Regionalliga der Ringer
: Für den KSV Tennenbronn geht’s von Anfang an um den Klassenerhalt

Auch in ihrem mittlerweile elften Jahr in Folge in der Regionalliga haben die Ringer des KSV Tennenbronn vor allem ein Ziel: Den Klassenerhalt.
Von
Lothar Herzog
Oberndorf
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Die Tennenbronner Fans dürfen sich auch in der kommenden Saison auf die Freistilkünste von Mathias Schondelmaier (links) freuen.

Lothar Herzog

Wenn es am 6. September nach achtmonatiger Pause wieder mit dem Mannschaftsringen in den Sporthallen losgeht, startet der KSV Tennenbronn in seine 11. Verbandsrunde in der Regionalliga Baden-Württemberg in Folge. Wir haben uns im Vorfeld mit KSV-Coach Matthias Brenn unterhalten.

Der KSV Tennenbronn beginnt die neue Saison mit einem Auswärtskampf beim RSV Schuttertal. Betrachtet man die Ergebnisse aus dem Vorjahr (zwei Siege) eigentlich ein gutes Los?

Letztes Jahr haben wir zwar beide Kämpfe gewonnen, aber man hat gerade im Rückkampf in Tennenbronn gesehen, wie knapp es werden kann – da ging es ja auch gegen den Abstieg. Das zeigt einfach, wie eng alles beieinander liegt. Entscheidend wird sein, welche Mannschaft zum Saisonstart in welcher Form auf die Matte geht. Unser Ziel ist es, den ersten Kampftag zu gewinnen – der Auftakt ist immer eine gute Standortbestimmung.

Mit dem KSV Ketsch ist der im Vorjahr von vielen Experten hochgehandelte Titelfavorit auch Meister geworden und in die zweite Bundesliga aufgestiegen. Wer ist für Sie dieses Jahr der Favorit auf den Meistertitel, wer ist Abstiegskandidat?

Für mich ist Freiburg 1885 ein heißer Kandidat. Sie haben sich extrem verstärkt und auf dem Papier eine richtig starke Mannschaft. Aber auch die etablierten Vereine und die anderen Aufsteiger werden sich nicht verstecken. Das macht die Liga unglaublich ausgeglichen. Einen klaren Abstiegskandidaten sehe dagegen ich nicht, fast alle Teams sind auf Augenhöhe. Die Regionalliga ist eine tolle Liga mit großer Strahlkraft. Jeder will drinbleiben – dadurch wird die Liga immer stärker.

Der KSV Tennenbronn gehört nun schon seit zehn Jahren der Regionalliga an. Das ist eine reife Leistung. In den vergangenen zwei, drei Jahren wurde der Klassenerhalt aber nur mit großer Kraftanstrengung realisiert. Wird das auch diesmal so sein?

Wir hatten ein paar schwierige Jahre, auch wenn man gerade die vergangene Saison anschaut. Aber das zeigt auch, wie eng alles ist. Mit Constantin Rusu hat uns über drei Viertel der Saison ein Siegringer gefehlt und trotzdem waren die Ergebnisse knapp. Wenn man dann die Ergebnisse drehen würde, wären wir am Ende Zweiter oder Dritter geworden, direkt hinter Ketsch. Immerhin haben wir Ketsch im letzten Heimkampf sogar besiegt.

In unserem Jubiläumsjahr (Anm. d. Red.: Der Verein feiert 100-jähriges Bestehen) wollen wir natürlich drinbleiben. Eine Garantie wird es aber für keinen geben – auch nicht für den KSV Tennenbronn. Aber natürlich streben wir es an.

Matthias Brenn geht in sein 24. Jahr als Trainer des KSV Tennenbronn.

Foto: Lothar Herzog

Als KSV-Trainer gehen Sie in ihr 24. Amtsjahr. Sie haben in dieser langen Zeit praktisch eine ganze Generation kommen und gehen gesehen. Gab es da etwas, an das Sie sich immer wieder erinnern?

24 Jahre sind eine lange Zeit, da habe ich viel gesehen und erlebt, unter anderem zwei Meisterschaften in der Oberliga mit Aufstieg. Immer wieder toll sind auch unsere Heimkämpfe. Da sind wir schon stolz drauf, dass wir – gemeinsam mit anderen Vereinen im Umkreis – die Ringerfahne in der Region hochhalten.

In dieser Zeit habe ich vor allem viele tolle Ringerfreunde gefunden: Sportler, die mal in Tennenbronn waren – daraus sind dann Freundschaften entstanden. Das waren sowohl Sportler aus anderen Nationen als auch aus Südbaden. Diese Verbindungen bedeuten mir sehr viel. Ein Beispiel: Klaus Rombach, der zwei Jahre bei uns war, hat mich 2016 sogar mit zu den Olympischen Spielen nach Rio genommen.

Außerdem bin ich sehr stolz auf die Entwicklung unserer eigenen Sportler beim KSV. Ich durfte viele von ihnen begleiten und einige kennen nur mich als Aktiventrainer. Ich bin da ein Puzzleteil von, aber es tragen viele dazu bei.

Anfang des Jahres gaben Sie bekannt, wegen des Jubiläumsjahrs noch ein Jahr dran zu hängen. Reizt es Sie nicht, die 25 im Jahr 2026 vollzumachen?

Ich habe gesagt, dieses Jahr mache ich noch. 25 Jahre wären natürlich auch eine schöne Zahl. Auch wenn es irgendwann für alle Zeit wird, neues Blut reinzubringen – sowohl für den Verein als auch für mich. Sollte alles passen und der Verein es wollen, wäre mein Ziel, 2026 noch weiterzumachen. Dann würde ich nach 25 Jahren Aktiventrainer und über 30 Jahre als Trainer im Verein aufhören. Das wäre mein Ziel. Aber egal, was kommt: Der KSV wird immer mein Verein bleiben.

Im Jahre 2021 rückten Sie als Sportreferent ins Präsidium des Südbadischen Ringerverbands, seit Mai dieses Jahres sind Sie Vizepräsident Sport. Können Sie sich vorstellen, den sportlich so erfolgreichen Verband auch einmal zu führen?

Die Arbeit als Sportreferent hat mir großen Spaß gemacht. Ich wurde jetzt gefragt, ob ich das Amt Vizepräsident Sport, das ich eineinhalb Jahre kommissarisch inne hatte, übernehmen will – und habe das gerne gemacht. Ob ich mir auch das Präsidentenamt vorstellen könnte, weiß ich nicht. Mit Ralf Schick haben wir aktuell einen guten Präsidenten. Ich weiß nicht, ob ich der Typ wäre, um ganz vorne zu sitzen. Heute und morgen sicherlich noch nicht – und ob es übermorgen dann irgendwann soweit ist, weiß ich heute noch nicht.

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