Tennis: Swiss Indoors: Ehemaliger Basel-Sieger im Achtelfinale

Marin Cilic steht im Achtelfinale der Swiss Indoors
Uli NodlerDer Titelverteidiger bei den Swiss Indoors in Basel ist bereits in der ersten Runde gescheitert. Der Franzose Giovanni Mpetshi Perricard unterlag dem Brasilianer João Fonseca 6:7 (6:8), 3:6.
Der gut zwei Meter große Mpetshi Perricard (ATP 33), der regelmässig mit über 230 km/h serviert, fand beim Return kein Mittel gegen Fonseca. Der 22-jährige Franzose blieb in der gesamten Partie ohne Breakball. Der 19-Jährige Fonseca (ATP 46), der im letzten Jahr die Next Gen ATP Finals für sich entschieden hatte, schaffte den einzigen Servicedurchbruch zu Beginn des zweiten Satzes.
Zwei der drei gemeldeten Schweizer schieden am späten Montagabend aus. Doch sie verdienten sich den Respekt des Publikums für ihre kämpferischen Auftritte.
Bertola hatte sich in Basel durch zwei Siege in der Qualifikation gegen die deutlich besser klassierten Gegner Adrian Mannarino und Quentin Halys erstmals für das Hauptfeld eines ATP-Turniers qualifiziert.
Dort war der grundsolide Spanier Jaume Munar nun eine Nummer zu groß. In zwei Sätzen ließ die Weltnummer 42 Bertola keine Chance. Obwohl dieser in der Startphase des ersten Satzes noch gut mithielt, sein erstes Spiel zu Null gewann und sich sogar einen Breakpunkt erspielte, sicherte sich Munar den ersten Satz klar mit 6:2.
Ein ähnliches Bild bot sich dann im zweiten Satz. In den ersten sechs Spielen agierte Bertola mutig und auf Augenhöhe mit Munar. Beim Stand von 3:3 gelang Munar dann trotzdem das entscheidende Break, das die Niederlage des Schweizers besiegelte.
Bertola verbessert sich unter die besten 250
Bertola, der auch zum Schweizer Davis-Cup-Team gehört, wird sich in der Weltrangliste am kommenden Montag dennoch erstmals in seiner Karriere unter die besten 250 der Welt verbessern.
Henry Bernet verlor nach starkem Auftritt gegen Jakub Mensik knapp in drei Sätzen und überzeugte bei seinem ATP-Hauptfelddebüt.
Bernet hatte sich unter anderem dank des Juniorentitels Anfang des Jahres bei den Australian Open eine Wildcard für das Heimturnier in Basel verdient. Nun schlug er sich in seiner ersten Partie im Hauptfeld eines ATP-Turniers gut und verlor am Ende nur knapp 6:7 (1:7), 7:6 (9:7) und 3:6.
Im ersten Satz hatte Bernet während 51 Minuten auf Augenhöhe mit Mensik gespielt, drei Breakbälle abwehren können und sich erst im Tiebreak geschlagen geben müssen.
Trotz dieses Dämpfers spielte Bernet auch im zweiten Satz mutig auf. Er wehrte abermals Breakchancen seines Gegners ab und erzwang, wie bereits im ersten Satz, den Tiebreak. Diesmal behielt der Basler die Nerven und sicherte sich den zweiten Satz.
Im Entscheidungssatz schaffte Mensik dann das direkte Break zum 2:0. Diesen Rückstand konnte Bernet auch vor Heimpublikum nicht mehr aufholen, zumal er kurz vor Ende der Partie mit Krämpfen im rechten Bein zu kämpfen hatte.
Rune hat auf einenStart in Basel verzichtet
Swiss-Indoors-Präsident Roger Brennwald meldete sich auch schon zu Wort. Er sieht die Zukunft des Schweizer Tennissports positiv, auch wenn nach der Ära Roger Federer eine Lücke geblieben sei. Mit dem diesjährigen Teilnehmerfeld zeigt sich Brennwald hochzufrieden: „Wir haben ein so dichtes Feld wie nie zuvor.“ Entscheidend sei für ihn aber nicht allein die Platzierung, sondern die Persönlichkeit der Spieler – ihr Auftreten, ihre Ausstrahlung, ihr Stil.
Dass mit Holger Rune und Alexander Fils zwei Publikumslieblinge kurzfristig ausfielen, nahm Brennwald gelassen: „Das ist Part of the Game“, so der Turnierdirektor. Pro Jahr gebe es im Schnitt drei Absagen, das liege im normalen Bereich.
Titelverteidiger bereits ausgeschieden
Marin Cilic kann’s nicht lassen. Im Duell der beiden Oldies in der Tennisszene bezwang am Dienstag der Kroate (ATP 89), inzwischen 37 Jahre alt, den 34-jährigen Belgier David Goffin (ATP 104) in einem engen Match 7:6 (11:9) und 7:5.
Es war über zwei Sätze ein Duell auf Augenhöhe. Letztlich reichte Cilic im zweiten Satz ein Break zum 6:5, um am Ende die Siegerfaust in die Luft zu strecken.
Richtig zittern musste der Kanadier Denis Shapovalov in seinem Erstrunden-Duell gegen den US-Amerikaner Marcos Giron. Die Nummer neun des Turniers verlor den ersten Satz im Tiebreak. Durchgang zwei ging dann mit 6:3 klar an Shapovalov. Und dann begann das große Zittern für den 26-jährigen Kanadier, der erneut in den Tiebreak musste. Diesmal behielt der Halbfinalist von Stockholm die Nerven und gewann Satz drei und damit das Match.
Franzosen spielen Bäumchen wechsel dich
Vor fünf Tagen vermeldeten die Swiss Indoors die kurzfristige Zusage von Arthur Rinderknech. Der Franzose, jüngst Finalist beim ATP-1000-Turnier in Schanghai, ersetzte seinen Landsmann Arthur Fils, der sich vom Turnier in Basel zurückgezogen hatte. Am Dienstag hätte Rinderknech seine Erstrunden-Partie gegen Raphaël Collignon (BEL) bestreiten sollen. Doch wenige Stunden vor dem Duell sagte Rinderknech aufgrund von „körperlicher Müdigkeit“ ab. Für den für einen Franzosen eingesprungenen Franzosen sprang der nächste Franzose ein: Lucky Loser Valentin Royer rutschte nach und bezwang Collignon mit 6:4, 7:6 (7:5).
Weiteres Ergebnis, Einzel, 1. Runde: Opelka (USA) – Báez (Argentinien) 6:3, 6:4.