Matanovic trifft schon wieder: Beim SC Freiburg werden die Neuzugänge immer wichtiger

Feiern das 2:1: Torschütze Igor Matanovic (von links), Derry Scherhant und Philipp Treu. Alle drei kamen erst im Sommer zum SC Freiburg.
dpa/Silas SteinWer weiß, was passiert wäre, wenn Vincenzo Grifo am Sonntagmittag in der 66. Minute gegen den 1. FC Köln bereits auf dem Feld gestanden hätte. Gut möglich, dass der SC Freiburg dann einen neuen Rekordtorschützen hätte. Denn nur ein Tor fehlt Grifo, um mit seinem Ex-Mitspieler und Vereinslegende Nils Petersen gleichzuziehen.
Den Handelfmeter, den die Breisgauer gegen Köln zugesprochen bekamen, hätte sich Standardexperte Grifo wohl kaum nehmen lassen. Doch es kam anders: Denn Trainer Julian Schuster brachte zum zweiten Mal in Folge Derry Scherhant anstatt Grifo von Beginn auf der linken Außenbahn.
Und so war es Igor Matanovic, der schon in Durchgang eins seine Torserie ausgebaut hatte, der sich den Ball auf den Elfmeterpunkt legte – und mit seinem zu unplatzierten Flachschuss ins rechte Eck an Marvin Schwäbe im FC-Tor scheiterte. „Ich habe mich auf mich fokussiert und versucht, ruhig zu bleiben. Nicht gut geschossen, das muss ich mir ankreiden. Es fühlt sich nicht gut an“, sagte Matanovic nach der Partie am DAZN-Mikro.
Das sagt Igor Matanovic zu seinem Elfmeter-Fehlschuss
Denn statt einer – mehr oder weniger – komfortablen 3:1-Führung mussten die Freiburger so bis zum Ende zittern, ehe der nächste Heimsieg unter Dach und Fach war. „Auch für die Mannschaft ist es ein einfacheres Gefühl, wenn du mit zwei Toren führst“, wusste auch Matanovic. Allzu große Gedanken über seinen Fehlschuss dürfte er sich jedoch nicht machen. „Das ist geschehen, ich kann es nicht mehr ändern, und ich habe es schon wieder vergessen“, sagte er.
Es ist eine Aussage, die sinnbildlich für die Entwicklung des Stürmers nach der Winterpause steht. Erst in der Vorwoche gegen Augsburg feierte er sein Bundesliga-Startelf-Debüt für den SC. Und derzeit ist er kaum wegzudenken aus der ersten Elf der Freiburger – nicht nur aufgrund seiner Treffer. „Klar, die kommen dann, und als Stürmer sind die unfassbar wichtig. Aber wie er auch Bälle festmacht, wie er hohe und flache Anspiele verarbeitet, das ist sehr, sehr wichtig“, sagte Matthias Ginter bei DAZN über Matanovic.
Der Innenverteidiger war es auch, der kurz vor der Pause wohl eher unabsichtlich für den kroatischen Nationalspieler zum Führungstreffer auflegte. Es war der einzige Scorerpunkt eines Freiburger Nicht-Neuzugangs am Sonntag. Denn nachdem die Kölner zunächst durch ein Eigentor von Max Rosenfelder in Führung gingen, besorgten nur gut eineinhalb Minuten später Yuito Suzuki und Scherhant den schnellen Ausgleich.
Die Freiburger Neuzugänge sorgen Konkurrenzkampf im Kader
Beide überzeugten am Sonntag und sind weitere Beispiele dafür, dass die Neuzugänge beim SC Freiburg eine wichtige Rolle spielen. Sie machen den Kader breiter und zwingen Schuster so Woche für Woche zu schwierigen Entscheidungen. Der Trainer selbst war am Sonntag nach dem Schlusspfiff erleichtert und sah die schnelle Antwort auf den Rückstand als einen der Schlüssel zum Erfolg. Er sprach auf der Pressekonferenz von einer „beachtlichen Reaktion“ auf den frühen Gegentreffer. „Dass sie das abschütteln kann, das ist bemerkenswert“, lobte er seine Mannschaft.
Manzambi spielt nicht – und entgeht einer möglichen fünften gelben Karte
Ebenso bemerkenswert am Sonntag: Johan Manzambi, in dieser Saison eine der tragenden Säulen im SC-Offensivspiel, saß die gesamte Spieldauer auf der Bank und wurde nicht eingewechselt. Die Breisgauer gewann auch ohne ihn – auch dank der Neuzugänge Matanovic, Scherhant und Suzuki. Und eine weitere gute Nachricht: Manzambi, der derzeit bei vier gelben Karten und damit kurz vor einer Sperre steht, ist im Derby gegen den VfB Stuttgart am Sonntag spielberechtigt.
