Schwenninger Wild Wings DEL
: Das Jahrhundert-Tor – ein Ex-Schwenninger schreibt Geschichte

Dustin Strahlmeier ist in der DEL nach 32 Jahren der erste Torhüter-Torschütze. Für Wolfsburg trifft er per Empty-Net-Goal zum 4:2 gegen Dresden.
Von
Michael Bundesmann
Oberndorf
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Was für ein großartiges Kunststück: Dustin Strahlmeier übt eigentlich Toreschießen im Training nie.

Eibner

Zwischen Wolfsburg und Dresden läuft am späten Sonntagabend in der DEL die letzte Spielminute. Die Grizzlys führen mit 3:2. Dresden-Coach Gerry Fleming nimmt seinen Schlussmann Juho Olkinuora aus dem Kasten – das übliche Prozedere.

Wolfsburgs Keeper Dustin Strahlmeier pariert auf der anderen Seite zunächst einen Schuss der Dresdner, dann schreibt der Ex-Schwenninger DEL-Geschichte: „Ich habe mir nicht wirklich was dabei gedacht, sondern einfach geschossen“, erzählt ein glücklicher Strahlmeier wenig später bei „Magenta Sport.“

„Ich dachte, ich versuche es mal“

Und weiter: Strahlmeier schießt die Scheibe durch alle Spieler hindurch übers gesamte Eis rein ins leere Dresdner Tor zum 4:2-Endstand. „Ich hatte vor meinem Tor ein bisschen Platz, und ich dachte mir, ich versuche es mal. Mehr als ein Icing wäre dabei nicht herausgekommen.“ Herauskam stattdessen das erste Treffer eines Torhüters in der 32-jährigen Geschichte der DEL.

Der Linienrichter übergab Dustin Strahmeier nach dem Schlusszeichen den nun berühmten Puck, der im Hause des Keepers einen Ehrenplatz erhält.

Sein Trainer ist baff

Strahlmeiers Trainer Mike Stewart staunt heute noch über das Kunststück seines Torhüters: „Seit fünf Jahren kenne ich ihn jetzt. Dustin hat es im Training nicht einmal versucht, auf ein leeres Tor zu schießen. Aber sein Schuss in diesem Spiel hatte ein perfektes Timing.“

Das Selbstbewusstsein von „Strahli“ kommt momentan nicht von ungefähr. Seit Wochen befindet sich der 33-Jährige in einer starken Form. Am vergangenen Donnerstag absolvierte er gegen Mannheim sein 450. DEL-Spiel.

Olympia war sein großer Traum

Dabei erlebte Dustin Strahlmeier vor zehn Tagen einen bitteren Moment. So sehr hatte sich der gebürtige Gelsenkirchener und Schalke-Fan gewünscht, mit zu den Olympischen Spielen zu dürfen. Doch der Schlussmann wurde von Bundestrainer Harold Kreis nicht nominiert. Sein Jahrhundert-Tor ist für „Strahli“ nun vielleicht ein kleines Trostpflaster.

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