Verletzungssorgen um Keeper Noah Atubolu: Die Serie des SC Freiburg ist gerissen

Enttäuschung bei Ritsu Doan und dem SC Freiburg: Gegen Union Berlin verloren die Breisgauer im eigenen Stadion mit 1:2.
Harry Langer/dpaEs war keine einfache Aufgabe, die Julian Schuster seinem Schützling Michael Gregoritsch am Sonntagmittag gegeben hatte. Zum ersten Mal seit dem 15. Spieltag hatte der Trainer des SC Freiburg den Mittelstürmer in die Startelf beordert.
Kein Größenvorteil für Gregoritsch
Mit seinem 1,93 Metern gehört der Österreicher zu den größeren Bundesliga-Spielern. Gegen die drei Union-Innenverteidiger – allesamt ähnlich groß gewachsen wie Gregoritsch – fiel seine Größe aber nicht wirklich auf. Insgesamt rund 100 Minuten lang suchten die Freiburger ihren Zielspieler – fanden ihn aber zu keiner Phase des Spiels so wirklich. Zu gut verteidigten die Gäste.
Grifo in seinem 300. Spiel mit Vorlage
Für die erste gefährliche Aktion der Hausherren benötigte es daher einen Standard. Vincenzo Grifo, der gegen Union sein 300. Pflichtspiel für die Freiburger absolvierte, scheiterte mit einem Freistoß vom rechten Strafraumeck an Frederik Rönnow.

Spielte zum 300. Mal für den SC Freiburg: Vincenzo Grifo.
Foto: dpa/Harry LangerLucas Höler trifft zum 1:0
Es wirkte als Wachmacher für die Breisgauer. In der 29. Minute schickte Ritsu Doan den nach rechts ausgewichenen Grifo – in der Mitte hatte Lucas Höler wenig Mühe, die Hereingabe zum 1:0 zu verwerten. Vorlagengeber und Jubilar Grifo sprach später von „gutem Kombinationsspiel“.
Schiedsrichter steht beim Gegentor im Weg
Zu mehr Spielkontrolle trug die Führung jedoch nicht bei. Bereits 60 Sekunden später war Union wieder im Spiel. Philipp Lienhart war nach einer Flanke zwar vor seinem Gegenspieler am Ball, seine Klärungsaktion wurde aber zur Vorlage für Rani Khedira. Sein Schuss aus 18 Metern saß mit gut 110 Stundenkilometern im linken Eck. Unglücklich für die Freiburger: Schiedsrichter Sören Storks versperrte Höler den Weg. Ob er Khedira entscheidend hätte stören können, ist jedoch fraglich.

Noah Atubolu musste nach knapp einer Stunde raus. Ob ihm ein längerer Ausfall droht, ist noch offen.
Foto: dpa/Harry LangerDen schnellen Konter bezeichnete Schuster hinterher als „Knackpunkt“ in der intensiv, aber insgesamt fair geführten Partie. „Wir haben in bestimmten Momenten nicht gut verteidigt“, sagte der SC-Trainer nach dem Spiel. Das zweite Gegentor kurz nach der Pause meinte er damit gleich mit. Denn Durchgang zwei begann mit einem doppelten Nackenschlag. Erst traf Andrej Ilic in der 48. Minute zum 2:1 für Union, zehn Minuten später musste Keeper Noah Atubolu ausgewechselt werden.
Am Montag wird Atubolu untersucht
Kurz vor der Pause war er mit Lienhart zusammengestoßen, in der 58. Minute ging es dann nicht mehr weiter. Florian Müller kam für ihn ins Spiel – Untersuchungen am Montag sollen Aufschluss über die Schwere der Blessur geben.
Kuriose Situation rund um eine Flitzerin auf dem Feld
Müller durfte direkt aus der Ferne beobachten, wie sein Gegenüber Rönnow mit einer Großtat gegen Grifo den Ausgleich verhinderte.
SC-Kapitän Günter nimmt Flitzerin in den Arm
Danach wurde es kurios: Eine als Schmetterling verkleidete Flitzerin lief aufs Feld und zog gut eine Minute ihre Kreise. SC-Kapitän Christian Günter nahm sie in den Arm, ehe sie widerstandslos den Rasen verließ. Beide Trainer nahmen die Situation später mit Humor. Man habe den Frühling eingeläutet, sagte Union-Coach Steffen Baumgart.
Innenverteidiger wird zum Mittelstürmer – ohne Erfolg
Die Szene war der Startschuss für einen 30-minütigen Sturmlauf des SC Freiburg, Schuster („Wir haben alles versucht“) brachte unter anderem Eren Dinkci, Jan-Niklas Beste – zudem wurde Innenverteidiger Matthias Ginter als zweiter Mittelstürmer neben Gregoritsch nach vorne beordert.
Allein, es half nichts. Union verteidigte kompromisslos, den Freiburgern dagegen fehlte die Präzision im letzten Drittel, kaum eine Flanke fand den eigenen Mitspieler. Teilweise „zu kurz“ seien die Hereingaben gewesen, bestätigte Grifo.
Am Samstag kommt Borussia Dortmund nach Freiburg
Er und seine Kollegen müssen nun mit dem fast schon ungewohnten Gefühl einer Niederlage umgehen und den Blick schnell wieder nach vorne richten. Kommendes Wochenende kommt Borussia Dortmund ins Europa-Park-Stadion. Mit unaufmerksamen Momenten in der SC-Defensive dürfte es schwierig werden, eine neue Serie zu starten.