Gegen die düstere Bilanz
: SC Freiburg vor Mission Impossible bei Bayern München

Nach der Länderspielpause trifft der SC Freiburg auf den FC Bayern München. Julian Schuster lobt den Rekordmeister – und will mit seiner Elf unangenehm sein.
Von
Felix Paschke
Oberndorf
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Stürmer Junior Adamu (links) gilt beim SC Freiburg auch als defensivstark und kann das am Samstag in München unter Beweis stellen.

Philipp von Ditfurth/dpa

Es dürfte im Weltfußball derzeit wenige Aufgaben geben, die schwerer sind, als die, vor der der SC Freiburg am Samstagmittag (15.30 Uhr/Sky) steht. Es geht in die Allianz-Arena zum noch immer ungeschlagenen FC Bayern München.

Während die Elf von Vincent Kompany vor der Länderspielpause bei Union Berlin beim 2:2 die ersten beiden Punkte der Saison liegen ließ, sind die Münchener im eigenen Stadion eine Macht. Alle sieben Heimspiele hat der Rekordmeister in dieser Saison gewonnen und dabei überhaupt erst zwei Gegentore kassiert.

In Kombination mit der extrem düsteren Bundesliga-Bilanz des SC Freiburg im München (drei Remis in 25 Ligaspielen) könnten die Rollen im Vorfeld kaum klarer verteilt sein – es klingt fast nach einer „Mission Impossible“ für Trainer Julian Schuster und seine Mannschaft. Daran ändert auch der überraschende 2:1-Sieg der Freiburger im DFB-Pokal-Viertelfinale 2023 wenig, der die SC-Auswärtsstatistik in München ein klein wenig aufbessert. Über diese Zahlen reden wollte Schuster am Donnerstagmittag nicht – „das lassen wir einfach so stehen“.

Kimmich und Kane stechen aus dem Bayern-Kollektiv heraus

Denn natürlich weiß auch der Freiburger Coach, mit wem es seine Mannschaft am Samstag zu tun bekommt. „Der Glaube und die Überzeugung in die Herangehensweise ist spürbar“, sagte der Trainer über die Bayern unter Kompany – mit Stürmer Harry Kane, der in den vergangenen Spielen mehrfach auch als Spielmacher und Abräumer vor dem eigenen Sechszehner auffiel, und Mittelfeldspieler Joshua Kimmich hob er zwei aus dem FCB-Kollektiv heraus. Denn auch Schuster weiß: Die Bayern im Jahr 2025, das ist viel mehr als Kimmich und Kane.

Sechs Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten

Nach der Champions-League-Partie bei Paris St. Germain wurden die Münchener in der internationalen Presse gar als beste Mannschaft Europas bezeichnet, national scheinen sie in dieser Saison konkurrenzlos, sechs Punkte Vorsprung nach zehn Spielen sprechen eine deutliche Sprach. Und doch: Am letzten Spieltag vor der Länderspielpause stolperten die Bayern erstmals, bei Union Berlin traf Kane erst in der 90. Minute zum 2:2.

Das ist zwei Wochen her, viel trainieren konnte FCB-Coach Kompany seitdem nicht, zudem wartet bereits am kommenden Mittwoch in der Königsklasse der Kracher gegen Arsenal London. Und während der SC Freiburg nur auf eine Handvoll Nationalspieler im Trainingsbetrieb verzichten musste, standen alleine fünf FCB-Akteure in der Startelf der deutschen Nationalmannschaft, als sie sich mit dem 6:0-Sieg gegen die Slowakei das WM-Ticket sicherte.

Dieses Ziel hat der SC Freiburg bei Bayern München

An der Rollenverteilung ändert das alles jedoch nichts. Wie also geht der SC Freiburg das Spiel bei den übermächtig wirkenden Bayern an? „Natürlich sind es Punkte, die entscheidend sind. Wenn ich auf Punkte verzichten muss, dann mit einer Leistung, auf der wir aufbauen können“, sagte Schuster zur Zielsetzung. Personell hat er dabei die Qual der Wahl, einzig Cyriaque Irié ist nach überstandener Malaria-Infektion noch keine Kaderoption. Ansonsten jedoch sind alle fit, „es scharren einige Hufe“, sagte Schuster.

Er muss also erneut viele schwere Personalentscheidungen treffen und dabei auch den Gegner im Blick haben. Denn: „Es wird Phasen geben, in denen du tief reingedrückt wird“, sagte er. Und dennoch fahren die Freiburger nicht ohne Ambitionen nach München, wo sie in der Bundesliga noch nie gewonnen haben. „Man kann ja einen Gegner auch loben, und es ihm am Wochenende trotzdem unangenehm machen“, schickte Schuster am Ende nach den vielen lobenden Worten zumindest eine Mini-Kampfansage in Richtung des Rekordmeisters.

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