Im Derby geht’s um viel: Der SC Freiburg will gegen den VfB Stuttgart eine Reaktion zeigen

Am ersten Spieltag der vergangenen Saison gewann Freiburg – hier SC-Profi Maximilian Eggestein im Duell mit VfB-Profi Atakan Karazor (links) – das Derby zu Hause gegen Stuttgart.
Philipp von Ditfurth/dpaBevor es am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Landesduell gegen den VfB Stuttgart geht, stand beim SC Freiburg erst einmal Aufarbeitung an. Denn bei der 1:4-Niederlage in Köln lief wenig zusammen, entsprechend deutlich äußerten sich danach Trainer und Spieler. „Wir haben uns die Zeit genommen, uns ehrlich auszutauschen“, berichtet Trainer Julian Schuster nun vor dem Heimspiel gegen Stuttgart.
Für ihn und seine Mannschaft ist es keine ganz neue Situation. „Letztes Jahr hatten wir auch eine Phase, in der es sich ähnlich angefühlt hat“, erinnert sich der SC-Trainer an mehrere Niederlagen am Stück.
Die Reaktion damals: Vier Zu-Null-Siege hintereinander. Nach dem Fehlstart in die Saison mit zwei Pleiten gegen Augsburg und Köln will der SC Freiburg auch in dieser Saison wieder reagieren und damit die ersten Punkte in der Bundesliga einfahren.
Hoeneß hat Respekt vor dem SC Freiburg
„Es sind nur zwei Niederlagen, keine acht“, sagte am Donnerstag auch der Stuttgarter Coach Sebastian Hoeneß über den Saisonstart des Gegners. Und: „Ich glaube nicht, dass es sie umwirft.“
Zumal auch der VfB Stuttgart keinen extrem überzeugenden Start hingelegt hat. Im Pokal hat sich der Titelverteidiger gegen Braunschweig weitergezittert, in der Liga wurde gegen Mönchengladbach am zweiten Spieltag der Fehlstart mit dem 1:0-Sieg verhindert, nachdem man zum Auftakt bei Union Berlin verlor und vorher im Supercup dem FC Bayern unterlag.
„Startschuss“ nach der Transferphase
„Das wird hart, das wird anspruchsvoll“, warnte Hoeneß daher vor dem Auswärtsderby im Europa-Park-Stadion. Von einem Neustart nach den Bewegungen innerhalb des Kaders bis zum Deadline Day wollte er jedoch nicht sprechen, wohl aber von einem „Startschuss in eine sehr interessante Phase“ bis zur nächsten Länderspielpause im Oktober.
Denn genau wie beim SC Freiburg beginnt auch für den VfB Stuttgart schon bald die Dreifachbelastung in der Europa League. Der Sport-Club startet am Mittwoch, 24. September, mit einem Heimspiel gegen den Schweizer Nachbarn aus Basel, Stuttgart empfängt einen Tag später Celta Vigo. Davor allerdings stehen für die beiden Teams noch zwei Bundesliga-Begegnungen an. Und auch, wenn schon bald Flutlichtspiele warten, liegt Schusters Fokus zunächst einmal „rein auf Stuttgart und dem Spiel“, sagte er vor dem Derby gegen den baden-württembergischen Rivalen.
Julian Schuster: „Fühle mich als Südbadener“
Der Trainer der Freiburger ist in der Nähe von Stuttgart geboren und aufgewachsen, am 27. Oktober 2007 debütierte er für den VfB in der Bundesliga. 2008 wechselte er dann zum SC Freiburg, bei dem er seitdem verschiedene Stationen als Spieler und Trainer durchlief.
„Ich bin schon so lange hier, ich fühle mich als Südbadener“, sagte er vor dem Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Verein, gegen den er in der Vorsaison sein allererstes Bundesliga-Spiel als Cheftrainer bestritt. Nach einem Blitz-Gegentreffer von Ex-Freiburger Demirovic gewannen die Breisgauer am Ende verdient mit 3:1 und bescherten ihrem Coach ein Traumdebüt in der Bundesliga.
SC Freiburg will gegen VfB Stuttgart Reaktion zeigen
Gut ein Jahr später hofft Schuster, dass seine Elf eine Reaktion auf die Niederlage in Köln zeigt. Dabei hofft er auch auf einen Derby-Effekt: „Wir wissen, was das Spiel für die Fans bedeutet, und wir haben genügend Spieler, für die es auch viel bedeutet.“
Gegenüber Hoeneß ist froh, das nach der Transferphase nun Klarheit herrscht. Nun gehe es darum, Dinge „eventuell anzupassen“. Das sei eine „gemeinsame Challenge“.
