Zwei SCF-Joker treffen
: SC Freiburg gelingt mit 3:1-Sieg gegen VfB Stuttgart die Wende

Der SC Freiburg ist in der Saison angekommen: Mit einem 3:1-Sieg im Derby gegen den VfB Stuttgart feierten die Breisgauer den ersten Bundesliga-Saison in der neuen Runde.
Von
Felix Paschke
Oberndorf
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Jan-Niklas Beste (rechts) freut sich mit Joker über dessen Tor und den Derby-Sieg gegen den VfB Stuttgart.

Tom Weller/dpa

Vor dem Spiel wollte sich Sebastian Hoeneß noch nicht in die Karten schauen lassen, gut 75 Minuten vor Anpfiff war dann klar: Die beiden offensiven Last-Minute-Neuzugänge Badredine Bouanani und Bilal El Khannouss spielen in ihrer ersten Bundesliga-Partie direkt von Beginn für den VfB Stuttgart.

Auf der Gegenseite beorderte Julian Schuster, Trainer des SC Freiburg, Jan-Niklas Beste auf dem rechten Flügel in die Startaufstellung – erstmals seit dessen Winterwechsel aus Heidenheim im Winter 2025. Ebenfalls neu in der Elf des SC Freiburg: Linksverteidiger Jordy Makengo (statt Christian Günter) und Patrick Osterhage.

Letzterer bildete damit wieder gemeinsam mit Maximilian Eggestein die Doppelsechs der Vorsaison, Johan Manzambi rückte nach vorne auf die Zehn. Schuster wählte damit einen Ansatz für mehr Stabilität, der sich zunächst auszahlen sollte. Denn in der Anfangsphase hatte der SC Freiburg etwas mehr vom Spiel, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden.

Demirovic trifft sehenswert per Hacke

Die Gäste aus Stuttgart taten sich dagegen sehr schwer gegen stabile Hausherren. Und dennoch: Nach 20. Minuten gingen sie durch den Ex-Freiburger Ermedin Demirovic in Führung. Mit dem Rücken zum Tor kam der Stürmer im SC-Strafraum an den Ball, behauptete sich und traf kunstvoll mit der Hacke in rechte untere Eck zur Führung für die Schwaben. Dass er diese vor dem Anhang der Freiburger feierte, brachte ihm zahlreiche Pfiffe von den Rängen ein.

Der VfB Stuttgart jubelt über das 1:0.

Foto: Tom Weller/dpa

Es war der nächste Nackenschlag für den Sport-Club, dem anzumerken war, dass nach zwei Niederlagen zum Auftakt im Derby einiges auf dem Spiel stand. Demirovics Tor sorgte jedoch nicht für nachhaltige Verunsicherung bei den Breisgauern. In der 27. Minute prüfte der in der Anfangsphase auffällige Beste Alexander Nübel im Stuttgarter Tor aus gut 16 Metern.

In der ersten Halbzeit passiert in den Strafräumen wenig

Viel mehr passierte jedoch nicht in den beiden Strafräumen. Der SC Freiburg hatte mehr Ballbesitz, tat sich jedoch gegen extrem tiefstehende Stuttgarter schwer. Mit den Flanken von Vincenzo Grifo, Beste, Manzambi und Co. hatte die VfB-Abwehr keine Probleme. Nur eine – bereits in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit – wurde gefährlich. Osterhage köpfte freistehend nach Grifo-Flanke allerdings übers Tor.

An den Verhältnissen auf dem Feld änderte sich auch nach der Pause wenig. Stuttgart stand tief und überließ dem SCF den Ball. Und die Südbadener wurden direkt gefährlich Lukas Kübler verzog nach 52 Minuten aus spitzem Winkeln, ein Manzambi-Schuss von der Strafraumkante wurde wenig später zur Ecke geblockt.

Zweite Halbzeit ist deutlich offensiver

Das Derby wurde danach deutlich offener – auch, weil der VfB Stuttgart seine Offensivbemühungen intensivierte. Ein Abschluss aus der zweiten Reihe von Jamie Leweling und ein Kopfball von Demirovic am Tor vorbei waren die Belege dafür.

Danach übernahmen die Freiburger, bei denen Derry Scherhant nach gut einer Stunde für Grifo ins Spiel kam, wieder das Kommando und drückten auf den Ausgleich. Eine Flank nach der anderen segelte in den Strafraum von Nübel, wo jedoch zumeist die Abnehmer fehlten.

Traumdebüt für Igor Matanović

Diesen wechselte Schuster in der 78. Minute mit Igor Matanović ein. Der Stürmer feierte damit sein Bundesliga-Debüt für den SC Freiburg. Und was für eins: Drei Minuten nach seiner Einwechselung traf der groß gewachsene Stürmer sehenswert. Eine flache Hereingabe von Kübler nahm Matanović aus 16 Metern direkt mit links. Vom rechten Innenpfosten ging der Ball unhaltbar für Nübel ins Tor.

Die vollständige – und anhand des Spielverlaufs nicht unverdiente – Wende folgte nur fünf Minuten (86.) später. Den ersten Versuch von Joker Scherhant konnte Nübel noch abwehren, sein Nachschuss aus kurzer Distanz war dann drin.

Rote Karte als Schlusspunkt einer wilden zweiten Halbzeit

Für die endgültige Entscheidung sorgte anschließend erneut Matanović per Elfmeter. Finn Jeltsch hatte Manzambi nach starkem Dribbling gefoult, der neue Stürmer souverän verwandelt und damit den ersten Sieg des SC Freiburg in der Saison perfekt gemacht. Beide Südwest-Konkurrenten haben damit drei Punkte auf dem Konto.

Der Schlusspunkt in einem am Ende wilden und emotionalen Derby war dann die Rote Karte für Manzambi wegen groben Foulspiels. Am Endergebnis endete das jedoch nichts mehr.

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