Es geht nicht nur ums Geld
: Warum das Europa-League-Spiel des SC Freiburg in Lille so wichtig ist

Nur ein Punkt fehlt dem SC Freiburg , um sicher im Achtelfinale der Europa League zu stehen. Doch auch ein Sieg gegen den OSC Lille hätte wichtige Auswirkungen.
Von
Felix Paschke
Oberndorf
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Es fehlt nicht mehr viel, und Trainer Julian Schuster steht mit dem SC Freiburg im Achtelfinale der Europa League.

dpa/Jan Woitas

Während die Fans des VfB Stuttgart am Donnerstagabend während der Mega-Konferenz in der Europa League von Minute eins rechnen müssen, brauchte man beim SC Freiburg keine Kenntnisse der höheren Mathematik.

Denn vor dem abschließenden Spieltag der Ligaphase ist klar: Ein Punkt und der SC Freiburg steht sicher im Achtelfinale. Die beiden Play-off-Spiele am 19. und 26. Februar würde man sich damit sparen und erst am 12. März wieder ins Europapokal-Geschehen eingreifen. Es winken mehrere „normale“ Trainingswochen ohne Europa-League-Spiel unter der Woche.

Mit einem Unentschieden gegen den OSC Lille am Donnerstag (21 Uhr/RTL+) wäre genau das Realität und die Freiburger sicher in den Top acht. Doch auch eine Niederlage könnte reichen. Sechs Teams, die derzeit hinter dem Sport-Club stehen, müssten punkten – vier von ihnen gewinnen und teilweise auch die Tordifferenz verbessern.

So kann man Aston Villa und Olympique Lyon aus dem Weg gehen

Die Chancen für den sicheren Achtelfinaleinzug stehen also sehr gut. Doch auch die Platzierung spielt für den SC Freiburg eine Rolle – sportlich und finanziell. Denn schaffen es die Freiburger unter die ersten vier, könnten sie im weiteren Verlauf der K.o.-Phase frühestens im Halbfinale auf die beiden extrem starken Erstplatzierten der Ligaphase treffen – derzeit Aston Villa und Olympique Lyon.

Ein weiterer Vorteil, den eine Top-vier-Platzierung für den weiteren Verlaufe der Europa League hätte: Als besser platziertes Team in den Achtel- und Viertelfinalduellen hätten die Freiburger wohl jeweils im Rückspiel Heimrecht – mit Blick auf die starke Bilanz im eigenen Stadion ein echter Vorteil.

Bereits jetzt hat der SC Freiburg Millionen verdient

Zudem hat die Endplatzierung in der Ligaphase auch Einfluss auf die Höhe der Prämie, die die Uefa an den SC Freiburg ausschüttet. Bereits jetzt haben die Breisgauer in dieser Europa-League-Saison gut verdient: 4,31 Millionen Euro für die Teilnahme, die bisherigen fünf Siege und zwei Unentschieden bringen weitere 2,55 Millionen Euro ein. Genau diese, durchaus stolze, Summe würde auch Platz drei in der Ligaphase zusätzlich bringen (pro Rang darunter 75 000 Euro weniger) – plus noch einmal eine pauschale Zahlung von 600 000 Euro für einen Platz unter den ersten acht. Das Erreichen des Achtelfinals würde weitere 1,75 Millionen Euro in die Kasse spülen.

Matthias Ginter: „Es ist alles drin, und wir können aus dieser Saison noch eine besondere machen.“

Foto: Soeren Stache/dpa

Sollten es die Freiburger also in Lille direkt in die Runde der letzten 16 schaffen, hätten sie insgesamt bereits mehr als elf Millionen Euro an Prämien sicher – dazu kommen so genannte „Wertprämien“. Grundlage hierfür sind laut Uefa die „tatsächlichen Ergebnisse des Verkaufs der Medienrechte“ für die gemeinsam vermarktete Europa und Conference League.

Olivier Giroud und Mbappé-Bruder spielen beim Gegner

Die finanziellen Rahmenbedingungen dürften jedoch am Donnerstagabend in Nordfrankreich eine untergeordnete Rolle spielen. Denn der derzeit Fünfte der französischen Liga hat sein Ticket für die Play-offs im Europapokal noch nicht sicher und könnte noch abgefangen werden. Die Franzosen haben zudem klangvolle Namen in ihren Reihen – etwa den ehemaligen Nationalstürmer Olivier Giroud oder Ethan Mbappé, der jüngere Bruder von Real-Star Kylian Mbappé.

So schaut Matthias Ginter auf die Europa League

Die besseren Karten am Donnerstag haben allerdings die Freiburger. Das „Mindestziel“ Achtelfinale, wie es Matthias Ginter im Interview mit dem Portal transfermarkt.de ausdrückte, ist in greifbarer Nähe. Der Innenverteidiger mit Champions-League- und Länderspiel-Erfahrung weiß aber auch: „Dann geht es aber erst richtig los. Es ist auch ein Gradmesser für unsere Entwicklung, wie wir uns dann gegen die Gegner, die möglicherweise in der K.o.-Phase warten, schlagen.“

Um den ganz schweren Gegner zumindest am Anfang der K.o.-Phase zu entgehen, wäre Platz vier oder besser am Ende der Ligaphase natürlich extrem wichtig. Denn das Achtelfinale soll nach Ginter nicht unbedingt das Ende sein. „Es ist alles drin, und wir können aus dieser Saison noch eine besondere machen“, sagte er mit Blick auf alle drei Wettbewerbe, in denen der Sport-Club noch voll dabei ist. Aktuell im Fokus: Das Achtelfinale in der Europa League.

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