Team der Stunde kommt
: HBW vor kniffligem Projekt

Handball-Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten möchte nach der Pleite in Coburg zurück in die Spur. Das wird gegen die HSG Nordhorn-Lingen ein schweres Unterfangen.
Von
Ulrich Mußler
Oberndorf
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Rückraumspieler Georg Pöhle empfängt mit dem HBW Balingen-Weilstetten seinen Ex-Club.

Beytullah Kara

Den einen steckt noch ein herber Dämpfer in den Knochen, die anderen schweben auf Wolke sieben. Das sind die mentalen Voraussetzungen wenn der HBW Balingen-Weilstetten am Samstagabend die HSG Nordhorn-Lingen empfängt (19.30 Uhr, Mey Generalbau Arena). Zog der HBW vor Wochenfrist beim bis dato noch sieglosen HSC 2000 Coburg mit 28:37 den Kürzeren, sorgte Nordhorn-Lingen am Dienstagabend im DHB-Pokal für Furore.

Nordhorn trumpft im DHB-Pokal groß auf

Das Team von Trainer Mark Bult kegelte überraschend den Erstligisten HC Erlangen mit 35:32 aus dem Wettbewerb und zog ins Achtelfinale ein. „Nordhorn ist jetzt natürlich gehypt und im Moment gefühlt die Mannschaft der Stunde, die mit Erlangen die Mannschaft der Stunde der 1. Liga geschlagen hat“, sagt HBW-Trainer Matti Flohr. Nun aber will er mit seiner Truppe für geänderte Gefühlslagen sorgen. „Wir wollen gegen Nordhorn gewinnen, dafür müssen wir alles reinwerfen, Mannschaft, Fans, Trainer“, sagt Flohr. Die Vorübungen haben gepasst. „Wir haben mit viel Wut im Bauch gearbeitet und uns sehr intensiv mit Nordhorn beschäftigt“, so der HBW-Trainer weiter.

Niederlage in Coburg wurmt gewaltig

Tatsächlich hat ihn und seine Mannschaft das 28:37 beim HSC Coburg gewaltig gewurmt. „Es hat wieder einmal gezeigt, dass in dieser 2. Liga alles möglich ist, dass man jedes Spiel richtig annehmen muss und jedes Spiel ein Fight ums Ganze ist. Bei Coburg hat vieles geklappt, wa zuvor noch nicht geklappt hatte – und wenn eine Mannschaft wie Coburg an ihr Maximum geht, kommt ihre Qualität voll zum Vorschein. Damit sind wir überhaupt nicht klar gekommen. Wir müssen uns den Vorwurf machen, diese Qualität nicht gebremst bekommen zu haben.“ Für Flohr ein klares Indiz dafür, „dass wir noch nicht eingespielt sind und noch nie gemeinsam in einer solchen Situation waren.“ Sonst hätte seine Mannschaft wohl Lösungen gefunden.

HBW ohne Nagy, Huber und Grupe

Das soll nun im Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen besser laufen – auch wenn der HBW weiterhin auf Keeper Benedek Nagy (Fingerbruch) und Spielmacher Elias Huber (Reha nach Knie-OP) und seit dem (Coburg-Match auch mit Magnus Grupe (Oberschenkelprellung) auf einen weiteren Mittelmann verzichten muss. Dabei zählt Nordhorn-Lingen nicht gerade zu den Lieblingsgegnern der „Gallier“, in der vergangenen Saison erkämpfte sich der HBW zuhause ein 27:27, in der Rückrunde setzte es im Euregium eine 26:28-Niederlage.

Pöhles Expertise

Immerhin hat der HBW mit Georg Pöhle nun eine Ex-Nordhorner in seinen Reihen. „Es wäre fahrlässig auf seine Expertise zu verzichten, deshalb waren in dieser Woche in sehr engem Austausch“, sagt Flohr.

Was ein Team erwartet? „Eine sehr hohe Passgeschwindigkeit, eine kompakte Abwehr, die wir ein Bewegung bekommen müssen und im Angriff gut funktionierende Achsen mit Frieder Bandlow im rechten Rückraum, Spielmacher Björn Zintel und Kreisläufer Mika Sajenev und das 7:6 als Option, die sie gegen Erlangen über die komplette Spielzeit gezogen haben“, sagt Flohr. Und was Nordhorn-Lingen besonders auszeichnet – die Mannschaft hat sich im Vergleich zur vergangenen Runde kaum verändert und ist bestens eingespielt.

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