Olympia Skicross
: Gold nach Bronze-Drama – Daniela Maier gewinnt Finale der Gigantinnen

Gold nach dem Bronze-Drama von Peking – und dies fast 20 Jahre genau nach dem Olympiasieg von Kombinierer Georg Hettich: Daniela Maier (SC Urach) schreibt in Livigno Geschichte.
Von
Gunter Wiedemann
Oberndorf
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Daniela Maier ballt am Freitag die Siegerfaust.

Rebecca Blackwell/AP/dpa

Die Skicrosserin des SC Urach hatte schon vor dem ersten Heat am Freitag ein gutes Gefühl. „Wenn alle Umstände passen und ich auch ein wenig Glück habe, kann ich vorne mitfahren“, setzte sich die Furtwangerin aber an ihrem Tag X nicht unter Druck.

In Livigno wurde die Schwarzwälderin übrigens auch von ihrer Familie und von Mitgliedern des SC Urach angefeuert. „Ich freue mich sehr über die Unterstützung.“

Das Achtelfinale

Im Achtelfinale – die ersten beiden Skicrosserinnen erreichen in jedem Lauf jeweils die nächste Runde – ging Daniela Maier nach der Laufbestzeit in der „Qualifikation“ gegen DSV-Teamkollegin Luisa Klapprott (WSV Samerberg) und Marielle Berger Sabbatel (Frankreich) als die klare Favoritin ins Rennen. Li Wenwen (China) stand nicht am Gate.

Maier setzte sich von Beginn an die Spitze, gab diese bis zum Ziel nicht mehr ab. Auf dem zweiten Platz folgte die Französin aus Bourg-Saint-Maurice, der Partnerstadt von Altensteig (Kreis Calw). Damit standen Maier und die Französin im Viertelfinale, für Klapprott kam das Aus.

Auch Sandra Näslund (Schweden) und Fanny Smith (Schweiz), zwei weitere heiße Goldkandidatinnen neben der Schwarzwälderin, kamen ohne große Probleme eine Runde weiter. Veronika Redder (WSV Glonn) verpasste auf den letzten Metern nach einem „Verkanter“ den Sprung in die Vorschlussrunde.

Das Viertelfinale

In diesem wartete mit erneut Marielle Berger Sabbatel, Sotschi-Olympiasiegerin Marielle Thompson (Kanada) und der Schwedin Linnea Mobaerg ein erster echter Härtetest. Daniela Maier legte erneut einen Superstart hin.

Stark auch bei den Sprüngen: Daniela Maier.

Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpa

Schon bei der ersten Zwischenzeit hatte die Schwarzwälderin einen Vorsprung von fast einer Sekunde auf die erste Verfolgerin aus Frankreich herausgefahren. Nach einem souveränen Auftritt stand die 29-Jährige zusammen mit Berger Sabbatel im Halbfinale. Dagegen schied mit Marielle Thompson ein großer Name aus.

Näslund und Smith sicherten sich ebenfalls mit einem ersten Rang den Einzug ins Halbfinale.

Das Halbfinale

Zusammen mit Talina Gantenbein (Schweiz), Sixtine Cousin (Schweiz) und wieder Marielle Berger Sabbatel kämpfte die Olympia-Dritte von Peking kurz vor 13 Uhr um den Einzug in das große Finale, in dem es um Gold, Silber und Bronze geht. Erneut legte Maier sofort beim Start den Turbo ein.

Schnell hatte die Furtwangerin einen Vorsprung von mehreren Metern herausgeholt. Nach einer weiteren Machtdemonstration war klar, dass es im nächsten Rennen um eine Medaille gehen wird. Auch Berger Sabbatel, Näslund und Smith fuhren um Edelmetall.

Das Finale

Es war ein Kampf der Skicross-Gigantinnen: Sandra Näslund, die „Außerirdische“ und Gesamtweltcupführende, Daniela Maier, die Zweite des Gesamtweltcups, Marielle Berger Sabbatel, die derzeitige Nummer 3 der Welt, und Fanny Smith, Vierte im Ranking, bestritten das große Finale. Um 13.16 Uhr war es so weit, die Gates öffneten sich.

Legte Maier wieder einen Traumstart hin? Ja. Die Schwarzwälderin ging vor Näslund in Führung. Es folgte ein echter Husarenritt der 29-Jährige. Um 13.17 Uhr hatte sich Daniela Maier den ganz großen Traum erfüllt. Maier war Olympiasiegerin!

Silber ging an Smith, Bronze „nur“ an Näslund.

Der Vormittag

Zuvor hatte die Schwarzwälderin am Vormittag mit dem ersten Platz bei der „Qualifikation“, es ging im Livigno Snow Park auf der 1100 Meter lange Skicrossstrecke mit geneigten Kurven, Sprüngen und Bodenwellen um die Setzliste für die Achtelfinals, bereits die komplette Weltelite düpiert.

Titelverteidigerin Sandra Näslund (Schweden) belegte Rang zwei vor Fanny Smith. Mit der Schweizerin hatte Maier 2022 in Peking nach langen Diskussionen und einem monatelangen Wechselbad der Gefühle zusammen die Bronzemedaille gewonnen.

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