Millionen-Einnahmen und mehr: Das bedeutet die Europa League für den SC Freiburg und VfB Stuttgart

Auch dank der TV-Einnahmen ist die Teilnahme am europäischen Geschäft für die Vereine finanziell attraktiv.
Harry Langer/dpaFür den SC Freiburg ist es die unerwartete Belohnung, für die Konkurrenz aus Stuttgart die Rettung einer durchwachsenen Saison: die Qualifikation für die Europa League. Seit dem DFB-Pokalsieg am Samstagabend steht fest, dass beide Südwest-Teams in der neuen Saison im internationalen Geschäft vertreten sind. Das hat Auswirkungen – auf die Vereinskasse und die Bundesliga.
Finanzen In der Europa League lässt sich gutes Geld verdienen, auch wenn die Summen aus der Champions League unerreicht bleiben. Der SC Freiburg und der VfB Stuttgart können aber definitiv mit 4,31 Millionen Euro an Startprämie rechnen, pro Punkt gibt es weitere 150 000 Euro. Zudem gibt es Geld für die Endplatzierung in der Ligaphase bis zu 2,7 Millionen Euro.
Das Erreichen des Achtelfinals – 2023 scheiterte Freiburg in dieser Runde an Juventus Turin – wird ebenfalls prämiert (1,75 Millionen Euro), die weiteren Runden (Viertelfinale 2,5 Mio., Halbfinale 4,2 Mio., Finale 7 Mio.). Der Gewinn der Europa League bringt am Ende noch einmal zusätzlich sechs Millionen Euro ein. Zudem bekommt jeder Verein einen Anteil aus den TV-Einnahmen.
Transfermarkt Mit dem Wissen um die Europa-Millionen können die Verantwortlichen auf dem Transfermarkt aktiv werden, die Freiburger haben bereits in der ersten Woche nach dem Saisonende mehrfach zugeschlagen. Auch im Kader des VfB Stuttgart wird sich etwas tun.
Für beide Teams ist die Teilnahme an der Europa League ein wichtiger Faktor in den Verhandlungen – mit Neuzugängen und mit Spielern aus dem derzeitigen Kader.
Der neue Modus Der VfB Stuttgart kennt den Liga-Modus bereits aus der Champions League, für den SC Freiburg ist er Neuland. „Ich freue mich auf alles, was kommt“, sagte Freiburgs Vincenzo Grifo daher mit Blick auf den Europapokal.
Statt einer Vorrunde mit Hin- und Rückspiel werden die europäischen Wettbewerbe seit 2024 im Liga-Modus ausgetragen. Jedes Team absolviert insgesamt acht Spiele gegen acht unterschiedliche Gegner. Am Ende gibt es eine Abschlusstabelle aller 36 Teilnehmer. Die ersten acht Teams sind dann automatisch im Achtelfinale, die Plätze neun bis 24 spielen in den Play-offs um die weiteren acht Plätze in der Runde der letzten 16.
Los geht die Europa League 2025/26 am 24. und 25. September, in Istanbul, im Stadion von Besiktas, steigt am 20. Mai 2026 das Endspiel.
Mögliche Gegner Bei der Reiseplanung müssen sich Vereine und Fans noch gedulden. Die Auslosung ist erst am 29. August. Viele mögliche Gegner sind noch nicht bekannt, erst wenn die Qualifikationsrunden beendet sind, steht das Teilnehmerfeld. Neben Freiburg und Stuttgart sind unter anderem schon Crystal Palace und Aston Villa dabei ebenso AS Rom, Olympique Lyon und der FC Porto.
Der ein oder andere namhafte Konkurrent wird wohl noch dazukommen. Zumindest beim VfB Stuttgart hat man aber dennoch große Ambitionen. „Wir können den Europapokal gewinnen“, sagte Jamie Leweling bei den Feierlichkeiten zum DFB-Pokalsieg mit Blick auf das eher dürftige Endspiel in dieser Saison.
Auswirkungen auf die Liga Schon jetzt ist klar: Die Fans in Freiburg und Stuttgart können sich zumindest für die Hinrunde auf viele Sonntagsspiele in der Bundesliga einstellen. Denn wie gewohnt finden die Partien in der Europa League am Donnerstagabend statt. Die Trainer Julian Schuster und Sebastian Hoeneß werden daher auch in Sachen Belastungssteuerung gefordert sein. Für europäische Nächte werden sie diese Herausforderung aber gerne annehmen.
