Finanziert vom Land: So viel kostete der Polizeieinsatz beim Hochrisikospiel des SC Freiburg

Das Spiel des SC Freiburg gegen Maccabi Tel Aviv wurde von erhöhten Sicherheitsvorkehrungen begleitet – am Ende blieb alles ruhig.
Philipp von Ditfurth/dpaEin Polizeihubschrauber über der Innenstadt, mehrere mobile Zufahrtssperren und rund 2300 – teilweise schwer bewaffnete – Polizisten im Einsatz: Zur Sicherung des Hochrisikospiels zwischen dem SC Freiburg und Maccabi Tel Aviv in der Europa League am vergangenen Donnerstag machten die Sicherheitsbehörden keine halben Sachen.
Und ihr Plan ging auf. „Im Zusammenhang mit der Veranstaltung kam es zu einzelnen, überschaubaren Vorkommnissen, darunter mehrere Sachbeschädigungen in Form von Farbschmierereien. Schwerwiegende sicherheitsrelevante Störungen blieben aus“, teilte die Freiburger Polizei am Tag nach der Europa-League-Partie mit.
Gut eine Woche nach dem Spiel ist nun auch klar, was der Großeinsatz der Polizei in Freiburg, bei dem auch Beamte aus benachbarten Bundesländern und von der Bundespolizei im Einsatz waren, gekostet hat.
Innenministerium nennt die Kosten für den Polizeieinsatz
Auf Nachfrage unserer Redaktion spricht das Innenministerium Baden-Württemberg von „polizeilichen Einsatzkosten in Höhe von rund 1,87 Millionen Euro“. Dabei handele sich um eine „vorläufige Kostenermittlung; geringfügige Abweichungen bei der abschließenden Abrechnung sind möglich“, so das Ministerium weiter.

Beim Einlass der Fans ins Stadion kam es zu Verzögerungen.
Foto: Felix PaschkeDer Kostenschätzung zugrunde liegen Berechnungsmodalitäten gemäß der Verwaltungsvorschrift des Finanzministeriums, heißt es aus Stuttgart. Eben jene Verwaltungsvorschrift sehe „einen Pauschalsatz pro Arbeitsstunde von Beamtinnen und Beamten der jeweiligen Laufbahngruppe“ vor. Die Kosten des Einsatz trägt laut Innenministerium die Polizei, sprich: das Land Baden-Württemberg.
Der größte Polizeieinsatz in Freiburg seit dem Papst-Besuch 2011
Zusätzlich zum Polizeieinsatz, der der größte in Freiburg seit dem Papst-Besuch 2011 war, war auch das städtische Amt für Brand- und Katastrophenschutz mit mehr als 700 vorwiegend ehrenamtlichen Kräften der Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus dem gesamten Regierungsbezirk Freiburg, den Berufsfeuerwehren aus Baden-Württemberg und auch grenzüberschreitend aus Frankreich und der Schweiz im Einsatz.
Wie die Polizei zog auch die Stadt am Tag nach dem Spiel eine „positive Bilanz“. Ein „gemischtes Fazit“ zog dagegen der SC Freiburg. „Die getroffenen Maßnahmen waren aus der Sicherheitsperspektive erfolgreich – es kam sowohl beim Spiel als auch im Stadionumfeld und in der Stadt zu keinerlei nennenswerten Störungen“, schrieb der Verein in einer Stellungnahme.
SC Freiburg zieht „gemischtes Fazit“ nach dem Spiel
Aufgrund von „zusätzlich erforderlichen Überprüfungsmaßnahmen der Akkreditierungen des Sicherheits- und Ordnungspersonals“ kam es beim Einlass jedoch zu Verzögerungen, rund 4000 Fans kamen erst nach Anpfiff auf ihre Plätze im Stadion. „Dass es trotz der intensiven Vorbereitungen aller Beteiligten zu den Unannehmlichkeiten für die Besuchenden gekommen ist, bedauert der Sport-Club außerordentlich“, so der Verein, der den betroffenen Fans „aus Kulanzgründen und in Anerkennung der entstandenen Unannehmlichkeiten einen Gutschein in Höhe von 25 Euro für den SC-Fanshop zukommen lassen“, will.
