Hechingen
: Realschule in Amok-Angst

Junger Hechinger droht aus Liebeskummer Gewalttat an. Schule vorübergehend abgesperrt.
Von
Klaus Stopper
Oberndorf
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Eine Amokdrohung hat am Donnerstag die Hechinger Realschule in Angst gestürzt. Bereits um 7.40 Uhr wurde Entwarnung gegeben. Es bestand keine ernsthafte Gefahr. Der 19-jährige Verursacher hatte im Liebeskummer Unsinn geredet.

Stopper

Hechingen - Ein Amok-Drohung hat gestern die Hechinger Realschule erschüttert. Der 19-jährige Verursacher erwies sich als harmlos. Die für diesen Tag geplanten mündlichen Abschlussprüfungen konnten stattfinden.

Um 7.15 Uhr hatte ein besorgter Vater Rektor Stefan Hipp zu Hause angerufen und berichtet, er habe gerade von seiner Tochter erfahren, dass ein junger Mann eine Gewalttat an der Schule plane. Er habe seiner Tochter gegenüber behauptet, er verfüge über Munition und Schusswaffen.

Helle Aufregung an der Schule

Der Schulleiter informierte unverzüglich die Polizei, die mit sämtlichen verfügbaren Einsatzkräften die Zugänge zur Schule abriegelte. Schüler hatten das Gebäude bis dahin noch nicht betreten. Gleichzeit wurde nach dem jungen Mann gefahndet, der die Amokdrohung abgegeben hatte. Der verblüffte 19-Jährige wurde um 7.40 Uhr in seinem Elternhaus angetroffen und vorläufig festgenommen.

An der Schule herrschte unterdessen helle Aufregung. Wilde Gerüchte kursierten, zudem standen an diesem Tag mündliche Prüfungen für die Mittlere Reife an. Es kehrte aber schnell wieder Ruhe ein, nachdem die Polizei Entwarnung gab. "Nach Winnenden haben wir natürlich gemeinsam mit der Polizei Vorbereitungen und Absprachen getroffen", erklärte Rektor Hipp auf Nachfrage unserer Zeitung. Das habe sich nun ausgezahlt, alles sei sehr kontrolliert abgelaufen. "Die Prüfungen fanden sowieso erst von 8 Uhr an statt, die wurden überhaupt nicht gestört", versicherte Hipp.

Um die Entstehung von Gerüchten zu unterbinden, schrieb Rektor Stefan Hipp einen Brief an die Eltern, der in Kopien allen Schülern mitgegeben wurde. Darin betonte er, dass keine tatsächliche Gefahr für die Schüler bestanden hatte.

Denn die Polizei hatte im Gespräch mit dem 19-Jährigen schnell herausgefunden, dass dieser nichts Böses geplant hatte. Der junge Mann hatte weder Waffen noch die Chance, sich welche zu beschaffen. Stattdessen stellte sich heraus, dass die Amokdrohung wohl eine Woche zuvor in den Zustand schweren Liebeskummers gefallen war. Er habe nie ernsthaft vorgehabt, tatsächlich gewalttätig zu werden, versicherte der junge Mann.

Für ihn dürfte die Angelegenheit dennoch schwere Konsequenzen haben. Wie die Polizei mitteilt, soll der junge Mann wegen "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhen einer Straftat" angezeigt werden. Darauf stehen in schweren Fällen bis zu drei Jahren Haft. Außerdem werden ihm die Kosten des Polizeieinsatzes in Rechnung gestellt.

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