Spielgemeinschaft, Bezirksreform und Spitzentrio
: Im Kampf um den Aufstieg ist in der Kreisliga A1 noch vieles unklar

In der Kreisliga A1 wird ein Trio den Meistertitel unter sich aus machen. Wer am Ende aufsteigt, entscheidet sich jedoch nicht nur auf dem Platz. Eine wichtige Rolle dabei spielt der FC Hardt, der derzeit in der Bezirksliga Staffel 2 um den Klassenerhalt kämpft.
Von
Felix Gieger
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Nach der Nullnummer im Topspiel muss der FV Kickers Lauterbach (in Blau-Weiß) auch weiterhin die Konkurrenz auf den Plätzen zwei und drei im Blick haben.

BERND MUELLER SUEDWESTFOTO

30 Gegentore haben der Kreisliga-A1-Tabellenführer FV Kickers Lauterbach und der Verfolger, die SGM Zimmern II/Horgen I bislang zusammen in dieser Saison kassiert. Zum Vergleich: Der Dritte – SGM Mariazell/Locherhof – hat alleine bereits 30 Treffer bekommen.

Nicht mit offenem Visier

Dass das absolute Topspiel der Kreisliga A1 am Sonntag mit einem torlosen Unentschieden endete, ist mit Blick auf diese Statistik nicht komplett überraschend. „Wenn zwei guten Mannschaften aufeinander treffen, kann man nicht mit offenem Visier ins Spiel gehen“, sagte Mladen Nikolic, Trainer der SGM Zimmern II/Horgen I, am Montagmittag.

Vorteile für die Gastgeber

Zuvor hatte er bereits mit Christoph Müller, Trainer in Lauterbach, telefoniert und das Spiel Revue passieren lassen. „Wir standen defensiv top und haben nichts zugelassen“, war Nikolic sehr zufrieden mit der Abwehrarbeit seiner Elf. In Sachen Torchancen hatte leichte Vorteile für sein Team gesehen, „aber die wenigen Chancen, die wir hatten, haben wir nicht genutzt“.

Lauterbachs Coach ist zufrieden mit dem Punkt

Das bestätigte Müller: „Spielbestimmend war der Gegner – wir sind zufrieden mit dem Unentschieden. Wir werden am Ende sehen, was der Punkt gebracht hat.“

Ein klarer Dreikampf

Das 0:0 war also die logische Konsequenz in einem Duell, in dem beide Teams das letzte Risiko scheuten und macht die SGM Mariazell/Locherhof zum heimlichen Gewinner des Spieltags. Dank des 3:1-Erfolgs im Verfolgerduell mit dem SV Villingendorf ist die SGM nun punktgleich mit Zimmer II/Horgen I (43) – nur drei Punkte hinter den Kickers Lauterbach, die den Platz an der Sonne verteidigt und damit weiterhin alles in der eigenen Hand haben. „Es ist ein klarer Dreikampf“, sagt Müller mit Blick auf die verbleibenden sieben Partien, Villingendorf spielt mit neun Punkten hinter Platz eins nur noch eine Nebenrolle.

Blick in die Bezirksliga

Im Kampf um den Aufstieg in der Kreisliga A1 geht der Blick jedoch auch schon dorthin, wo die drei Erstplatzierten gerne hinwollen: in die Bezirksliga. Der Grund ist die Spielgemeinschaft mit dem FC Hardt, die die Lauterbacher zur kommenden Runde eingehen werden. Der FCH kämpft in der Staffel 2 um den Klassenerhalt und wäre wohl in einer normalen Saison als Achter längst gerettet.

Die halbe Bezirksliga muss absteigen

Doch die gängigen Mechanismen der Tabelleninterpretation greifen in diesem Jahr nicht, Schuld ist die Bezirksreform, die aus zwei Bezirksligen im Sommer eine macht. Etwa die Hälfte der Mannschaften steigt daher ab – der FC Hardt ist daher als Achter von 14 Teams mittendrin im Abstiegskampf und liegt derzeit einen Punkt hinter dem FV 08 Rottweil.

Was macht der FC Hardt?

Vor allem für das Verfolgerduo in der Kreisliga A1 ist das interessant. Denn wenn sich der FC Hardt in der Liga hält und das Bezirksliga-Spielrecht mit in die SGM Hardt/Lauterbach einbringt, können die Kickers nicht aufsteigen – egal, ob sie am Ende Meister werden oder nicht. Dann könnte auch der Tabellenzweite aufsteigen und der Dritte Relegation spielen. So interpretiert auch Nikolic die Konstellation. Aber: „Wir können nicht auf den FC Hardt hoffen, sondern müssen unsere Hausaufgaben machen.“ Ähnlich äußerte sich auch Müller. „Klar beobachtet man das, aber wir können uns nicht darauf verlassen.“

Denn noch sind sieben Spiele zu absolvieren – und nicht nur in Zimmern hofft man auch einen Ausrutscher der Lauterbacher.

Lage im Tabellenkeller

Spannung herrscht aber nicht nur an der Tabellenspitze. Auch im Abstiegskampf sind noch längst nicht alle Entscheidungen gefallen. Ärgern dürfte man sich vor allem beim SC Lindenhof. Bis zur 90. Minute sah alles nach einem Punktgewinn beim Türk. SV Schramberg aus, ehe ein Doppelpack von Leonit Halili für die Entscheidung zu Gunsten der Schramberger sorgte.

Letzter verspielt Führung

Damit rutscht der SCH auf den elften Platz ab, der nach Lage der Dinge nicht zum Klassenerhalt reichen wird. Auf Platz neun beträgt der Rückstand jedoch nur vier Punkte, hinter Lindenhof hofft auch der SV Waldmössingen II noch auf den Klassenerhalt. Eine Halbzeit lang sah es so aus, als würde der SVM beim Schlusslicht Oberndorf stolpern. Nach einem frühen 0:2-Rückstand glichen die Gäste noch vor der Pause aus, ehe dann gut eine Viertelstunde vor Schluss ein Doppelschlag von Florian Schneider und Florian Rütten für die Entscheidung sorgte, ehe ein Oberndorfer zum 5:2-Endstand ins eigene Tor traf.

Schwabo Powerplay
Freitag um 12.00 Uhr
Die sportlichen Highlights der Woche und die Top-Events für das Wochenende auf einen Blick.