiser (51.) Jannis Röhm (56.) über seine Seite der Fisch geputzt.

Kein Fels in der Brandung

Der Nagolder Keeper Joel Mogler verhinderte mit zwei, drei herausragenden Paraden einen höheren Rückstand. Nach vorne tat sich bis auf die Schlussminuten – Berk Özhan (88.) vergab den Anschlusstreffer zum 2:4 – nichts mehr. In der Defensive fehlte ein Fels in der Brandung wie Admir Osmicic, das Mittelfeld konnte die Bälle nicht halten und Stürmer Jan Beißuß war mit seiner Kopfballstärke bei Standardsituationen im eigenen Strafraum gefordert. Wenn der SSV das Tempo anzog, war der Klassenunterschied deutlich zu sehen.

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