Hinrundenbilanz des SC Freiburg: Auf den Fehlstart zu Saisonbeginn folgt im Winter die Festtagslaune

Die beiden Neuzugänge Philipp Treu (links) und Yuito Suzuki sind beim SC Freiburg angekommen – hier feiern sie Treus Treffer in Wolfsburg.
dpa/Darius SimkaAls die Punkte 18, 19 und 20 eingefahren waren, rückten beim SC Freiburg schnell die kommenden freien Tage in den Fokus. „So macht Weihnachten unglaublich Spaß“, sagte Vincenzo Grifo, der mit 70 Treffern seit Samstagnachmittag alleiniger Bundesliga-Rekordtorschütze seines „Herzensvereins“ ist.
Sein Trainer Julian Schuster wurde am Sky-Mikro sehr emotional: „Unglaubliches Spiel – das größte Geschenk überhaupt für Weihnachten, davon profitieren glaube ich alle“, sagte er und meinte damit nicht nur Mannschaft, sondern auch die Fans. Er selbst sei dankbar, „so eine Mannschaft trainieren zu dürfen“, so der Trainer nach dem wilden 4:3-Sieg der Freiburger beim VfL Wolfsburg.
Schon vor der Partie in der Autostadt hatte Schuster ein positives Fazit für die bisherige Saison 2025/26 gezogen. Und das durchaus zu Recht: In der Europa League sind die Freiburger auf dem besten Weg in die Top acht, im DFB-Pokal ist man im Viertelfinale gegen den Berliner Zweitligisten Hertha BSC Favorit. Und auch in der Bundesliga ist der Sport-Club durch den Sieg beim VfL am Samstag im Soll – zumindest mehr oder weniger.
Auf den Fehlstart im Herbst folgt im Winter die Festtagslaune
Denn: „Ein, zwei Spiele, die hätte ich gerne, dass wir die für uns entschieden hätten, aber das haben wir nicht getan und dem hinken wir ein Stück weit hinterher. Aber trotzdem sind wir in einem gewissen Bereich, der in Ordnung ist“, sagte Schuster und blickte auch noch einmal auf den Saisonstart zurück. Denn gegen Augsburg und Köln gab’s direkt zwei Pleiten – und plötzlich herrschte fast schon Krisenstimmung im Breisgau.

Zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf: SC Freiburg-Trainer Julian Schuster.
Foto: Darius Simka/dpaVor allem die Reaktion – unter anderem mit dem Derbysieg gegen den VfB Stuttgart – auf diesen Fehlstart war es jedoch, die Schuster nachhaltig beeindruckte. „Das war ein wichtiger Schritt, von dem wir heute noch zehren und der uns allen dann auch wieder klargemacht hat: Was ist für uns wichtig? Wer sind wir? Was zeichnet uns?“, so der Coach.
Neuzugänge sind nach kurzer Anlaufzeit angekommen
Dass sich die Freiburger gerade ganz zu Beginn schwer taten, war dabei nicht wirklich überraschend. Zwar wurde auf dem Transfermarkt kräftig zugeschlagen und viel Offensivpower verpflichtet. Dass Yuito Suzuki und Co. den zu Eintracht Frankfurt abgewanderten Ritsu Doan jedoch nicht sofort eins zu eins ersetzen können, war den Verantwortlichen schon im Sommer klar.
Mittlerweile jedoch hat sich das Offensivspiel der Freiburger neu gefunden: Die Neuzugänge Suzuki, Philipp Treu und Derry Scherhant – häufig als gefährlicher Joker – kamen im Laufe der Hinrunde immer besser ins Rollen. Jan-Niklas Beste, der schon in der Winterpause 2025 in den Breisgau wechselte, scheint mit etwas Verspätung ebenfalls beim SC angekommen zu sein.
Trainer Julian Schuster fehlen die Trainingseinheiten
Dass die Integration der Neuen so glatt lief, ist bemerkenswert – obwohl die Freiburger aufgrund der Europa-League-Teilnahme in dieser Saison deutlich weniger Zeit auf dem Trainingsplatz verbringen als in der Vorsaison. Eine Tatsache, die Schuster zuletzt immer wieder betonte. Er misse die Trainingseinheiten, um inhaltlich zu arbeiten, sagte er vor einigen Wochen.
So geht’s im neuen Jahr für den SC Freiburg weiter
„Wenn wir international spielen, bedeutet das, dass qualitativ starke Mannschaften, die vielleicht noch mehr Möglichkeiten haben als wir, eine ganze Woche haben, um sich vorzubereiten“, sagte Schuster. Wohl auch deshalb freut man sich beim SC Freiburg auf ein paar Tage Pause, ehe es dann schon am 10. Januar (Heimspiel gegen den Hamburger SV) in der Bundesliga weitergeht.
Es folgen direkt drei weitere englische Wochen – zwei im Europapokal, eine in der Liga. Anfang Februar geht’s dann auch unter der Woche ins Berliner Olympiastadion. Zunächst jedoch stehen bei Schuster, Grifo und Co. die Weihnachtsfeiertage an. Ein vorgezogenes Geschenk gab’s bereits am Samstagmittag in Wolfsburg.
